Sa. 16.03.19

 

Heute nehmen wir den Westteil des Saguaro NP in Angriff. Von unserem BLM-Standort sind es nur ein paar Kilometer zu fahren. Dabei durchqueren wir den Tucson Mountains Park, frei zugänglich für Jedermann. Hier stehen die Kakteen genauso dicht und bis hoch an die Gipfel, wie in den National Parks. Wer sich also das Eintrittsgeld sparen und sich nicht den Touristenmassen anschließen möchte, kann sich hier auf diversen Hike trails austoben.

Wir haben ja unseren Beautiful-Pass und wollen auf jeden Fall den „Bajada Loop Drive“ fahren, auch wenn es hauptsächlich steile, staubige ungeteerte knappe 6 Meilen / 10 km sind. Neben vielen kleineren Blumen und Blüten gehen die roten Knospen des Ocotillo-Strauchs auch schon auf. Der Ocotillo sieht toll aus: In der Trockenzeit nur dürre lange Stängel, nix dran; aber sobald es etwas regnet sprießen kleine grüne Blättchen, so dass die Stängel von oben bis unten knalle grün sind. Und nur ganz am oberen Ende treibt er Knospen mit kleinen tief roten Blüten, die weithin sichtbar sind und vor allem Kolibris anlocken – die stehen total auf rot. Die Kakteen sind noch nicht so weit, sie brauchen noch 4-6 Wochen bis zur Blüte. So lange können wir leider nicht warten, bis dahin müssen wir schon ein deutliches Stück Richtung Alaska hinter uns gebracht haben. Wir hoffen aber, nächstes Frühjahr die richtige Zeit zu erwischen.

Gegen Ende des Loops stoppen wir nochmal an einem kleinen Trail, der durch den Kakteenwald zu einer kleinen Erhebung führt, dem Signal Hill, voll mit prähistorischen Felsritzungen der Hohokam People (AD 450-1450). Die auf dem Schild versprochenen Rassler sind natürlich nicht aktiv, obwohl die Sonne schon gut runter brennt, aber bei so vielen Touristen ist das auch nicht zu erwarten.

Auch außerhalb der Parks am ganz ordinären Straßenrand eine wahre Pracht an Frühlingsblümchen. Frühjahr ist schon eine schöne Jahreszeit, überall Blumen und frisches Grün.

Bevor wir zurück zum Stellplatz fahren, wollen wir in Tucson bei Camperworld nach einer besseren Tischbeleuchtung suchen. Die Auswahl ist gerade groß und recht teuer, aber wir werden fündig, sind nach dem Einbau sehr zufrieden mit der Investition. Endlich wieder richtig Licht überm Tisch.

Unterwegs halten wir noch an einer mexikanischen Grillbar, Abendessen, bevor wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf unserem gestrigen Platz einparken.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Snyder Hill BLM-Land, Tucson, GPS: 32.1581 , -111.115094, relativ ruhig, sobald die Generatoren gegen 22 Uhr schweigen, gutes Verizon-Netz, sehr empfehlenswert

 

 

So. 17.03.19

 

Auf Grund der laaaangen Anfahrt nach Alaska (min. 7000km) und der endlosen Weite hier im Südwesten der USA schaffen wir es nicht, dieses Jahr beides mit ausreichend Zeit unterzubringen. Wir werden nächsten Winter bzw. Frühjahr nochmals in dieser Ecke unterwegs sein, und Tucson bzw. Phoenix mehr Zeit widmen.

Heute ist unser Tagesziel ein Stellplatz auf BLM-Land in der Nähe des Organ Pipe National Monuments. Auf dem Weg dorthin kommen wir am Kitt Peak National Observatory vorbei. (Schon lange keines mehr besichtigt!) Dort gibt es mehrere geführte Besichtigungstouren, wobei die erste schon gegen 10:30 Uhr startet. Nach dem Frühstück los, kein Trödeln heute. Schon von weitem sehen wir die Kuppel des großen 4m-Teleskops auf dem Berg sitzen, aber bis dahin ist es noch ein Stückchen. Die Anfahrt auf den Gipfel windet sich über 12 Meilen / 20 km nach oben. Da hat unser Moppel ganz schön was zu arbeiten. Wir genießen die herrlichen Aussichten auf das First Nation-Reservat, können jetzt schon sehen, wo wir heute Mittag auf der einzigen Straße nach Westen weiterfahren werden. Kurz vor dem Gipfel (über 2300m) auf der Nordseite noch Schneereste. Entlang der sogenannten „Teleskop Alley“ sehen wir einige der insgesamt 45 hier oben installierten Teleskope. Auf der Graphik sind nur die wichtigsten zwecks Übersicht verzeichnet.

Bis die Tour startet genießen wir die warme Sonne vor dem Visitor-Center und bestaunen die tolle Sonnenuhr. Im botanischen Garten auf Madeira haben wir dieselbe schon einmal gesehen. Wie man erkennen kann, startet die Tour gegen 11 Uhr im Außenbereich nach einem Vortrag und Fragestunde im Visitor-Center.

Während der ersten Tour wandern wir mit unserem Guide zum Solar-Observatorium. Unterwegs erzählt er einiges zu den hier wachsenden Pflanzen, Bäumen und Besonderheiten. So weist er z.B. auf ein großes Bodengitter quer durchs Gelände hin. Hierin wird das Regen- und Schmelzwasser aufgefangen und gereinigt; auf den Berg hoch gibt es keine Wasserleitung. Pumas und Bären gibt es natürlich auch in den umliegenden Bergen, auch wenn man diese fast nie zu Gesicht bekommt.

Das Solar-Observatorium ist außer Betrieb und wird die nächsten Monate mit neuem Equipment umgebaut und gleichzeitig erweitert um interaktive Bereiche für die Besucher. Wir können ungefähr in der Mitte durch eine Glaswand den 1,5m-Hauptspiegel betrachten und ganz unten im Observationslabor die Einfallschächte und Spiegel. Früher wurde das Bild der Sonne direkt auf den Tisch projiziert, während man heute das Licht mit Sensoren aufnimmt und entsprechend am Rechner verarbeiten kann.

Nach der Rückkehr ins Visitor-Center startet auch gleich die zweite Tour zum normalen optischen Teleskop mit 2,1m Hauptspiegel. Auch dieses Teleskop kann man leider auch nur durch eine Glasscheibe betrachten, nicht wie in Texas beim McDonald-Observatorium ganz nah beinahe direkt drunter stehen. Das besondere an diesem Teleskop hier ist, dass der Spiegel mit einer adaptiven Optik ausgestattet ist. Dazu wird mit einem Laser ein künstlicher Stern am Himmel simuliert und die atmosphärischen Verzerrungen werden in Millisekunden registriert und in manuelle Druck/Zug-Kräfte auf bestimmte Bereiche des Spiegels übertragen. Allerdings nicht auf den schweren, massiven 2,1m-Primärspiegel, sondern auf den sekundären. Die neueren Primärspiegel, wie in Texas, bestehen von vornherein schon aus vielen hexagonalen Teilspiegeln, die nicht so massiv sind und alle mit ihrer eigenen adaptiven Mechanik ausgerüstet sind.

Die dritte Tour ginge eigentlich zum größten Teleskop mit einem 4,1m-Spiegel. Aktuell kein Techniker anwesend, deshalb kann das Gebäude nicht betreten werden, somit keine Tour. Während wir auf dem Weg zurück die Kuppel von Außen betrachten, zieht von Westen ein Gewitter mit bedrohlichen Wolken auf – wir hören schon den Donner. In den Bäumen vor den Gebäuden entdecken wir 5 schöne Vögel mit rotem Köpfchen (Spechte?), die ganz aufgeregt herum hüpfen.

Vom Berg runter, treffen uns die ersten Tropfen. Aber wir können dem Unwetter auf der bolzengeraden Straße nach Westen davonfahren. Links und rechts der Straße blüht es überall, wie in einem Park, und die ganze Gegend ist voll mit Kakteen. Ab und an muss man anhalten, um all das in Ruhe zu betrachten, nicht nur im Vorbeiziehen.

Ca. 20km vor unserem angepeilten Zielort knallt ein Steinchen gegen die Scheibe – weckt Peter auf, der gerade so vor sich hindöst, als Beifahrer. Von der Seite gegen das Sonnenlicht sehen wir den kleinen Einschlag und ca. 3mm strahlige Ausläufer in das umgebende Glas. So ein Mist. Die anderen Reisenden, die wir bisher getroffen haben, hatten auch immer mal wieder ein Steinschlag-Problem, zum Teil wurden daraus ziemlich lange Risse in der Scheibe. Ojeoje, jetzt müssen wir beim Geländefahren wohl besonders vorsichtig sein bis der Schaden repariert ist.

Als wir in Why (so heißt das Kaff wirklich) gen Süden abbiegen, steht - oh Wunder - auf der linken Straßenseite ein Kombi mit Werbetafel zwecks sofortiger Scheibenreparatur. Vollbremsung und Einschwenken. Der Kollege begutachtet, und will den Steinschlag für 25 $ gleich professionell reparieren. Also Fahrräder weg, damit der Gutste mit der Leiter an das kleine Loch kommt. Zuerst wird mit etwas Druckunterstützung ein relativ flüssiges Mittel in das zuvor noch aufgebohrte Loch gegeben und als dies sich gut verteilt hat kommt zur Versiegelung schnell aushärtender Klarsichtkunststoff auf die Stelle. Das Material härtet mit UV-Strahlung in der Sonne aus; noch etwas mit der Rasierklinge die Oberfläche glattgezogen und fertig, keine 15 Min. später. Fast nichts mehr zu sehen, man muss schon sehr genau hinsehen, um zu erkennen wo der Schaden ist. Da haben wir Glück im Unglück gehabt und das Problem zeitnah aus der Welt.

Jetzt brauchen wir nur noch 5km weiter auf das riesige BLM-Gelände fahren und uns ein ruhiges Plätzchen mit viel Abstand zu den Nachbarn suchen.

