Fr 28.08.09 Tag 9:

Nachdem wir gestern die Agrarwirtschaft in voller Breite erkundet haben, geht es heute um Vulkane. Die meisten Touristen besteigen den Mount Bromo, um wie in einer Mondlandschaft zu wandern, besonders da der Aufstieg einfach ist. Wir haben uns für den Mount Ijen entschieden, denn hier trifft man auf die Schwefelträger, die direkt unten im Vulkanschlot den austretenden und erkalteten Schwefel brechen und diesen in Bambustragekörben zuerst hoch, aus dem Schlot hinaus, und dann weit hinunter ins Tal transportieren.

Leider sind Marion und Oli nicht dabei. Sie haben sich eine heftige Magen-Darm-Verstimmung eingefangen. Wir anderen müssen mit dem Taxi ca. 80 km nach Osten fahren. Unterwegs machen wir einen Boxenstopp an einem Restaurant, das auch einen Gebetsraum besitzt. Unser Guide ist Muslim und, wegen Ramadan, absolviert er jetzt hier seine Mittagsgebete.
Je näher wir dem Vulkan kommen desto weniger werden die Plantagen, die Vegetation wird wilder und ist durchsetzt mit Blüten aller Art. Auch der Straßenzustand wird bei der Anfahrt von der Basis des Berges bis zum Wanderparkplatz immer schlechter, sodass der Fahrer nur noch vorsichtig im Schritttempo fahren kann.

Der Anstieg ist recht steil und schweißtreibend trotzdem es noch relativ früh ist und noch nicht ganz so heiß. Unterwegs treffen wir immer wieder auf absteigende Schwefelträger. Die erste große Pause machen wir ca. auf der Hälfte des Aufstiegs. Auch die Schwefelträger machen hier eine Pause und so können wir in Ruhe die zum Teil recht großen Schwefelbrocken in Augenschein nehmen. Die Träger bekommen für 1 Korb umgerechnet 3-5 € und können wegen der extremen Anstrengung pro Tag maximal 1 Tour machen. Der gasförmig austretende Schwefel im Inneren des Vulkankegels kühlt ab und bildet an vielen Stellen bizarre Gebilde. Diese versuchen die Träger unterwegs an zahlungskräftige Touristen zu verkaufen. Unterm Strich verdienen sie mit den Touristen deutlich mehr als mit dem Abbau und Transport des Schwefels. Auch wir suchen uns ein paar schöne Stücke aus.

Ab der Mittelstation wird der Weg flacher und geht in Serpentinen um die Bergflanken herum. Immer wieder müssen wir den Weg freimachen, wenn die vollbeladenen Träger, immerhin mit um die 50-70 kg Schwefel jeweils im Korb, in flottem Schritt, nur mit Sandalen oder ausgelatschten Gummistiefeln ausgestattet, den Berg hinab ins Tal marschieren. Oben am Kraterrand empfangen uns nach Schwefel stinkende Wolken, die aus dem Kraterinneren aufsteigen.

Als wir oben am Rand ankommen haben wir endlich einen Blick ins Innere des Schlotes. Hier hat sich über die Jahre, seit dem letzten Ausbruch, aus sich sammelndem Regenwasser und austretenden Schwefelgasen ein See mit konzentrierter Schwefelsäure gebildet.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, zu den Schwefelabbaustellen in den Krater abzusteigen, aber die immer wieder vorbei wehenden Schwefelwolken nehmen uns allen den Atem; man kann die beißende Säure bis tief in die Lunge spüren. Ohne Atemschutzmaske ist es nicht ratsam, dort hinunter zu steigen. Leider ist es das Schicksal dieser jungen Männer, dass sie auf Grund dieser enormen körperlichen Anstrengung und der von der Säure zerfressenen Lunge in frühem Alter invalide werden oder sterben. Leider ist es für sie wohl die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Mit ausgefahrenem Telezoom kann man die Arbeiter unten im Krater als kleine Punkte erkennen, wie sie den erkalteten Schwefel mit Eisenstangen ausbrechen. Sie schützen sich nur mit feuchten Tüchern vor Mund und Nase, weswegen sie sich beeilen müssen, so schnell wie möglich wieder mit ihrer schweren Last aus dem Höllenloch herauszukommen.

