05.03.12 Tag 15:

 

Heute stehen wieder einige Tempel und ein Weltkulturerbe auf dem Plan. Bei der Anfahrt zum ersten Highlight kommen wir wieder an großen Teichen vorbei welche vor hunderten Jahren zur Wasserspeicherung und Versorgung von den jeweiligen Königen angelegt wurden. Viele sind stark zugewachsen, aber voll von Lotusblüten welche geerntet und als Opfergabe verkauft werden. Auch der Fluch Südostasiens wächst hier schon, nämlich die aus Südamerika eingeführte blasslila blühende Wasserhyazinthe, welche keinen natürlich Feind hier hat und sich daher ungehemmt überall ausbreitet.

Natürlich auch wieder reichlich die mit arbeitenden Frauen durchgeführten Strassenbauprojekte.

 

Unterwegs gibt es auch wieder verschiedene neue, unbekannte Früchte welche unserer Fahrer für uns kauft und erläutert wie man diese korrekt verspeist. Mit Salz oder Zucker oder Chili..... Auch in den Bäckereien wird man fündig, sowohl salzige, süsse oder scharfe Leckereien.

Uns faszinieren auch immer wieder die wunderschönen Woodcarvingkunstwerke, welche die Werkstätten entlang der Straße zum Verkauf ausstellen. Da muss dann immer mal wieder angehalten werden, auch wenn klar ist, daß  wir sowas Sperriges nicht nach Hause mitnehmen können.

 

 

Unser erster großer Halt ist der sogenannte Bodhi-Tree-Shrine. Nach der Legende stammen alle Bodhi-Bäume in allen buddhistischen Tempeln von der einen Würgefeige ab, unter welcher Siddharta seine Erleuchtung in Indien erfahren hat. Dieser Tempel ist sowohl für seinen riesigen Bodhi-Tree, welcher durch lange vergoldete Stangen gestützt wird, als auch für seine exquisiten Buddha-Bilder aus dem 5-.6.Jhd bekannt. Leider habe wir das erst am Abend im Reiseführer gelesen und so haben wir uns nur auf den namensgebenden Bodhi-Baum konzentriert und die Bilder nicht abgelichtet. Trotz intensiver Vorbereitung geht einem doch die eine odere andere Info durch die Lappen, aber beim nächsten Mal holen wir das nach.

 

 

Auf dem Gelände steht natürlich auch wieder eine riesige Stupa und in den Tempeln, in welchen die Einheimischen beten, findet man wieder die tausenden Lotusblüten als Opfergaben.

 

 

Wir wandern als die einzigen ausländischen Touristen auf dem Gelände ungestört rum. Natürlich barfuss, da wir auf geweihtem Boden unterwegs sind, da muss man halt immer gut aufpassen wo man hintritt. In einer großen Halle werden die einheimischen Pilger gegen kleines Geld verköstigt und die Fahrer der Minibusse und Taxis nutzen die Pause, bis ihre Fahrgäste wieder nach Hause wollen, für eine Kartenspiel. Die Lotusblüten am Verkaufsstand sind so wunderschön, daß man zuerst nicht glauben kann, daß die echt sind, aber die vielen Bienen wissen es besser.

 

 

Eine weitere Form der Opferung ist das Spenden von Öl für das ewige Licht in dem kleinen von Glasscheiben abgeschlossen Nebentempel. Man füllt sein vorher geweihtes Öl in den Trichter und befüllt damit den nie versiegenden Ölbehälter unter der Flamme. Wenn man man um die Ecke schaut erkennt man wohin das viel zu viel geopferte Öl aufgefangen und abgeleitet wird. Hauptsache einmal durch den Tempel und unter der Flamme durchgeflossen. Und um die Ecke schauen sowieso nur die Touristen.

 

Unser nächstes Ziel ist das Abhayagiriya Kloster, welches zum Anuradhapura Weltkulturerbe gehört und damit zum zentralen Bestandteil des damals herrschenden Königs gehörte und der Weg für die damaligen Mönche zum heiligen Zahn nicht weit war. Dieser befindet sich ja heute in Kandy und daher ist der Weg aus dem Norden schon etwas weiter. Auch hier darf man sich weitestgehend frei bewegen, so daß wir ungestört die Reste der Anlage und deren Tierwelt betrachten können.

 

Eine besondere Attraktion ist die Flughundkolonie in einem Felsspaltentempel in den umgebenden Felsen. Die possierlichen Tierchen mit ihrem gelben Bauchfell lassen sich in ihrem Tagschlaf im kühlen Schatten der Felsspalte durch uns nicht stören.

 

Ebenfalls zum Anuradhapura Weltkulturerbe gehört der Isurumuni Rajamaha Viharaya Tempel. Auch hier laufen wir kreuz und quer durchs weitläufige Gelände. Zentral ist die hochaufragende Felsnase nicht zu übersehen, welche man ersteigen kann um den Überblick über die Anlage zu erhalten. Da müssen wir natürlich auch hoch.