Wir haben wieder einen herrlich klaren Sternenhimmel, bis der liebe Mond aufzieht und alles mit Licht überflutet. Der ist so hell, dass man draußen fast lesen kann und alles einen Schatten wirft – Moon shadow.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM-land in der Nähe von Organ Pipe NM, GPS: 32.240243 , -112.75882, sehr empfehlenswert, absolut ruhig und viel Platz für jeden; zu weit von der Straße weg hat man keinen Netzempfang mehr.

 

 

Mo. 18.03.19

 

Vor dem nächsten Kakteenpark, Organ Pipe National Monument, brauchen wir eine Pause. Peter muss wieder einige, viele Bilder sortieren. Marion hat gestern noch einen schweren gusseisernen Topf für die Außenküche gekauft, den sie sich schon lange wünscht hat. Der wird heute natürlich gleich eingeweiht. Knapp 3kg Fleisch + Gemüse für Gulasch. Die Kochorgie kann starten. Mit reichlich Soße gibt es 4 leckere Doppelportionen, und die Gefriertruhe ist wieder randvoll mit Gulasch.

Die Leckerei köchelt Stunde um Stunde vor sich hin, duftet herrlich. Neugierige Tauben kommen vorbei – vielleicht gibt es hier etwas zu futtern. Peter versucht sich an einer selbst gebastelten Kolibri-Futterstelle – sehr kreativ. Die fliegenden Juwelen werden aber nur kurz angelockt durch unser rotes Mobil; sind genauso schnell verschwunden wie sie aufgetaucht sind.

Zum Sonnenuntergang wird es nochmal so richtig kitschig mit dem Saguaro, wie aus einem Lucky Luke-Comic.

Und natürlich wieder der tolle Mond, seine Krater und „Meere“ sind heute noch besser zu sehen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM-land in der Nähe von Organ Pipe NM, GPS: 32.240243 , -112.75882, sehr empfehlenswert, absolut ruhig und viel Platz für jeden; zu weit von der Straße weg hat man keinen Netzempfang mehr.

 

 

Di. 19.03.19

 

Der Erholungstag hat gut getan. Mit frischem Elan nehmen wir die Straße 85 direkt in den Süden nach Mexiko. Das Organ Pipe National Monument liegt direkt an der Grenze. Es scheint in dieser Ecke der gemeinsamen Grenze doch hin und wieder Schwierigkeiten zu geben. Die 85er ist eine der Haupteinfallrouten für Schmuggler und Migranten. Daher ist die Dichte an Border Patrols recht hoch und direkt an der Straße muss noch eine Passkontrolle absolviert werden. Wir als Touristen, vor allem mit so einem coolen Gerät, haben da keine Probleme, müssen halt immer wieder Rede und Antwort stehen und werden mehrfach abgelichtet (privat) bevor wir weiter dürfen. Alles immer sehr freundlich und nett.

Im Park gibt es eine Westroute, die durch viel flaches Land führt und ein ziemlich langes Stück direkt an der Grenze entlang. Wir nehmen die Ostroute, die ist kürzer und geht durch die Ajo Range Mountains. Der sogenannte Ajo Mountain Drive ist komplett Gravelroad, staubig, dann wird schon nicht so gerast, alle fahren recht gemütlich.

Zu Beginn sehen wir wie bisher wieder Unmengen von Saguaros. Aber kaum eine kurze Strecke ins Gelände gefahren, entdecken wir die ersten Exemplare der Organ Pipes. Halten gleich bei einem sehr alten riesigen Stock. Pieksig, wie alle Kakteen halt, aber ausprobiert werden muss es.

Ab jetzt ist die Landschaft mit der Art mindestens so durchsetzt wie mit den Saguaros. Super.

Frühling - immer wieder faszinierend, wie aus diesem staubigen Etwas, Erde kann man eigentlich nicht dazu sagen, Millionen kleine Pflänzchen sprießen, die die kurze Zeit nutzen, bevor die gnadenlose Hitze wieder alles niedermacht.

Bei genauerem Hinsehen, sind unzählige Löcher in den Saguaro-Armen zu erkennen, die von Spechten hinein gehackt werden, dann aber meistens von anderen kleinen Vögeln als Brutstätte genutzt werden. Besonders freuen wir uns, dass hier jetzt Ocotillos blühen, mit ihren roten Blütendolden an den langen, silbrig-grünen Stängeln (die letzten 2 Bilder). Schööön.

Gegen Ende des Loops, wir sind nur noch 4-5 km vom Visitor-Center entfernt, leuchtet die Druckluftkontrollleuchte auf und der Warnton für zu niedrigen Druck ertönt. Dauer-Piiiiiiiiep! So ein Mist! Das heißt nichts Gutes. Bedeutet, dass die Bremsen schließen und ein Weiterfahren nicht mehr möglich ist. Wir müssen anhalten. Peter klopft gegen den Druckregler bzw. das Vierkreisventil, aber es hilft nichts. Grummel. Wo jetzt Druckluft hernehmen, damit die Bremsen wieder öffnen? Wir haben noch einen kleinen elektrischen Druckluftgenerator dabei für die Reifen (wollten wir schon entsorgen, weil er zu schwach ist), ganz hinten im Stauraum. Peter bastelt: Aus Reifenbefüllschlauch, 2 Reifendruckpistolen und einem zweckentfremdeten Verbindungsschlauch baut er eine Interimslösung, um direkt in die Tanks Luft und Druck bis auf 7,5 bar aufzubauen. Jetzt aber schnell alles wieder einpacken und los, bevor die Luft aus den altersbedingten Undichtigkeiten wieder entweicht. Klappt, die Bremsen öffnen; wir können fahren. Am Visitor-Center angekommen suchen wir uns einen ruhigen Platz, um etwas ungestört die Kanzel zu kippen und dem Problem zu Leibe zu rücken.

Die erste Befürchtung ist, dass der Kompressor hinüber ist. Aber der Keilriemen dreht ganz normal und auch sonst nichts zu entdecken. Im Visitor-Center versuchen wir, Kontakt mit einem Mechaniker aufzunehmen. Ist heute aber schon zu spät. Wir stellen uns mental schon auf eine oder mehrere Nächte hier auf dem Parkplatz ein. Seufz. S'isch hald emmr ebbas!

Als wir schon wieder alles eingepackt haben, will Peter doch noch wissen, ob der Kompressor gar nichts oder wenigsten ein bisschen Druckluft liefert. Deshalb schraubt er den Kupferbogen vor dem Frostwächter ab und – welche Überraschung, da kommt Druckluft. Also muss das Problem doch beim Druckregler oder dem Vierkreisventil liegen. Wieder alles zusammenschrauben, einen Testlauf machen, und … Alles funktioniert wieder wie es sein soll. Wahrscheinlich hat sich im Druckregler auf der Rüttelpiste was verklemmt und nachdem der Druck kompressorseitig weg war wieder entspannt. Uns fällt ein großer Stein vom Herzen, schließlich stehen wir mindestens 150 Meilen / 250 km von der nächsten einigermaßen brauchbaren LKW-Werkstatt entfernt.

Bevor wir zurück zu unserem Stellplatz fahren, tanken wir auf dem hiesigen Campground Frischwasser. Beim Rausfahren genießen wir nochmal einen herrlichen Blick auf das weite Tal voller Kakteenriesen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM-land in der Nähe von Organ Pipe NM, GPS: 32.240243 , -112.75882, sehr empfehlenswert, absolut ruhig und viel Platz für jeden; zu weit von der Straße weg hat man keinen Netzempfang mehr.

 

 

Mi. 20.03.19

 

Nach der ganzen Aufregung gestern genehmigen wir uns einen Pausentag. Wir haben hier etwas näher an der Straße einen guten Netzempfang, und außerdem steht neben lecker Brot backen und auf Kolibris warten Bilder aussortieren an - inzwischen sind wieder einige tausend gemacht worden.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM-land in der Nähe von Organ Pipe NM, GPS: 32.240243 , -112.75882, sehr empfehlenswert, absolut ruhig und viel Platz für jeden; zu weit von der Straße weg hat man keinen Netzempfang mehr.

 

 

Do. 21.03.19

 

So langsam müssen wir uns mal nach Norden aufmachen – nächstes Ziel Las Vegas. Wir lassen Phoenix rechts liegen, nächsten Winter dann. In Buckeye, Phoenix westliches Stadtgebiet, gibt es billigen Diesel, also tanken und Walmart. Wir fahren an der Sonora-Wüste vorbei, die übliche Vegetation nur hin und wieder von kleineren Felsformationen unterbrochen, wahrscheinlich vulkanisch.

Heute brettern wir ein Stück auf der I10, diese kreuzen wir seit Florida immer mal wieder. Highway, durch öde Gegend, jwd – hier gibt’s nichts, nada, niente. Alle 70-100km eine Kreuzung, ein paar verfallene Hütten, eine Tanke. Aber Netz! Entlang am Highway haben wir immer gutes Netz.

Ca. 35km vor Quartzite (anscheinend ein Urlaubsparadies – hier überwintern im Umland bis zu 1 Mio. RVs) biegen wir nach Norden ab zum Städtchen Hope. Jetzt sehen wir mal die riesigen Rinderfarmen, die wir in Texas schon vermisst haben. Kilometerweit gigantische offene Ställe mit tausenden Rindern. Und die Logistik dazu: Mächtige Strohberge, riesige Felder bzw. mit Futterpflanzen bewirtschaftetes Umland und unzählige Hallen voll Heu und Stroh. Waaaahnsinn!

Von hier aus folgen wir dem Highway 72, raus aus den südlichen Ebenen in die Ausläufer der Rocky Mountains. 240km reichen eigentlich als Tagesetappe, aber so früh am Tag, irgendwo im nirgendwo, ist gleich entschieden, dass wir noch weiterfahren, bis in die Gegend von Lake Havasu City, zu einem Casino-Parkplatz an einem See, mit Bootsanleger für die Schönen und Reichen.