Der Schwefel tritt gasförmig mit mehreren hundert Grad aus Fumarolen und kleinen Spalten aus. Um ihn schneller abzukühlen und an einer Stelle in festem Zustand zu gewinnen, stoßen die Arbeiter Eisenrohre in die Spalten und 'ernten' den ausfallenden Schwefel am Ende der Rohre.

Wir versuchen durch dauerndes Hin- und Herwandern den ätzenden Wolken auszuweichen. Auch wenn die Natur es probiert, hier oben am Kraterrand Fuß zu fassen, ist der Vulkan doch der Gewinner und verätzt sämtliche Vegetation.

Nach einer guten Stunde in den Schwefeldämpfen machen wir uns wieder an den Abstieg, der doch deutlich flotter geht. Als wir unten, schon zum Parkplatz, abbiegen wollen, stellen sich Götz und ich/P die Frage, wohin denn die Schwefelbrocken transportiert werden. Wir sagen den anderen Bescheid, dass wir den Trägern noch ein Stück folgen wollen, um zu sehen wo die Reise hingeht.

Schon nach wenigen hundert Metern öffnet sich im dichten Gebüsch ein großer überdachter Platz. Hier befindet sich in der vorderen Hälfte der Lagerplatz für den angelieferten Schwefel, während im hinteren Bereich eine erste Verarbeitung bzw. Reinigung des Produkts stattfindet. Wir fragen beim Vorsteher der Truppe, ob wir mal genauer zuschauen bzw. ob wir Bilder machen dürfen. Auch wenn die Kommunikation nur mit Händen und Füssen von statten geht, da auch der Vorsteher nur eine Handvoll englische Wörter beherrscht, werden wir gestenreich eingeladen, uns alles genau anzuschauen und viele Bilder zu machen.

In großen Eisenkesseln wird der Schwefel, der schon bei 115° C schmilzt, über Holzfeuer geschmolzen und dann flüssig in mehreren Schritten durch Leinentücher gefiltert. Der so gefilterte flüssige Schwefel wird nun mit großen Schöpfkellen auf eine geflieste Fläche geschüttet, wo er in bis zu 1 cm dicken Schichten auskristallisiert. Die Fliesen werden vorab mit Wasser bespritzt und durch die entstehende Verdunstungskälte gekühlt. Der gereinigte und auskristallisierte Schwefel wird in kleine Stücke gebrochen und in Säcke abgefüllt. In einer Fabrik in der Nähe der Küste im Osten wird er weiter aufbereitet, sowohl als Bestandteil von Medikamenten, Lebensmitteln oder für die Reifen- bzw. Gummiindustrie. Wir sind froh, dass wir den Arbeitern gefolgt sind. Mich, als Chemiker, hat die Verarbeitung total fasziniert und so etwas bekommt man normalerweise ja überhaupt nicht zu sehen. Zum Abschied bedanken wir uns sehr herzlich und geben dem Vorsteher eine Handvoll Rupien für Zigaretten für die Arbeiter. Im Gegenzug schenkt er uns noch ein paar schöne Schwefelstücke, die die Arbeiter zum Verkaufen zur Seite gelegt haben. Jetzt haben wir reichlich Schwefel als Souvenir.

Als wir wieder im Hotel ankommen, geht es den beiden Patienten ein bißchen besser. Wir Wanderer nehmen erst mal ein erfrischendes Bad im gefühlten sehr kalten Pool, um den Schwefelgestank loszuwerden. Da die Aussentemperatur weit über 30°C ist kommt einem das 25°C warme Wasser doch recht kalt vor.