 

Natürlich wieder barfuss, schliesslich gehört auch dieser Felsen zur Tempelanlage. Entlang des rostigen Geländers geht es nach oben und man wird dort mit einem tollen Blick über die weite Landschaft belohnt. Auch der Blick rüber zur grossen schneeweisen Buddhastatue wird durch kein Hindernis gestört. Der Tigger bekommt sowie die Marion auch eine Blüte geschenkt.

 

 

Irgendwann ist die Luft raus und wir fahren in der Abenddämmerung durch die geschäftigen Ortschaften zurück zu  unserer Sigiraya Lodge und können unterwegs mal wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang geniessen. Nach so einem anstrengenden Tag gibt es noch ein leckeres Essen von unserem jungen Koch und ein kühles Bier gegen die abendliche Schwüle.

 

Hier wieder die Karte mit den Ausflugszielen. Grün wieder unser Start-und Endpunkt die Sigirya Lodge, rot markiert das Zentrum des Weltkulturerbes Anuradhapura, mit seinen 4 Bodhi-Tree-Shrines und dem Ahayagiri Kloster und zuletzt mit weissem Pin das Isurumi Rajamah Viharaya.

 

 

 

 

 

 

06.03.12 Tag 16:

 

Der heutige Tag bedeutet für Helga und Götz den Rückflug nach Deutschland, da Helga leider in der Kanzlei nicht länger abkömmlich ist. Daher geht die Fahrt gen Südwesten in Richtung Hauptstadt und Flughafen Bandaranaike. Da wir sehr früh los müssen, wir müssen heute insgesamt fast 280km fahren, was auf der Inselinfrastruktur doch eine enorme Strecke und Zeit bedeutet. Unterwegs gibt es ein Frühstück an einer Bäckerei. Die Teilchen sind so süß, daß Marion gleich einen Zuckerschock bekommt. Aber so gestärkt kommen wir rechtzeitig am Flughafen an. Nachdem die Beiden eingecheckt haben, machen wir uns mit Jaymal auf den weiteren Weg in Richtung Adams Peak unserem heutigen Endziel. Wir wollen in unserer Zusatzwoche neben einer Besteigung des Adams Peak, dem höchsten Berg auf Sri Lanka, noch den Süden etwas erkunden.

 

Auf dem weiteren Weg ca. 50km vor unserem Ziel kommen wir in Kitulgala vorbei. Hier befindet sich am Kelani Ganga River der Originaldrehplatz zum Film "Die Brücke am Kwai". Der namensgebende Fluss Kwai bzw. die im Film beschriebene Handlung befindet sich eigentlich im Zentrum von Thailand, aber gedreht wurde der Film hier. Einer der Statisten, welcher damals als Junge mitspielen durfte, lebt immer noch hier und verdient sich ein paar Rupien dazu, indem er alte Bilder und Originalartikel  aus amerikanische Zeitschriften als Beweis vorzeigt. Er selber ist gesundheitlich sehr angeschlagen,  daher wandern wir mit seiner geschäftstüchtigen Frau runter zum Fluss, wo man auf den Felsen noch Reste des damaligen erstellten Fundaments der Brücke erkennen kann.

Weit untern sehen wir Touristen welche mit einem Gummiboot durch die Stromschnellen des Flusses paddeln. Daran erkennt man, wie hoch wir über dem Wasser uns befinden.

Auf dem Rückweg zum Auto entdecken wir an den Bäumen wieder grosse Wildbienenvölker, welche mit einem leicht bedrohlichen Summen anzeigen, daß man sich nicht zu nah heranwagen soll.

Ganz in der Nähe können wir eine mit Menschenkraft betriebene Holzsäge betrachten. Das ist wie ein Zeitsprung in die Vergangenheit. Auch in Europa wurden vor der Industralisierung auf die gleiche Weise Balken und Bretter gesägt. Hier ist der Arbeitsplatz am unteren Ende nicht ganz so gesundheitschädlich wie bei uns früher. Da hatte der arme Tropf welcher in der Sägegrube arbeiten musste kein langes Leben, da seine Lungen nach wenigen Jahre voll mit Sägestaub die Arbeit verweigerten.

 

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Ziel und wir schlängeln uns durch die gewellte Landschaft im Umfeld des Adam Peaks. Wir kommen spätnachmittags im Slightly Chilled Guesthouse an. Wie alle bisherigen Übernachtungen haben wir diese Lodge auch schon von Deutschland aus vorgebucht. Die Zimmer sind groß und sauber und vom Balkon aus hat man einen tollen, aber auch beängstigenden Blick hoch zur Bergspitze.

Da wollen wir  heute Nacht hoch marschieren ? Ob wir das schaffen werden ?

Zuerst ruhen wir uns von der langen Fahrt aus und geniessen den Rest des Nachmittags mit Chillen und etwas vorschlafen.