Unterwegs sind wir per WhatsApp u. A. auch mit Hedi und Theo in Kontakt. Seit New Orleans haben wir die Beiden nicht mehr gesehen, weil sie uns inzwischen mehrere hundert Kilometer voraus sind. Gerade teilen sie uns ihren aktuellen Standort mit und wir sehen, dass es vom Casino aus nur noch 80km sind, so quasi um die Ecke. Da sie im April nach Deutschland fliegen, werden sich unsere Wege wohl auf längere Zeit trennen. Sie wollen auf alle Fälle den Morgen noch auf uns warten, bevor sie dann Richtung Grand Canyon weiterfahren. Super, wir freuen uns. Es ist 16 Uhr, 1h Fahrt... Wir überlegen nicht lange und überraschen die Beiden. Außerdem können wir uns Morgen den ganzen Tag ausruhen nach der heutigen langen Fahrt.

Zwischendurch kurzer Foto-Stopp am Parker Dam, einem der vielen Dämme, die den Colorado aufstauen. Seit dem Casino ein riesiges Urlaubsgebiet entlang am Colorado bzw. Lake Havasu. Derzeit sehr grün, mit Palmen, und warm. Mitten in die Wildnis, zwischen den Bergeinschnitten und Schluchten, ist mit viel Wasser und Einsatz ein Golfplatz platziert worden. Herrliche Kulisse – macht sicher Spaß, hier abzuschlagen.

In Lake Havasu City gibt es nichts Besonderes; eine künstlich geschaffene Touristenburg. Als Gag wurde hier eine Themse-Brücke aus London aufgebaut – Original abgebaut, hierher verschifft und wieder aufgebaut. Hat man nichts Eigenes, holt man sich halt was in Europa und stellt es wieder auf …. Schon schräg!

Viel beeindruckender ist das Gewitter hinter der City in den umliegenden Bergen. Naturgewalt.

Als wir bei Hedi und Theo ankommen, sehen sie uns schon von Weitem und begrüßen uns mit ihrem Schiffshorn. Freude riesig, sich endlich wieder zu treffen. Also Stühle in die Sonne bevor das Gewitter kommt und ausführlich über die vergangenen Wochen und das Erlebte schnaken.

Vom Stellplatz wieder eine tolle Aussicht; die Gewitterwolken ziehen Gottlob östlich an uns vorbei und produzieren bei einem Blick nach Norden einen Regenbogen. Zwischendurch wölben sie sich nochmal richtig toll auf, ohne einen Tropfen über unseren Häuptern zu verlieren.

Wir sind heute knapp 430km gefahren und deshalb rechtschaffen müde. Aber wir sitzen noch auf ein gemütliches Gläschen Wein bzw. einem kalten mexikanischen Bier zusammen, bevor wir dann nicht allzu spät verschwinden. Wir haben ja noch den ganzen morgigen Tag.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM-land nahe Lake Havasu City, GPS: 34.626076 , -114.327582, sehr empfehlenswert, toller Ausblick, toll zum wandern oder biken, rel. ruhig

 

 

Fr. 22.03.19

 

Nach einem späten Frühstück mit tollem Ausblick auf die nahen Berge in der Morgensonne,

finde ich/P endlich nach Wochen die Zeit und Muße, die Mopeds herunterzuholen und zu testen, ob die Felgen meiner Maschine Achter drin haben auf Grund des beinahe Absturzes von der Heckplattform in Sonora. Wir stellen das Moped auf einen Bock und können beim Drehen der Räder bzw. gemeinsamen Beobachten aus allen Richtungen, nichts Fehlerhaftes entdecken. Vor einer Probefahrt muss zuerst einmal der Staub abgewaschen weden. In Lake Havasu City haben wir im Vorbeifahren einen Baumarkt gesehen, der als erstes Mopedausflugsziel angesteuert wird. Eine Liste mit ein paar Kleinigkeiten, die besorgt werden müssen.

Das ganze Gelände im weiten Umfeld ist BLM-Land, durchzogen mit Wegen für ATVs und Dirtbikes, Spaß pur. Auf dem Rückweg vom Baumarkt fährt Peter kurzentschlossen von der Straße runter und schlägt sich durchs Gelände bis zum Stellplatz zurück. Das hat soviel Spaß gemacht, dass er gleich nochmal losziehen möchte, gemeinsam.

Die Yamaha muss noch warten. Erst wird gegessen bzw. gekocht, und danach evtl. eine Runde fahren. So lange kann Peter nicht warten und düst gleich nochmal los. Das Gelände besteht aus vielen kleinen Canyons, vom Regenwasser ausgewaschen, und einem dieser Canyons folgt Peter bis zu einem Punkt, wo auch die ATV-Spuren umdrehen. Mit dem Moped geht es aber noch weiter, hin und wieder eine Stufe zu Fuß überqueren, bis irgendwann auch das nicht mehr geht. Leider wieder alles zurück und eine andere Route gesucht. Orientierung anhand der Hochspannungsleitungen, ein schöner Trail mit blühenden Kakteen und vielen Ocotillos, um den Berg im Rücken unseres Stellplatzes herum.

Zurück, ist das Essen fertig. Und nachdem Peter begeistert von der Route erzählt, schlüpfen wir nochmal in die Klamotten und düsen gemeinsam los. Wir brettern ca. 10km durchs Gelände, die eine oder andere falsche Abzweigung ist auch dabei, aber am Ende finden wir den gleichen Trail, nur in die andere Richtung, und kommen wieder glücklich am Stellplatz an. Marion hat zwischendurch eine Kurve zu eng genommen und einen kleinen Sturz fabriziert, dem der angerostete Krümmer zum Opfer gefallen ist. Sonst alles heil. Diese Fahrerei so im Gelände ist doch recht anstrengend und Marion beschließt, das reicht für heute.

Gerade als wir am Aufladen der Mopeds sind, kommen Roswitha und Klaus angefahren. Sie sind die letzten Tage auf der Westseite des Lake Havasu mit ihrem ATV unterwegs gewesen. Als sie von uns in WhatsApp gelesen haben, dass wir nur 80km entfernt stehen, haben sie sich dazu entschlossen, uns wenigstens für einen Abend nochmal zu besuchen. Wir hatten uns ja schon in Tucson am Casino für lange Zeit voneinander verabschiedet. Inzwischen ist die neue Frontscheibe installiert und bevor sie für 3 Wochen von Phoenix aus in die Heimat fliegen wollen sie noch zum Valley of Fire nördlich des Grand Canyon fahren. So kreuzen sich unsere Wege doch nochmal.

Nachdem die beiden zu Abend gegessen haben, sitzen wir sechs noch länger draußen, viele Geschichten, bis es Nacht und frisch wird.

Wenn wir den Geschichten von den Vieren so zuhören, erkennen wir, was wir alles noch nicht von der Welt gesehen haben und so, wie die Vier, auch nicht sehen werden. Die meisten Länder, vor allem die exotischen, haben sich in den letzten 40 Jahren dramatisch verändert. Wir haben diesen schnellen Wandel in Südostasien schon selbst bei verschiedenen Reisen kennengelernt.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen BLM-land nahe Lake Havasu City, GPS: 34.626076 , -114.327582, sehr empfehlenswert, toller Ausblick, toll zum wandern oder biken, rel. ruhig

 

Sa. 23.03.19

 

Heute Morgen ist großes Abschiednehmen. Knuddel hin, Knuddel her. Versprechen, in Kontakt zu bleiben. Passt auf euch auf und weiterhin gute Reise euch allen.

Hedi&Theo sind schon recht früh abfahrbereit und machen sich auf die gleiche Teilstrecke, hoch zur Route 66 nach Oatman und Kingman, wie wir alle. Roswitha&Klaus brauchen morgens etwas länger, wie wir auch, und wir fahren fast zeitgleich los. 30km weiter nördlich bei Topock fahren wir auf die Parallelstraße zur I40, auf die Route 66, Richtung Osten. Der Abschnitt von hier über Oatman nach Kingman bzw. nach Seligman soll der Schönste der gesamten Route 66 sein. Hedi&Theo fahren bis nach Seligman; ihr Ziel weiter im Norden der Grand Canyon – Helikopterflug. (Das machen wir vielleicht auch mal irgendwann!) Roswitha&Klaus werden in Oatman über Bullhead City Richtung Las Vegas abbiegen, und wir nehmen die 93 von Kingman zum Hoover Dam hoch. Links und rechts der Route 66 noch viel BLM-Land, wie man an den ATV-Spuren auf den Hügeln sehen kann.

In Facebook haben wir schon von einem Superbloom an der Westküste in Südkalifornien gelesen, dank des milden Frühlings und viel Regen dieses Jahr. Und als wir jetzt tiefer in die Berge kommen, sehen wir von Weitem riesige grell blühende Blumenwiesen an den Berghängen. WOW – echt toll! Diese Farbexplosion, wenn die Sonne rein scheint und man mittendrin im Blütenmeer steht. Der Pfeil im ersten Bild zeigt auf einen großen SUV, zur besseren Einschätzung der Größenverhältnisse. Wir machen mehrfach Halt, um zu fotografieren bzw. die Pracht aus der Nähe zu genießen. Roswitha&Klaus haben uns auf der Strecke eingeholt und sich uns angeschlossen, fahren jetzt aber schon mal voraus; sie haben schon öfters knallgelbe und orange Hügel gesehen und waren genau zur richtigen Zeit im BigBend NP, um dort die Kaktusblüte mit zu bekommen – wunderschöne Fotos.

Kurz vor Oatman überquert eine Herde Wildesel die Straße. Nix mehr wild, beinahe zahm. Haben jegliche Scheu abgelegt, lassen sich füttern und streicheln, kommen direkt zum Auto. Marion ist ja immer ganz 'wild' auf Esel, traute sich bisher aber nicht so richtig. Aber nachdem sie gesehen hat, dass die Tiere handzahm sind, gibt sie sich einen Ruck und geht zum Ohren Streicheln.