Am Abend gehen wir alle nochmal aus zum Essen, auch wenn die Patienten nur vorsichtig testen. Auf dem Markt kaufen wir dicht schließende Plastikdosen für unsere Schwefelstücke, da wir festgestellt haben, dass diese schönen Teilchen weiterhin Schwefelgestank an die Umwelt abgeben. So kommen die Teile nicht ins Gepäck und mit auf die Weiterreise. Also rein in die 'Tupperdose' und in eine separate Tragetasche.

Sa 29.08.09 Tag 10:

Nach dem Frühstück packen wir unsere sieben Sachen zusammen und machen uns abfahrbereit. Wir haben genügend Zeit, um unsere Schätze in Toilettenpapier sicher zu verpacken, im Reiseführer noch einige Infos nachzulesen bzw. Notizen ins Reisetagebuch zu machen. Das Gepäck ist zwar etwas abenteuerlich auf dem Dach festgezurrt, aber es ist ja nicht mein Lack, der zerkratzt wird.

Die heutige Fahrt bringt uns von Java rüber auf die Insel Bali. Es sind zwar nur etwas mehr als 200 km, da wir entweder nördlich oder südlich um das 4-Vulkanemassiv (einer davon ist der Mount Ijen) herumfahren müssen, aber die Straßenverhältnisse bzw. der Verkehr kosten enorm Zeit und auch auf die Fähre müssen wir noch warten.

Heute hat mich/P der Virus erwischt und ich hänge die komplette Strecke wie 'Schippen 7' im Sitz. Auch auf die Mittagspause bzw. Verzehr jeglicher Nahrung verzichte ich und verbringe die Zeit mehr schlecht als recht draußen im Schatten. 

Die Fähre legt pünktlich ab und wir genießen die kurze Überfahrt auf die Insel Bali im frischen Fahrtwind auf dem Oberdeck. Der Rest der Strecke bis zu unserem Strandhotel im Norden der Insel am Lovina Beach ist von den landschaftlichen Eindrücken her ähnlich wie auf Java, allerdings fallen auf der ganzen Strecke die Steinmetzarbeiten auf, die wir so auf Java nicht gesehen haben. Wir haben die mehrheitlich islamisch geprägte Insel Java verlassen und sind jetzt im hinduistisch-buddhistischen Zentrum von Indonesien gelandet.

Wir beziehen unsere tollen Suiten mit direktem Meerblick bzw. Strandzugang.

Zum Sonnenuntergang versammeln wir uns am großen Tisch im Openair-Restaurant-Pavillon und genießen das kühle Feierabend-Bitang-Bier. Nach diesen anstrengenden Tagen auf Java sind wir auf der Urlaubsinsel Bali angekommen. Bali ist für Australien wie für uns Teneriffa. Vor allem der Süden wird von Badetouristen in Hotelburgen überrannt. Da geht es zu wie am Ballermann auf Malle. Das war auch der Grund, warum wir den ruhigen, touristisch noch nicht so erschlossenen Norden ausgesucht haben. Die Strände hier sind nicht korallenweiß, sondern vulkanschwarz, aber das stört beim Baden nicht wirklich.

So 30.08.09 Tag 11:

Heute ist Pausentag angesagt. Frühstück mit gigantischen Blick raus aufs Meer. Kanus mit Auslegern kommen mit Tagestouristen von einer Delphin-Tour im offenen Meer zurück. Baden, Tagebuch schreiben, lesen oder einfach nur im Pool relaxen ..... Was will man mehr?!

 

Später machen wir einen kleinen Ausflug ins angrenzende Dorf, kaufen Früchte als Nachtisch ein und fahren, faul wie wir sind, mit dem Tuk-Tuk zurück ins Hotel. Unterwegs können wir aus der Nähe die tollen Steinmetzarbeiten aus dem dunklen Vulkangestein bewundern.

Helga gönnt sich eine Entspannungsmassage im hoteleigenen Massagesalon. Meine Orchideensämlinge dürfen auch aus der Verpackung und etwas Sonnenlicht tanken.

Nach dem Essen gibt es als Nachtisch die vom Markt geholten exotischen Früchte, besonders die leckeren Mangostine. Bei der fachgerechten Zubereitung der Papaya hilft uns die Hotelangestellte. Zum Abschluss genießen wir die tropische Nacht bei einem chinesischen Tichu-Spiel und 1-2 kalten Bitangs.


 

Mo 31.08.09 Tag 12:

Zum Sonnenaufgang, als außer den Hühnern noch niemand den Strand beansprucht, geht es vor dem Frühstück zu einem erfrischenden Bad ins Meer.

Heute ist mal wieder ein Ausflug angesagt. Wir nehmen uns vorerst die Spots entlang der westlichen Nordküste vor.

Als Erstes besuchen wir den Menjangan Jungle im Nordosten der Insel. Er besteht zum Teil aus Trockenwald voll mit kreischenden Affen und an der Küste aus ausgedehnten Mangrovenwäldern. Vom Parkplatz aus besteigen wir, um uns einen Überblick zu verschaffen den Aussichtsturm, der im Inneren voller Informationen zum Schutzgebiet ist und mit wunderschönen Holzschnitzereien ausgekleidet ist. Von hier oben aus haben wir eine super Sicht nach Java zum Mount Ijen-Massiv mit seiner Wolkendecke.

Wir nehmen uns einen Guide und machen mit diesem und seinem Fernrohr eine ausgedehnte Wanderung durch das Mangrovengebiet. Er zeigt uns die Schlammspringer, eine urtümliche Lebensform zwischen Wasser und Luft. Auch weiß er, wo die großen Baummarder bzw. die Affen ihren Mittagsschlaf machen. Unterwegs sehen wir einige interessante Pflanzen, Blüten und exotisch gewachsene Lianen, an denen die Jungs wie Tarzan schwingen können.

Auf der Rückfahrt nach Westen machen wir am Pulaki Tempel halt. Er wurde im 16. Jhd. von Gläubigen erbaut, die von Java gekommen sind. Der Tempel darf nur mit der richtigen Kleidung betreten werden. Daher müssen auch wir für ein paar Rupien Sarongs leihen und anziehen. Ist nicht ganz so einfach das erste Mal, aber wir bekommen Hilfe beim korrekten Einwickeln. Dieser Tempel ist komplett anders aufgebaut wie die meisten der Tempel, die wir bisher im asiatischen Raum besucht haben.

Mittagspause. Dem Tempel gegenüber gibt es einen Rastplatz, wo wir unser Lunchpaket vertilgen und dann, wie die Affen, anschließend in der Mittagshitze relaxen.

Schon wenige Kilometer später entdecke ich entlang der Straße eine große Orchideengärtnerei. Hier müssen wir natürlich anhalten und eine kleine Besichtigungsrunde drehen. Die Pflanzen gedeihen unter optimalen Bedingungen und sehen entsprechend gut und sehr kräftig im Wuchs aus. Davon träumt man als Orchideenfreund, denkt wehmütig an das heimatliche Gewächshaus und der nicht einfachen Zucht darin, ganz besonders in den kalten Wintermonaten zuhause in Deutschland.

Nächster Halt ist die Air Panas Banjar Thermalquelle und den vielen Schwimmbecken, in denen man seine geplagten Glieder in den vulkanisch erwärmten, mineralhaltigen Wässern ausstrecken kann. Das Ambiente rund um das Schwimmbad, angelegt als tropischer Park, ist sehr ansprechend.

Als Abschluss des heutigen Programms steht der buddhistische Tempel Brahma Vihara Arama auf der Todo-Liste. Hier haben wir von Thailand her einen Wiedererkennungseffekt, wobei auch hinduistische, balinesische Einflüsse sichtbar sind. Im hinteren Bereich der Tempelanlage, oben auf einem Hügel gelegen, entdecken wir eine Mini-Borobodur-Anlage.

Zurück im Hotel genießen wir wieder das allabendliche Ritual beginnend mit Sonnenuntergang über dem Meer und leckerem Abendessen, danach Kartenspiele mit kühlem Bier und heute sogar mit schönem Feuerwerk.