Kein Durchkommen durch Oatman, dem historischen Durchgangsörtchen, Stau. Neben unzähligen Touristen, PKWs und Harleys, die auf der Route 66 natürlich nicht fehlen dürfen, führt der zweimal täglich aufgeführte Banküberfall mitten im Städtchen zum Chaos. Während P im LKW wartet und diverse Passanten über unser Heim/Reise aufklärt, schaut M mal nach, wie lange der Überfall noch dauert. Das Dorf ist noch gut erhalten, lebt ausschließlich vom Tourismus. Als einer der Beteiligten erschossen wird, löst sich der Stau langsam auf und der Verkehr läuft wieder. Roswitha&Klaus stehen mit einem großen Eis in der Hand mitten im Dorf und winken uns zu. Wir parken in deren Nähe am Ortsausgang ein; schöner Blick, wie das Städtchen so im Tal zwischen den Bergen liegt. Wir gönnen uns auch ein leckeres Eis. Roswitha&Klaus wollen noch etwas länger bummeln, während es uns weiter nach Kingman zieht. Also nochmal Abschied. Bis irgendwann mal!

Nach Oatman geht es in die Berge hoch auf einen Pass, vorbei an einer Goldmine und herrlichen Blumenwiesen. Die Sicht von ganz oben in die weitläufigen Täler ist atemberaubend und wir verstehen, warum diese Teilstrecke zu den Schönsten gehört.

Vom Pass geht es wieder rasant nach unten in das riesige ausgedehnte Tal „Golden Valley“, mittendrin liegt Kingman. Auch Kingman lebt von der Legende Route 66. Hier gibt es ein großes Visitor-Center mit historischer Ausstellung zur Geschichte der Route von Chicago nach San Francisco bzw. Los Angeles, je nachdem, wo man abbiegt. Ein farbenprächtiger D(a)iner „Mr.D'z“ und eine alte Dampflok von der historischen Railroad-Strecke dürfen selbstverständlich nicht fehlen. Hier ging lange der komplette Ost-West-Verkehr durch. Ab hier fahren wir auf dem Highway 93 nach Las Vegas.

Kurz vor dem Hoover Dam, noch auf der Arizona Seite, führt ein Schotterweg in die recreation area Kingman Wash. Direkt am Lake Mead (vom Hoover Dam aufgestauter Colorado) gibt es eine campsite, wo man bis zu 14 Tage für „kostnix“ -wie Theo zu sagen pflegt- campen darf. Vorher müssen wir aber noch durch üble nicht enden wollende Schotterpiste, ca. 10 km. Die Ecke hier ist alleine schon wegen der Farbenpracht der umliegenden Berge einen Besuch wert; auch die campsite am See liegt wunderschön. Durch das Gerüttel verweigert unser Druckluftregler mal wieder die Arbeit. Aber ein kurzer Einsatz mit dem 27er-Schlüssel (SCHRAAAUBENSCHLUESSEL!!!!... Gag für Insider -Alf-) funktioniert alles wieder und wir haben genug Druck an den Bremsen.

Nach der langen Fahrerei ist eine Außendusche angebracht, suchen uns ein ruhigeres Plätzchen dafür. Aber bis auf einen Platz ist das Areal komplett besetzt. Wir hoffen auf ein schönes Plätzchen weiter oben am Hang und nehmen die vom Camp-Areal abgehende Bergstraße. Die 'Straße' (Schotterpiste) windet sich immer weiter den Berg hoch. Die Aussichten auf Lake Mead und Umgebung werden immer besser, aber keinerlei Möglichkeit einzuparken geschweige denn umzudrehen. Einige zähe staubige Kilometer weiter oben finden wir endlich eine Wendemöglichkeit. Stehen am Straßenrand, genießen den herrlichen Blick und die Ruhe, bis, wie ein Hornissenschwarm, mindestens 10 Helikopter im Abstand von nur 1 Minute die abendlichen Rundflüge angehen von Las Vegas aus über den Lake Mead zum Grand Canyon. Die Hornissen irgendwann durch, können wir ungestört bei herrlicher Aussicht duschen, bevor es wieder abwärts geht.

Kingman Wash behalten wir als Plan B im Hinterkopf, ziemlich weit bis dahin zurück. (Der schwarze Pfeil auf dem ersten Foto zeigt zur Kingman Wash campsite und der rote unsere Bergauffahrt.) Nach Verlassen des Geländes steuern wir den Lake Mead Aussichtspunkt auf der Nevada-Seite an. Über eine riesige Betonbogenbrücke geht es über den Colorado Canyon und gleichzeitig über die Staatsgrenze Arizona – Nevada. Außerdem wechseln wir die Zeitzone: Von der Mountain Standard Time in die Pacific Standard Time. (Macht zur Zeit aber keinen Unterschied wegen der Sommerzeit in PST, in Arizona keine SZ.)

 

NEVADA – the Silver State

 

Da wir im Moppel sehr hoch sitzen, haben wir schon mal einen guten Blick auf den aufgestauten Lake Mead und den Hoover Dam, den wir Morgen dann besichtigen werden.

Am Aussichtspunkt gibt es keine Übernachtungsverbotsschilder, genau wie im iOverlander beschrieben. Immer wieder ein paar Touristen, die kurz die Aussicht genießen und dann wieder verschwinden, genügend Platz für uns zum Übernachten. Kurz vor Dämmerung kommen Parkranger vorbei, winken aber nur und fahren wieder weg.

Als es Nacht wird, haben wir den Platz für uns alleine samt Blick auf die Lichter im Yachthafen unter uns und die Lichtverschmutzung durch Las Vegas im Hintergrund.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Lake Mead Overlook, Hoover Dam, GPS: 36.017117 , -114.762006, relativ ruhig bis auf ein paar Nachtschwärmer, empfehlenswert wegen der Aussicht

 

 

So. 24.03.19

 

Gestern Abend hat es dann doch etwas gedauert bis die letzten Nachtschwärmer abgezogen sind. Manchmal versteht man es nicht wirklich: Fährt einer auf den Parkplatz, lässt das Auto eine geschlagene Stunde laufen, dreht die Musik voll auf und spielt die ganze Zeit nur mit seinem Handy 'rum. Hauptsache Krach und Abgase produziert. Mit der Ruhe ist es dann so gegen 6 Uhr vorbei, als die ersten Reisebusse aus Las Vegas den Aussichtspunkt ansteuern. Die Passagiere steigen nicht einmal mehr aus, werden langsam am Abgrund vorbei kutschiert, damit sie einen kurzen Blick hinunter zum See werfen können. Kleinere Tourbusse vollgestopft hauptsächlich mit Asiaten und viele PKWs, ein ständiges Kommen und Gehen. Viel los heute am Sonntag.

Wir genehmigen uns ein ruhiges Frühstück und lassen uns Zeit; der Tag wird heute lang. Heute morgen wollen wir den Hoover Dam besichtigen, dann in Las Vegas den Parkplatz für heute Nacht ansteuern, abends die Aufführung vom Cirque du Soleil im Casino Treasure Island, und danach noch über den Strip bummeln.

Vom Aussichtspunkt sind es nur drei Kilometer bis zur Sicherheitskontrolle vor der Einfahrt zum Hoover Dam Gelände. Seit der Grenzkontrolle in Marokko sind wir nicht mehr so genau kontrolliert worden. (Alle RVs werden hier überprüft.) Sämtliche Staukästen müssen geöffnet werden, und sogar einen Blick ins Innere will der Kontrolleur werfen, muss dazu allerdings die kleine Leiter hochklettern. Er müsste eigentlich noch die Aluboxen auf dem Fahrerdach checken, nachdem das Dickerchen aber glücklich und heil wieder die Leiter vom Container runter ist, 'vergisst' er die Aluboxen und wünscht uns eine gute Weiterfahrt.

Zuerst machen wir einen kurzen Spaziergang auf die Highway-Bogenbrücke, die wir gestern schon überquerten, und von wo aus wir einen super Blick auf den Damm und den aufgestauten See haben. Wir entfernen uns schnellstens von unserem Moppel, sonst wären wir wieder 'verhaftet' gewesen. Von weiter oben sehen wir die Mobil-Touristen wie die Fliegen um unseren Truck schwirren. Aber auch hier in einiger Entfernung werden wir von Interessierten angesprochen. Es wird Zeit, dass wir uns eine Kurz-Info zusammenstellen und diese dann ins Fenster hängen.

Der Blick von der Brücke aus auf den Damm ist phänomenal. Anhand der Fotos lässt sich die wahre Größe des Damms nur erahnen. Ein winzig kleines Auto als Bezugspunkt und man kann die Dimensionen besser abschätzen. Von hier aus sind auch die beiden Turbinenhallen gut zu sehen; besichtigen wir später.

Die Straße vom Brückenparkplatz führt in vielen Serpentinen zum Damm hinunter, zum Teil unter der Brücke hindurch. Zu den Parkplätzen über den Damm geht’s nur im Schritttempo, viel los heute am Sonntag. Heute könnten wir gutes Geld einnehmen, wenn wir für jedes Bild von unserem Moppel 1$ bekommen würden. Wäre kein schlechtes Zusatzeinkommen; wären wir heute Abend ein Stückchen reicher. Vor uns fährt ein Automobilclub über den Damm, sind einige schöne Teilchen dabei. Verlieren sie leider aus den Augen, deshalb nur 1 Foto, weil wir für unseren Kleinen gleich beim untersten kostenlosen Parkplatz eine Lücke finden und einparken. Auf dem Weg zurück zum Visitor-Center bestaunen wir die riesigen Ansaugtürme für die Turbinen, vor allem wegen des niedrigen Wasserstands. Das Wasser im See ist wunderbar klar. Wir bereuen es fast schon, für heute Abend Karten gekauft zu haben, sonst wären wir gleich noch für ein paar Tage an den See gefahren. Dieser „Termindruck“ ist manchmal echt schrecklich!