Di 01.09.09 Tag 13:

Nachdem wir die letzten Tage beim Frühstück immer die Auslegerkanus bei ihrerHeimkehr von der "Delphin-Expedition" beobachtet haben, wollen wir das heute selbst erleben - eine Delphinschule im offenen Meer. Der Haken daran ist, dass man dafür sehr früh, schon vor Sonnenaufgang los muss, um rechtzeitig und ausreichend weit draußen auf dem Meer zu sein, bevor die Delphine vorbeigezogen sind. Diese schwimmen regelmäßig über den Tag die ganze Küstenlinie entlang, sodass man den Zeitpunkt des Zusammentreffens relativ genau bestimmen kann.

Es ist zwar etwas beängstigend, wenn man die Anzahl der Kanus sieht, die auf die "Delphinjagd" gehen. Aber die Tiere sind es wohl gewöhnt, in diesem Bereich ihrer Küstentour auf viele Touris zu treffen. Die neugierigen Delphine kommen zum Teil sehr nahe an die Kanus heran, verschwinden aber leider genauso schnell wieder.

Nach einer halben Stunde ist die Show auch schon wieder vorbei. Die Schule zieht zügig nach Westen an der Küste weiter und die Boote kehren wieder zurück an den Strand. Man hat im Morgenlicht/Dunst noch einen schönen Blick vom Meer aus aufs Hotel.

Nach dem frühen Ausflug gibt es erst mal ein ausgiebiges Frühstück und den Rest des Tages relaxen wir so vor uns hin. Am Nachmittag marschieren wir nochmal ins nahegelegene Dorf, um uns dort bei der Handvoll Touranbieter zu informieren, was wir die nächsten Tage auf Bali unternehmen können. Für den Abend haben wir, wie den Delphin-Ausflug, übers Hotel ein Abendessen im balinesischen Stil in einem Restaurant gebucht. Hier führt parallel zum Essen als Unterhaltung die Tochter zu Musik verschiedene Tänze auf, während der Onkel in einer Maskerade den balinesischen Teufel oder evtl. auch Affenkönig, so genau ist das nicht ermittelbar, mimt. Der Auftritt des Onkels erinnert uns etwas an die schwäbische Fasnacht und obwohl Touriveranstaltungen eigentlich nicht so unser Ding sind, ist es hier in einem etwas familiären Umfeld ganz OK.

Mi 02.09.09 Tag 14:

Nach dem Frühstück werden wir von unserem Guide, den wir gestern im Dorf gebucht hatten, mit einem Van abgeholt. Wir haben vom Hotel Lunchpakete dabei, da uns die heutige Tour weit in den Süden quer über die Insel führt, und wir den ganzen Tag auf Achse sein werden. Wie knapp bei Kasse die kleinen 1-2 Mannstarken Tourunternehmen sind erkennt man daran, dass wir kurz nach dem Start eine Tankstelle anfahren und der erste Teil unserer Tourkosten gleich mal in den leeren Tank läuft. Nachdem wir von der Küste aus auf zweidrittel der Höhe das nördliche Vulkanmassiv umfahren haben kommen wir wieder hinunter in die zentralen Ebenen, wo es deutlich wärmer ist und überall unter Wasser stehende Reisfelder zu sehen sind. Auf den Berghöhen ist es so angenehm kühl, dass dort in großem Stil Erdbeeren angebaut und geerntet werden. - Nach den vielen Serpentinen ist eine Pause angesagt und wir verspeisen unsere Lunchpakete.

Wie nicht anders zu erwarten fahren wir natürlich auf den üblichen Tourirouten durchs Land und machen bei diversen Werkstätten in den Dörfern halt. Hier werden in weichen, aber sehr feinen Kalkstein mit viel Detailliebe die üppigsten Muster geschnitzt. Aber auch die Woodcarver, also Holzschnitzer, verstehen ihr Handwerk und fertigen wunderschöne Kunstwerke. Wir können alles nur bestaunen und bewundern. Wenn man auf Bali wohnen würde, gäbe es einige schöne Dinge, mit denen man das Haus schmücken könnte.