Am Eingang vom Visitor-Center durchlaufen wir einen Security Check wie am Flughafen, mit allem drum und dran. Kein Essen, kein Trinken bzw. nur Wasser darf mit. Heißt für uns: Wieder ins Freie, unsere original verpackten Müsliriegel hinunterschlingen und mit dem O-Saft nachspülen. Dann nochmal anstehen und erneuter Security Check. Endlich am Schalter kaufen wir für 15$/Pers. die Tickets zur Besichtigung der Turbinenhallen des Damms. Wie üblich hier bei Touristenattraktionen wird die Meute zu Beginn in einen Kinosaal verfrachtet: Zuerst ein informativer Film zum Bau des Damms und der Historie, danach Einteilung in verschiedene Gruppen mit Führer. Mit dem Aufzug geht es rasant in die Tiefe. Der erste Halt ist in dem Seitenstollen, in dem sich die riesigen Wasserrohre befinden, durch die das Wasser von den Ansaugtürmen zu den Turbinen rauscht. 1935 als der Dammbau begann, gab es keine Möglichkeit, solch riesige Rohrsegmente zu transportieren, so dass direkt an der Baustelle ein Stahlwerk errichtet werden musste, um die Segmente direkt vor Ort herzustellen. Der Colorado wurde durch zwei seitliche Tunnel (erstes Bild: die beiden orange farbigen äußersten Stränge) an der eigentlichen Baustelle vorbei geleitet, bevor die erste Tonne Beton gegossen werden konnte. Der Beton musste mit einem immensen Aufwand gekühlt werden, sonst hätte die Menge des verbauten Betons knappe 100 Jahre zum Abkühlen benötigt. Nur so war es überhaupt möglich, diese enormen Mengen Beton als Baumaterial zu verwenden – 2,6 Mio. Kubikmeter! Ein Modell im Visitor-Center dient zur besseren Veranschaulichung dieses Mega-Projektes: Dammdicke an der Basis 201,2m / Oben nur 13,7 m / Höhe 221,3 m / Länge 379,2 m.

Die Turbinenhallen sind ungefähr so lang wie der Damm unten dick ist. Wir stehen in der Turbinenhalle und jetzt sind all die Fakten nicht einfach nur mehr bloße Zahlen, sondern real, gigantisch, total beeindruckend. Da die Turbinenlaufräder regelmäßig gewartet und auch ausgetauscht werden müssen, dient eines davon als Anschauungsobjekt. Ein kurzer Vortrag mit Fragerunde, leider in einem üblen, anstrengenden Slang, dann geht's wieder zurück durch den Felstunnel zum Aufzug. „Pleeeease follow meeee!“ Zweispurig im Tunnel – die einen rein, die andern raus. Hat an so einem Sonntag schon etwas von Massenabfertigung - Blööööök.

Am Schluss der Tour im Visitor-Center noch die Dauerausstellung mit Modell, Risszeichnungen und Erläuterungen. Interessant und sehr informativ. Dann noch auf die Aussichtsplattform in der prallen Sonne, im Ticketpreis enthalten. Die Sonne brennt für Ende März schon recht heftig; man muss am Metallgeländer schon aufpassen, dass man sich nicht die Finger verbrennt. Haben zuerst über die Warntafeln gelächelt, sind aber eines Besseren belehrt worden – heissssssssss (da kannst im Juli drauf grillen). Von hier aus nochmal ein gigantischer Blick auf die Mauer und in die Tiefe.

Bevor wir nach Las Vegas reinfahren, wollen wir auf dem Campground der Lake Mead National Recreation Area (kostnix mit dem Beautiful-Pass) Trinkwasser tanken und Grauwasser loswerden. Artig beim Host nachgefragt: Kein Problem, bei der dumping station gibt es auch gutes Frischwasser. Super! Als wir dann später am Visitor-Center der NRA vorbeifahren, sehen wir auf dem Parkplatz das Mobil von Roswitha&Klaus stehen. Wir freuen uns, dass wir uns nun doch nochmal treffen und bedauern erneut, für heute Abend die Karten fürs die Show gekauft zu haben. Wir wären gerne ein paar Tage mit an den See gefahren. So wird es nun wohl doch ein finaler Abschied, trennen sich unsere Wege in andere Richtungen.

Auf dem Highway raus aus den Bergen, runter ins Tal nach Las Vegas. Schon von weitem zu sehen die Casino-Hotelburgen entlang des Strips in Downtown. Zehnspurig, damit ja auch alle Platz haben. Auf unserem Weg zum Treasure Island kommen wir bereits an einigen bekannten Palästen vorbei, wie z.B. dem Mandalay Bay, Luxor und New York, New York. Auf den riesigen Werbetafel leicht zu erkennen, welcher Palast welche Dauershow im Programm hat. Auf der anderen Seite der Autobahn, sozusagen in dritter Reihe vom Strip aus gesehen, entstehen die nächsten phantastischen Casinos, Hotelburgen, Vergnügungszentren.

Kurz vor dem Ziel wird der Verkehr noch richtig dick. Wenn wir einfach unserem Vordermann zur Quelle folgen, nehmen wir das hinterher sicher gelassener!

In Las Vegas gibt es den einen oder anderen kostenlosen Parkplatz, weil wir jedoch heute Tickets für die Cirque du Soleil-Show haben, parken wir auf dem RV-Parkplatz direkt hinter dem Casino ein, 15$/24h relativ ruhig und nichts los. Nur 5 Min. bis zum Schalter, Tickets abholen, erstehen noch T-Shirts passend zur Show, ein kurzer Blick auf den Strip, dann zurück zum Moppel, um noch etwas auszuruhen. Das Treasure Island liegt ungefähr auf der Hälfte des Strips in direkter Nachbarschaft zum Trump Tower, dem Wynn-Casino, dem Venetian und dem Mirage. Vor dem Mirage entdecken wir das Denkmal, das Siegfried und Roy gesetzt wurde, weil sie mit ihrer Tigershow das Bild von Las Vegas von Grund auf geändert haben. Sie haben mit ihrer ganz speziellen Show das Bild von Las Vegas verwandelt, von einer Zockerstadt in ein Familienausflugsziel. Und alle Casinos haben inzwischen nachgezogen mit Dauershows von Magie (David Copperfield), über Musik (Cèline Dion) bis hin zu fantastischer Akrobatik wie z.B. Cirque du Soleil mit gleich 4 verschiedenen Shows in unterschiedlichen Casinos, und und und. Das Glücksspielgeschäft rückt mehr und mehr aus dem Blick des kritischen Betrachters. Man wähnt sich eher in einer Phantasiewelt von Walt Disney als im harten Geschäft um Zocker-Millionen bzw. -Milliarden. Die Bank gewinnt immer!

Jetzt sind wir gespannt auf die Show heute Abend. Vor ein paar Jahren besuchten wir die Cirque du Soleil Show „Varekai“ in München in der Olympiahalle. Hat uns super gefallen.

Kurz vorne weg: Die Show „Mystère“ ist der Hammer gewesen! 1,5h Gänsehaut! Geniale Akrobatik, tolle Live-Musik und Sirenen-Gesang, stimmige Lightshow, und die Kostüme erst - fantastisch! Alles in greifbarer Nähe, wir sitzen mittendrin im Geschehen: Action vor uns, hinter uns und über uns, phänomenal. Allein deswegen hat sich für uns Las Vegas gelohnt. Vielleicht kommen wir ja nochmals hierher, irgendwann, besuchen eine andere Show?! Weil es so schön gewesen ist, aber besonders für uns als Erinnerung, folgt eine größere Anzahl von Bildern zu dieser Show.

Die Wartezeit bis zum Start der Show wird durch den älteren, wuschelhaarigen Pausenclown kurzweilig überbrückt. Er taucht immer wieder als Störenfried und während der Umbaupausen auf, macht Laune und ist der König für all die Kinder im Saal. Außer ihm ein Riesenbaby, sucht sich einen x-beliebigen Papi im Publikum aus, der natürlich immer wieder für Späße herhalten muss. Als es losgeht, wissen wir gar nicht, wo wir zuerst hinsehen sollen. Auf der Bühne, hinter uns und über uns Tänzer und Akrobaten, schwebende riesige Trommeln, Tänzer an Seilen fliegen scheinbar mühelos durch die Luft.... Akrobatik am Boden, an Stangen, an Seilen, am Trapez. Nicht nur uns stockt ab und zu der Atem. WunderWunderschöne Kostüme. Atemberaubend. Wir sind begeistert.

Nachdem die Show vorbei ist, gehen wir auf den Strip und auf die Wanderung vorbei an den Casinos bekannt durch Filme und Fernsehen. Marions Favorit ist das Venetian mit Campanile, Rialtobrücke und Dogenpalast. Um 22 Uhr kommen wir stehen wir vor dem Mirage, pünktlich zur letzten Vulkanshow für diesen Abend.

Und kaum am Mirage vorbei sind wir schon in Rom. Eine riesige LED-Wand kündigt Caesars Palace an – als ob er zu übersehen wäre mit all seinen Statuen, Springbrunnen, 1000 Säulen und Trevi-Brunnen. Und auf der anderen Straßenseite: Paris. Auch in diesem Eiffelturm befindet sich ein Aufzug.

So, wie der Amerikaner es von seinem dreiwöchigen Europaurlaub gewöhnt ist: Alles ist um die Ecke.

Gleich nach Caesars Palace eine von vielen Luxuseinkaufsmeilen. Hier kann Frau/Mann all die schönen unnötigen teuren Dinge kaufen, für die 'normales' Taschengeld definitiv nicht ausreicht. Schickimicki, sehr reich oder gerade im Casino gewonnen. Tiffanys, Prada, Dior, Versace, Louis Vuitton …. Wie ein Bummel im Zentrum von Mailand.