Natürlich kommen wir in den Dörfern auch an unzähligen Tempeln und Schreinen vorbei. Wir besuchen sie nicht, sondern bewundern das schöne Handwerk, aber auch das einfache Leben in der nicht immer optimalen Infrastruktur. Die Schreinereien mit den mächtigen Tischplatten aus den Urwaldriesen geschnitten sind auf der einen Seite faszinierend, aber auf der anderen Seite möchte man nicht daran denken welcher Methusalem hier wieder durch die Motorsäge sterben musste. Was dem Ladenbesitzer ein Gräuel ist, nämlich dass die Betonplatten des Gehwegs über dem durchs Dorf fließenden Bach kaputt sind, ist dem anderen eine gute Gelegenheit, seine magere Reisausbeute zu waschen. Wir wollen gar nicht genau wissen, wo dieses Wasser herkommt bzw. schon überall durchgelaufen ist.

Bei einer etwas größeren Steinmetzwerkstatt dürfen wir hinter die Kulissen schauen und den Handwerkern bei ihrer, man muss schon sagen Fronarbeit bei minimalem Gehalt, über die Schultern schauen. Die meisten dieser Handwerker haben kein zu Hause, sondern leben mit ihrer Handvoll Habseligkeiten direkt neben dem Kunstwerk, an dem sie wochenlang ohne große Unterbrechung arbeiten.

Direkt in der Nähe nehmen wir in einer Openair-Halle ein kleines Mittagessen zu uns, besuchen nochmal eine der unzähligen Batikläden, Anprobe inbegriffen, auch wenn sich zu diesem Zeitpunkt niemand die Frage stellt, wo man den Sarong zu Hause ausführen soll.

Zur Entspannung machen wir eine längere Pause am Strand und spazieren durch den weichen Sand. Da wir erst zum Sonnenuntergang beim berühmten Meerestempel Tanah Lot sein müssen, ist noch etwas Zeit zur Muße.

Als wir in Tanah Lot ankommen, sind wir im Touritrubel angekommen. Da fast alle Bali-Besucher in den Hotels am Südzipfel der Insel mit den weißen Traumstränden (Ballermann) wohnen und es von dort nur eine kurze Anfahrt ist, ist entsprechend viel los, wie fast jeden Abend hier: Traumhafter Sonnenuntergang. Es ist Ebbe und man kann auf dem Korallensockel mit vorgelagertem Block, auf dem der Tempel errichtet wurde, herumwandern und das eine oder andere Krabbeltier aus dem Meer in den kleinen Tümpeln finden.

Irgendwann geht die Sonne unter, aber die dunklen Wolkenbänke verhindern einen allzu schönen und kitschigen Untergang und so machen wir halt auch aus verschiedenen Perspektiven im Umkreis unsere Bilder, bevor es zurück zum Auto geht. Bei den dunklen Wolken rechnen wir sogar noch mit Regen heute Abend.

Die Rückfahrt erfolgt auf der gut ausgebauten Straße entlang der Westküste hoch bis zu dem Kreuzungspunkt, wo wir von Java mit der Fähre herübergekommen sind, und von dort auf bekanntem Terrain zurück zum Hotel. Das leckere Abendessen und kalte Bier haben wir uns heute wieder redlich verdient.

Do 03.09.09 Tag 15:

Nach dem anstrengenden Tag steht heute wieder ein Relaxtag auf dem Programm.

Das Hotel ist nur minimal gebucht und so können wir uns frei zwischen dem Meer und dem Pool entscheiden. Die Damen nehmen nachmittags gleich nochmal eine Massage in Anspruch.

Und was gibt es Entspannenderes als nach dem Sonnenuntergang und leckeren Abendessen die laue Nacht, gegen die Mücken geschützt mit reichlich Autan, zu genießen und mit einem Tichu-Spielchen zu beenden.

 

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