Dann das Bellagio. Auf jeden Fall sehenswert, alleine schon wegen der aufwändigen riesigen Glasblumen an der Hallendecke in der Rezeption. Bevor man zu den Spielsälen und Restaurants kommt wandelt man durch einen japanischen Garten.

Besuchermagnet Nr.1 sind die Wasserspiele im See vor dem Bellagio. Hier wird zu Musik aus unzähligen Lautsprechern Wasser mit Hochdruck aus Düsen in den nächtlichen Himmel gepresst. Ist nett anzusehen, aber die Wasserspiele in den Gärten von Dupont waren besser. Das waren Wasserspiele in absoluter Perfektion, die wir mit Sibylle und Bernhard während unseres Besuchs in Kennett Square gesehen haben. Wenn man sich überlegt, wie hoch die Grundstückspreise in der Mitte des Strips sind, und wie viel alleine der See Wert sein muss, wird uns schwindlig. Jeder Quadratmeter wird genutzt, weil so teuer, und hier wird verschwenderisch ein See zur Belustigung unterhalten. Anyways, über Geld spricht man nicht. Hier haben definitiv viiiiiiele genug davon.

Vorbei am Hardrock Cafe geht es nach New York.

Das Excalibur, sieht eher wie Cinderella's Schloss aus, nicht wie Camelot. Aber in einem großen Turnierzelt kann man hier mehrfach am Tag an 1,5-stündigen Turnieren teilnehmen.

Der Abschluss unserer Wanderung ist das Luxor mit seiner Mega-Pyramide, die innen hohl ist, an der Basis die Spielsäle und Restaurants und die Hotelzimmer in den schrägen Wänden. Nachts strahlt aus der Spitze ein Scheinwerfer zu den Sternen, damit die Goa'uld (Stargate) wissen, wo sie landen und andocken müssen. Der Strahl lockt Schwärme von Nachtfaltern an, die solange in der Lichtsäule tanzen bis sie blind zu Boden torkeln.

Inzwischen ist es schon nach 24 Uhr und die Füße sind platt. Taxi und Busfahren auf kurze Strecken sind sauteuer, also wandern wir den Strip wieder zurück, auch wenn Marion mit dieser Entscheidung nicht ganz einverstanden ist. Irgendwann sind wir dann doch wieder zu Hause und total am Ende. Ohne weitere Worte geht’s ins Bett. Ojemine, tun mir die Füße weh!

Morgen früh bleiben wir sicher lang in den Federn, und da wir u.E. eigentlich alles gesehen haben, bleiben wir auch nicht länger in Las Vegas. Spiel-Geld haben wir nicht übrig - bei Mindesteinsätzen von 15$ an den Spieltischen, ist man nach 30 Min. arm. Die elektronischen Kisten (einarmige Banditen gibt es nicht mehr) haben inzwischen Schlitze für Dollarnoten bzw. Kreditkarten. Brauchst du zuerst eine Einweisung. Alles nichts für uns. Wir haben Las Vegas gesehen, eine tolle Show erlebt, die Casinos in ihrem besten Licht bei Nacht gesehen. Das reicht für eine Weile!

 

Übernachtungsplatz:

RV-Parking Treasure Island, Las Vegas, GPS: 36.123646 , -115.176818, 15$/24h, relativ ruhig, nur 5min Entfernung zum Strip

 

 

Mo. 25.03.19

 

Nachdem wir uns gestern Abend die volle Packung Las Vegas gegeben haben und nicht vorhaben, Geld zu verspielen oder uns eine weitere Show zu leisten, geht es heute nach ausgiebigem und in die Länge gezogenen Frühstück wieder auf die Piste und zwar in Richtung Death Valley. Welch größeren Kontrast kann es geben? Wie Tag und Nacht. Wolkenkratzer, LED-Werbung überall, Menschenmassen, Lärm und dagegen Wüste, Dunkelheit, Sternenhimmel, Stille.

Standesgemäß verlassen wir Las Vegas, in dem wir mit unserem Moppel einmal den Strip abfahren und all die Casinos bei Tage nochmal kurz anschauen. 2 Baustellen und etwas Stau geben uns Zeit, alles nochmal in Ruhe zu betrachten. Außerhalb Downtown, viele Meilen außerhalb, wächst die Stadt unaufhörlich. Egal, wo man hinsieht, werden Siedlungen mit viel Holz in Leichtbauweise aus dem Boden gestampft. Die Grundstückspreise sind bestimmt ganz schön happig, Haus an Haus, kaum Platz drum herum, aber Las Vegas und die schneebedeckten Spring Mountains direkt vor der Haustüre.

Richtung Westen müssen wir auf jeden Fall durch bzw. über diese Berge drüber. Da muss unser Moppel wieder schwer arbeiten.

So steil wie es hoch ging, geht’s auf der anderen Seite wieder hinunter, ins Pahrump Valley, von wo aus wir nordwestlich Richtung Death Valley Junction fahren. In Pahrump machen wir Pause. An der Coin Laundry erfahren wir, dass das Örtchen wohl ein Mekka für Überwinterer ist. Hm, könnte netter sein, ziemlich öde hier. Weiter geht’s ins Nirgendwo. Und irgendwo zwischen Nirgendwo und Death Valley Junction überqueren wir die Staatsgrenze von Nevada nach Kalifornien. Völlig unspektakulär. Kein Visitor-Center, kein frisch gepresster Orangensaft.

 

California – The Golden State

 

Auch wenn wir an der einsamen Kreuzung das Schild nicht gesehen hätten, wüssten wir, dass wir uns unserem Ziel nähern: Salz verkrustete, fast vegetationslose Ebenen.

Der Nachmittag geht langsam in den Abend über und wir 'reiten' der untergehenden Sonne am Horizont entgegen. - P: Echt kitschig, wenn es nicht so blenden würde. M: Schööööön!

Bevor wir den Death Valley NP erreichen, schwenken wir auf einen ehemaligen frei zugänglichen Campground mitten in der Pampa ein. Ein paar ebene Betonplatten und aus Steinen aufgeschichtete Feuerstellen gibt es noch, sonst nichts. Umsonst und ungestört mit viel Freiraum stehen mit tollem Blick rüber zu den Bergen. Passt.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen kurz vor Death Valley NP auf ehemaligem Campground, GPS: 36.337696 , -116.604104, sehr ruhig, viel Platz, kein Netz, sehr empfehlenswert

 

 

Di. 26.03.19

 

Las Vegas' Trubel hinter uns gelassen, tauchen wir heute in die lebensfeindliche, heiße Natur im Death Valley ein. Sich hier später als im April/Mai aufzuhalten, grenzt schon an Selbstkasteiung. Bereits im März liegt die Durchschnittstemperatur bei 89°F/~32°C. Im Moment zeigt das Thermometer 93°F/~34°C an, morgens um 10 Uhr – sozusagen noch eine 'angenehme' Temperatur, eher noch kühl.

Über eine knapp 20 km lange Anfahrt erklimmen wir den Parkplatz am Dantes View. Von hier oben aus haben wir einen gigantischen Blick über das ganze „Tal des Todes“ mit seinem fast ausgetrockneten Salzsee und den gegenüberliegenden Bergen, der Panamint Range mit Telescope Hill als höchste Erhebung (11050 ft = 3368m). Ganz tief unten, schwach zu erkennen der Fußweg vom Badwater-Pool raus in die Salzfläche, unser nächstes Etappenziel. Ein kurzer Fußmarsch auf die Spitze des Hügels und die Rundumsicht genießen. Hier oben kann man noch eine Jacke wegen des Windes vertragen.

Auf dem Weg runter ins Tal kommen wir an einer Borax-Mine vorbei, wo Mineralien aus der vulkanischen Vergangenheit abgebaut werden. Ein Stück weiter wollen wir den 20 Mule Team Canyon befahren, bekannt für seine farbenprächtigen Schluchtenwände, aber auch wegen der rough gravelroad, nicht für alle Autos geeignet. Leider ist die Schranke geschlossen als wir einschwenken. Das Winteraufräumteam der Parkverwaltung ist hier noch nicht vorbeigekommen. Die Jungs sind gerade damit beschäftigt, die Straße hoch zu Dantes View auszubessern, Frostschäden beseitigen und mit flüssigem Teer ausgießen. Dann eben nicht, schade.

Weiter zum Zabriskie Point, der ganz in der Nähe ist und problemlos auch für Gehbehinderte erklimmbar. Vom Aussichtspunkt ein toller Rundblick in die durch Erosion geschaffenen Landschaftsformen und freigelegten Farbschattierungen. Wer Lust hat kann auch einige Trails in die Umgebung machen bzw. die Hügel rauf wandern. Uns ist es inzwischen schon zu warm und wir wollen ja noch einige weitere Ziele ansteuern.

Wem es noch nicht aufgefallen ist, sieht spätestens jetzt, dass das Death Valley aus viel farbigem Gestein besteht, eine Landschaft malträtiert über Jahrtausende durch Wind und Wetter. Beim Sortieren der vielen Bilder stellen wir immer wieder fest, dass viele Motive sich ähneln. Aber mit dem Finger auf dem Auslöser und mitten drin im Geschehen, entdeckt man dauernd neue völlig andere Sichten aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Also nicht verzweifeln, wenn es ein paar Bilder mehr sind. Viele sind zu unserer persönlichen Erinnerung. Einige davon lassen bestimmt die Frage aufkommen: Sieht das nicht alles gleich aus?

Am Death Valley Inn, das mit seinen Palmengärten (absolut surreal inmitten des Death Valley) genau auf Meereshöhe liegt, zweigt die Straße nach Süden zum Badwater-Pool ab. Wir kommen auf der Fahrt in die 'Tiefe' (immerhin 85,5m) am Golden Canyon und dem Artists Palette Drive vorbei, beides erkunden wir erst auf der Rückfahrt.

282 ft / 85,5m unter NN-Meereshöhe, einer der tiefsten Land-Punkte der Erde. Irgendwo an der Felswand befindet sich eine Markierung NN-Meereshöhe, man sieht sie kaum. Direkt am Badwater-Pool ist der große Parkplatz schon gut gefüllt. Die meisten Besucher wandern die 3 km raus auf den Salzsee, um von dort aus ein paar grelle Bilder der Salzkruste zu machen. Da wir in den Anden den großen Salzsee befahren wollen, sparen wir uns diese zeitraubende Wanderung in der Hitze, machen nur ein paar Fotos. In der Nähe des Bitterwasser-Pools gut zu sehen, wie der Salz getränkte Boden durch immer wiederkehrende Nässe bzw. Verdunstung aufgebrochen ist. Weiter oben an der Straße gibt es ein riesiges Feld dieser speziellen Form der Verkrustung, nennt sich Devil's Golf Course. Genau dasselbe wie hier am Badwater-Pool.

Auf der Straße zurück Richtung Death Valley Inn biegen wir rechts ab auf den frisch geteerten One-Way-Loop Artists Palette Drive. Diese Strecke zieht sich über 9Meilen/15km durch die farbenprächtigste Landschaft des gesamten Death Valley. Vor 5 Mio. Jahren trieb hier ein Vulkan sein Unwesen und bedeckte die Landschaft mit Unmengen an Asche, unterschiedlichsten Mineralien und, wie man auf dem letzten Bild sehen kann, mit scharfkantigen Lava-Schrapnellen. Durch Erosion und Oxidationsprozesse entstanden dann die farbigen Mineralienablagerungen: Eisen als roter Hämatit, Aluminium-, Magnesium-, Titanoxide bzw. Silicate. Das grüne ist nicht Kupfer, wie zuerst vermutet, sondern Chlorit, eine Gruppe der Schichtsilicate, (Achtung, jetzt wird’s chemisch:) bezeichnet mit der allgemeinen Formel (Fe, Mg, Al, Zn)₆(Si, Al)₄O₁₀(OH)₈. Zurück zu den Bildern: Einfach in Ruhe betrachten, nicht einfach nur durchscrollen, sondern sich die Szenerie in Natura vorstellen.

Als letzter Punkt auf der heutigen Liste steht der Golden Canyon. Eigentlich ist der Kopfspeicher schon voll, aber mit etwas Bewegung wird es vielleicht wieder besser. In der Sonne recht heiß, hoffen wir auf etwas Schatten im Canyon. Dies trifft nur teilweise zu, aber wir wollen sowieso nicht den Halbtagestrail gehen, sondern nur mal ein gutes Stück rein und dann wieder zurück. Wie immer ist es toll, direkt drin in der Formation zu stehen. Es geht nur leicht bergan, aber irgendwann beschließt M, dass es reicht, stellt sich in den Schatten und wartet. P geht noch ein Stück weiter bis hinter die nächsten drei Biegungen, stellt aber schnell fest, dass es keine weiteren lohnenswerten Motive gibt und kehrt ebenfalls um. Gemeinsam marschieren wir wieder zurück, entdecken noch die schönen Calcitkristalle in den Nischen im Fels, und nach einem kurzen Smalltalk mit einem Pärchen aus Portland (awesome rig – we love it) fahren wir weiter.

Für heute ist es genug. Wir stoppen noch am Visitor-Center, informieren uns über dumping und Frischwassertankmöglichkeiten (ist kostenlos am Campground zugänglich), und erfahren außerdem, dass die beiden ebenfalls kostenlosen campgrounds im westlichen Teil des NPs noch geschlossen sind. Gut, dass wir nachgefragt haben, sonst wären wir noch 70km gefahren, um dann vor verschlossener Schranke zu stehen.

Im iOverlander werden in der Nähe zwei Plätze abseits der Straße beschrieben, die wir mal ansteuern. Ein Schild weist daraufhin, dass mindestens 1 Meile ins Gelände gefahren werden muss, bevor man campieren darf. Also machen wir uns auf dem steinigen Weg steil den Berghang hinauf und probieren den einen oder anderen „Platz“ aus, ob wir dort einigermaßen eben über Nacht stehen können. Vor, zurück, vor, zurück, mit einigem hin und her Rangieren kriegen wir das auch so lala hin und haben von hier oben aus einen herrlichen Blick hinunter ins Valley bzw. rüber zu den Formationen des 20 Mule Team Canyon und Zabriskie Point.

Es ist zwar etwas windig, aber solange die Sonne noch scheint duschen wir noch schnell ab. Kaum fertig, fahren mindestens noch 20 Autos mit potentiellen Übernachtern an uns vorbei und versuchen ihr Glück weiter oben am Berg, bevor die Sonne ganz untergegangen ist.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen im Death Valley NP, GPS: 36.443763 , -116.806492, raue Schotterpiste, kein Netz, sehr empfehlenswert

 

 

Mi. 27.03.19

 

Noch etwas frisch heute Morgen. Aber der Tag wird wieder sonnig und hier im Valley sicherlich wieder mollig warm. Die Sicht so früh am Morgen ist noch sehr gut. Wir können bis zum Telescop Peak sehen und ganz im Westen bis zu den Ausläufern der großen Salzfläche im Tal.

Wir füllen nochmal unsere Wasservorräte auf an der kostenfreien Station gegenüber dem Visitor-Center, bevor wir das Death Valley heute in westlicher Richtung verlassen. Die Straße auf der Westseite windet sich genauso durch die unterschiedlichsten Formationen (ähnlich den Bildern von gestern). Die Salzablagerungen in einem Areal sehen aus wie Schnee, nur die Außentemperatur passt irgendwie nicht.

Auf der Straße zu den Mesquite Flat Dunes (begehbare hohe Sanddünen, wie am Meer) durchqueren wir ein Gebiet voll Sandhöcker besetzt mit einem Strauch – nennt sich 'Devil's Field'. Der Wind bläst rundherum das Erdreich weg und nur die Wurzeln des Strauches halten den Sandhöcker. Hier sieht man live, wie wichtig eine möglichst geschlossene Pflanzendecke ist, sonst ist der Boden schutzlos der Erosion ausgesetzt.

Die Dünen sind nicht gerade klein, wie man anhand der darauf herumwandernden Menschen ermessen kann. Wir wollen heute aber noch ein gutes Stück fahren, haben schon einige große Dünen (Marokko, Südfrankreich und kürzlich auch die White Sands) gesehen bzw. erstiegen, und es ist schon wieder gut warm, so dass wir nach einem kurzen Fotostopp wieder Gas geben.

Auf der Ostseite kommt man sehr zügig und relativ steil in den Death Valley NP rein, auf der Westseite zieht sich die Straße ewig die Berge (Panamint Range) hoch, bevor man ins anschließende Tal abfahren kann. Jetzt darf der Moppel wieder abkühlen. Wir durchqueren diese weitere Talsenke, die an Größe und Breite dem Death Valley in nichts nachsteht, in zügigem Tempo. Hier gibt es keinen tiefliegenden Salzsee, sondern nur ein breites Sandband. Von oben interessant, aus der Nähe eher unspektakulär. Zwischendurch muss ich/P mal wieder den 27iger zücken, da der Druck in den Tanks wieder abfällt. Nach einer Minute ist das Problem beseitigt und es geht wieder weiter. Auch der Druck in den Ohren muss immer mal wieder durch kräftiges Trockenschlucken ausgeglichen werden, weil wir doch recht schnell zwischen fast 0m NN und ca. 1511m, wie am Towne Pass, rauf und runter fahren.

Richtung Alabama Hills bei Lone Pine, unser heutiges Ziel, kommen wir am Owen Lake vorbei bzw. fahren quer durch. Zuerst wollen wir einem der angelegten Dämme zwischen den großen Salzwasserbecken folgen, um die durch Rotalgen farbigen Tümpel zu photographieren bzw. zur wie wir vermuten Salzgewinnung vordringen. Aber je weiter wir in das Gebiet hineinfahren, desto rätselhafter wird es. Wir sehen mächtige Druckleitungen und Pumpenanlagen. In den einzelnen Becken sehen wir Stäbe mit Sprinklerdüsen obendrauf.

Als wir an einer solchen Anlage einen Techniker im Auto sehen, halten wir an und fragen nach, ob wir auf diesem Weg durch den See auch auf der anderen Seite Richtung Lone Pine wieder rauskommen oder ob wir umdrehen müssen. Er gibt uns einen farbigen Lageplan mit den ganzen Anlagen und den eingezeichneten Wegen und meint, wir können ruhig weiterfahren und kommen am anderen Ende richtig raus. Er löst auch gleich die restlichen Rätsel auf: Hier wird kein Salz gewonnen, sondern das brackige Wasser aus dem mittlerweile sehr geschrumpften Owen Lake auf der Ostseite wird durch die Druckleitungen und Düsen in den Becken verteilt, um damit Sandstürme und Windhosen zu vermeiden. Muss wohl ein richtiges Problem sein, wenn man den ganzen Aufwand hierfür betrachtet.

In einiger Entfernung sehen wir solch eine sandbeladene Windhose und haben jetzt ein besseres Bild davon, was verhindert werden soll. Als wir aus dem „See“ wieder hinausfahren, sehen wir auch eine Erläuterungstafel, wobei wir unsere Blicke schon eine Weile nicht mehr von den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada lösen können.

In Lone Pine, einem kleinen Städtchen, das komplett auf den Tourismus in Zusammenhang mit den Alabama Hills, der Sierra Nevada bzw. dem Mount Withney (zweithöchster Berg Nordamerikas bzw. höchster außerhalb Alaskas) ausgerichtet ist, biegen wir an der einzigen Ampel nach links ab und erklimmen die Steigungen hoch zu den Alabama Hills, die der Sierra Nevada vorgelagert sind.

Die Hills sind durch Jahrtausende Erosion freigelegte, abgerundete Sandsteinfelsen. Das ganze Gelände ist kostenlos nutzbares recreation land. Die Wege und Plätze im Gelände sind markiert und man muss darauf achten, dass man auch nur dort unterwegs ist wo erlaubt und man nicht aus Versehen in der geschützten Vegetation herumläuft. Diese hat es in dieser nährstoffarmen und wettergeprüften Umgebung nicht leicht und ist daher schnell niedergemacht. Wir müssen allerdings in den nächsten Tagen feststellen, dass Touristen sich zumeist höchst penibel an die Anweisungen halten, die Einheimischen dagegen sehr großzügig damit umgehen. Da wird auch schon mal der Anhänger einfach über die Absperrung rüberkutschiert, dann das Lagerfeuer großzügig neben den Dirtbikes und dem Grill entzündet. Dem kontrollierenden Ranger am nächsten Tag bleibt nur noch, kopfschüttelnd Beweisbilder zu machen und mit einem Rechen den schlimmsten Schaden zu beheben. Unverständlicherweise bleibt der Verursacher unbehelligt und nach notdürftiger Reparatur zieht der Ranger ohne Kommentar wieder ab. Verstehe wer will, aber es ist schade, dass das Verständnis für eine schützenswerte Natur in der hiesigen Kultur doch sehr unterentwickelt ist. Dies hier ist nicht das erste Mal, dass wir derartiges beobachten konnten. Vielleicht liegt es daran, dass wir aus einem Land mit sehr beengten Verhältnissen kommen und nicht in endloser Weite aufgewachsen sind und daher auch diese vergleichsweise kleinen Nadelstiche in Mutter Natur anders bewerten.

Wir finden ein nettes einsames Plätzchen mit Blick auf die Sierra Nevada und ziehen uns für heute, wegen abfließender Kaltluft aus der Sierra, in unseren warmen Moppel zurück.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen in den Alabama Hills, GPS: 36.621039 , -118.112358, sehr ruhig, keine Lichtverschmutzung, super Sternenhimmel, sehr empfehlenswert

 

 

Do. 28.03.19

 

Wir freuen uns schon auf ein paar Tage Ruhe und Ausspannen, um den Kopf nach Las Vegas und Death Valley wieder etwas frei zu bekommen. Eigentlich steht heute nichts an, nur etwas die Gegend rund um den Moppel erkunden und das sonnige Wetter mit Blick auf die Sierra Nevada genießen. Dieser Platz ist von der Aussicht her einer der tollsten Plätze bisher. An diesem Panorama kann man sich nicht sattsehen.

Aber da ist ja noch die Liste mit den vielen kleinen Reparaturen im Hinterkopf und eigentlich ist es auch wieder Zeit zum Abschmieren. Und kaum angefangen mit der Wurschtlerei, geht der Tag wie durch Zauberei auch schon wieder zur Neige. Noch eine schnelle Außendusche bevor die Sonne wieder hinter der Sierra verschwindet und die Wärme mitnimmt. Nach dem Abendessen mit einem guten Gefühl eines erfüllten Tages und einer sehr geschrumpften Reparatur-Liste geht es in die warmen Federn.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen in den Alabama Hills, GPS: 36.621039 , -118.112358, sehr ruhig, keine Lichtverschmutzung, super Sternenhimmel, sehr empfehlenswert

 

 

Fr. 29.03.19

 

Nachdem wir gestern so fleißig waren, ist heute wirklich ein Relaxtag angesagt. Wie wir so vor dem Haus sitzen und unseren kleinen Hausberg vor uns betrachten, denken wir, man müsste doch einfach mal hochklettern und die Aussicht über die Hills von dort oben genießen bzw. das volle Panorama auf die Sierra Nevada. Gesagt getan. Unterwegs werden wieder mal reichlich Blümchen und endlich auch einer der Tausenden Schmetterlinge (leider alles nur von der Art „Kleiner Fuchs“) auf den Chip gebannt. Oben angekommen sitzen wir mit einem Mega-WOW auf den Lippen über eine Stunde auf der Hügelspitze und lassen die ganze Breite der schneebedeckten Gipfel auf uns wirken. Echt der Hammer!

Uns wird wieder einmal bewusst, was für ein riesiges Glück wir haben, all diese tollen Erlebnisse, Ausblicke bzw. diese gigantische Natur genießen und erfahren zu dürfen. Bisher möchten wir keinen einzigen unserer Reisetage missen .....

Und Netz haben wir hier oben auch noch! Gleich ein paar tolle Fotos in die weite Welt schicken.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen in den Alabama Hills, GPS: 36.621039 , -118.112358, sehr ruhig, keine Lichtverschmutzung, super Sternenhimmel, sehr empfehlenswert

 

 

Sa. 30.03.19

 

Da unser Abwassertank sich füllt und auch mal wieder Frischwasser aufgefüllt werden sollte, fahren wir zum Tuttle Creek Campground in der Nähe.

Auf dem Weg dorthin, zurück durch das Wegenetz in den Alabama Hills, machen wir noch einen Stopp am Möbius Arches Trail. Dies ist ein schöner halbstündiger Spaziergang durch die Felsen vorbei an einem der größten Bögen in den Hills. Auch hier gibt es wieder einiges an Blümchen und Tiere zu sehen. Wie gestern schon beschrieben schwirren hier Tausende von Schmetterlingen herum. Bei jedem Schritt löst man eine kleine Erschütterung aus und eine Wolke der Flatterlinge steigt auf. Ich/P hab's probiert, aber es ist nicht gut auf ein Bild zu bannen, daher nur einer von denen, die lange genug sitzengeblieben sind.

Dumpen kostet 5$ auf dem Campground und übernachten nochmal 5$, dafür haben wir dann auch einen Frischwasserhahn in der Nähe. Wir entschließen uns kurzfristig, eine Nacht stehen zu bleiben, da auch das Internet hier funktioniert und wir noch näher an der Sierra stehen. In die andere Richtung haben wir einen guten Blick auf den Lake Owen mit seinen Salzbecken, den wir ja erst vor wenigen Tagen durchquert haben.

 

Übernachtungsplatz:

Tuttle Creek Campground, Alabama Hills, GPS: 36.565298 , -118.128281, tolle Plätze mit Trinkwasserhahn in der Nähe, Winter 5$ /Sommer 8$, dumpen 5$, tolle Rundumszenerie, ruhig, um diese Jahreszeit direkt unterhalb der Sierra Nevada nachts recht frisch.

 

 

So. 31.03.19

 

Sonntagmorgen zum Frühstück ist wieder Skype-Time mit der Heimat, wo es ja schon 9 Stunden später ist. Später nach dem Dumpen und Wassertanken wollen wir erst mal in die Sierra hochfahren und zwar auf der Straße, die zum Mount Whitney Trailhead / Basisplatz führt. Ab hier geht es dann hoch auf den Gipfel. Der Aufstieg soll jetzt nicht sehr kompliziert aber halt anstrengend sein, 2 Tage. Bei den zur Zeit noch vorhandenen Schneemassen ist wahrscheinlich noch niemand unterwegs. Vom Trailhead soll man einen tollen Blick auf den zweithöchsten Berg von Nordamerika haben. Wir quälen also unseren Moppel 8km steil den Berg hoch und als es richtig spannend und in die Vorberge reingehen soll, ist die Straße weiter hoch noch gesperrt. Grmpf – Das hätte man auch weiter unten hinschreiben können. Dann hätten wir nicht so viel Zeit und Sprit kaputt gemacht. Die Aussicht von hier ist jetzt fast so wie von unserem gestrigen Platz auf dem Campground.

Also alles wieder runter und zwar bis ganz nach unten in das Städtchen Lone Pine. Wie schon erwähnt, lebt das Städtchen vom Tourismus, daher werden die alten Fassaden (historisch ....) aufrechterhalten und die Restaurants und Souvenirshops in die Kulisse integriert. Wir bummeln ein bisschen die Straße rauf und runter und als der kleine Hunger kommt, biegen wir ins Bonanza ein, eine mexikanische Kneipe, wo wir überraschenderweise für einen fairen Preis eine leckere Mahlzeit bekommen.

Die Gegend um Lone Pine und die Alabama Hills sind übrigens nicht nur dafür bekannt, dass sie schön sind. Sie dienten inzwischen als Kulisse für über 400 Kinofilme und Serien, u.A. Star Trek – Next Generation und Django Unchained. Durch die Hills führt die Movie Road, eine unbefestigte sehr staubige 'Straße'. Sie führt vorbei an einigen 'Fels-Kulissen'. In Lone Pine gibt es auch ein Film-Museum und ein Kino, in dem vor Ort gedrehte Filme regelmäßig vorgeführt werden.

Heute weiter zu fahren macht keinen Sinn, also fahren wir nochmal in die Hills zurück, auch wenn zwischen den Felsen kein Netz nutzbar ist. Aber für die erste Rohfassung des Tagebuchtextes ist das noch nicht vonnöten. Wir finden nach etwas Suchen einen tollen ruhigen Platz neben einem beeindruckenden Findling und machen es uns erst mal in der Sonne bequem.

Marion hält es natürlich nicht lange und sie geht gleich mal mit der Kamera auf eine ausgedehnte Pirsch. Neben ein paar interessanten Felsformationen erwischt sie noch ganz in der Nähe einen Leguan, der gar nicht so scheu ist, so dass ich in Ruhe dazukommen kann und er sich, zwar Absprung bereit, weiter sonnt. Auch diese Miniausführung ist gerne auf den aufgeheizten Steinen unterwegs.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen in den Alabama Hills, GPS: 36.605425 , -118.118864, sehr ruhig, keine Lichtverschmutzung, super Sternenhimmel, sehr empfehlenswert

 

 

 

Hier wieder die Kartenübersicht der 39. und 40. Woche mit den gewählten Stellplätzen:

USA_2019_Maerz_2

 

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