 

 

Als der Abend anbricht, hält  uns nichts mehr im Zimmer und wir wollen noch etwas die Füße vertreten. Wir wandern in Richtung des Aufstiegs auf den Berg.... man könnte auch Basislager dazu sagen.... hier bekommt man alles was das Pilgerherz begehrt. Von Opfergaben über Spielzeug für die Kinder bis zu bergeweise Süssigkeiten. Diese werden in Glasvitrinen und mit regelmässigen Räucherungen vor den Schwärmen von Wildbienen geschützt. Das Zeugs sieht so extrem süß aus, daß selbst Peter sich vom Probieren zurückhält, von den hygienischen Zuständen mal abgesehen.

Mit einem letzten Blick auf den nun beleuchtet Anstieg auf den Gipfel verabschieden wir uns und kriechen unter die Bettdecke. In ein paar Stunden geht der Wecker runter und wir müssen los.

 

 

 

Grün zum letzten Mal der Startpunkt in der Sigirya Lodge, rot der Bandaranaike International Airport, wo wir uns von Helga und Götz verabschieden, mit weissem Pin der Drehort zum Film "die Brücke am Kwai", blau unser Ziel das Slightly Chilled am Fusse des Adam Peaks, dessen Gipfel der gelbe Pin markiert.

 

 

 

 

 

 

 

07.03.12 Tag 17:

 

Der Tag beginnt heute schon kurz nach Mitternacht, als der Wecker uns aus unserem leichten Schlaf reisst. Warum wollen wir uns so früh auf den Weg machen. Erstens wird es ab morgens 10 Uhr auch hier am Berg so heiss, daß man als nicht angepasster Ausländer nicht mehr aufsteigen sollte und zum anderen ist das erstrebte Ziel zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu stehen und das Schauspiel zu bewundern.

Ein letzter Blick nach dem Start zurück zu unserer Lodge, vorbei an Schreine an welchen Pilger ihre ersten Gebete vor dem Aufstieg absolvieren. Eine halbe Stunde später, so gegen 2:44 Uhr erreichen wir endlich das offizielle Tor. Von hier aus führt die aus unterschiedlichsten Stufen aufgebaute "Himmelsleiter" hoch zum Tempel auf der Spitze des Bergs. Jede Stufe hat eine andere Breite und Höhe und daher kommt man nicht so richtig in einen Trott, sondern muss immer schauen wo man hin tritt.

Je länger wir aufsteigen, desto mehr nehmen die Besucherströme zu, welche uns zum Teil recht flott in Badelatschen überholen. Es sind ganze Familienverbände incl. Kleinkinder bis zur gehbehinderten Oma unterwegs. Wir machen im oberen Drittel öfters eine Pause und als wir schon das Ziel im Blick haben geht der Marion die Puste aus und sie will nicht mehr weiter hoch. Wir entscheiden, daß sie es sich irgendwo am Rande auf der Mauer bequem macht, ich den Rest noch hochsteige, den Sonnenaufgang abwarte, ein paar Bilder machen und auf dem Rückweg sie hier wieder abhole.

 

Als ich rechtzeitig oben ankomme, beginnt sich die Sonne mit einem Leuchten am Horizont anzukündigen, bis sie sich schlussendlich nach einer weiteren halben Stunde über den Weltenrand schiebt.

 

Wo vorher noch reichlich Lautstärke durch die Menschenmenge war, wird es plötzlich sehr ruhig und alles schaut ergriffen in die aufgehende Sonne. Im Glauben dieser Menschen hat das Erleben der aufgehenden Sonne auf dem Gipfel eine besondere Bedeutung und wird noch ungemein verstärkt dadurch, daß zur Zeit Vollmond herrscht. Deshalb hatten wir auf dem Pfad auf den Gipfel neben den schwachen Glühbirne eine einigermassen gute Sicht auf die Stufen.

 

Der Adams Peak als höchste Erhebung ist auch die größte Wolkenbarriere der Insel. Von allen Seiten stauen sich die luftigen Wassermassen und regnen oft ab. Deshalb entspringen alle großen Flüsse der Insel logischerweise hier am Berg. Oft ist die Sicht auch schon frühmorgens nicht so klar bzw. in die Weite frei. Daher ist es ein gutes Omen, wenn man auf dem Gipfel über den Wolken steht und den pyramidenförmigen Tempel auf der Spitze als Schlagschatten auf den tieferliegenden Wolken sehen kann. What lucky people we are....

 

Nachdem die Sonne ihren morgentlichen Auftritt erledigt hat und Peter einen letzten freien Blick zurück ins Tal hatte, an diesem weissen Tempel ganz da unten, sind wir ungefähr nach der Hälfte der Strecke vorbeimarschiert, kommt jetzt der eigentlich Grund des Aufstiegs für alle Pilger. Der Gipfeltempel wird geöffnet und die Polizisten versuchen die Pilgermassen zu orchestrieren, damit jeder mal rein kann und nicht das Chaos ausbricht. Also beginnt jetzt das lange Warten in der Schlange.

 

Der Gipfel ist für alle grossen Religionen ein Pilgerziel, für die Christen ist der Abdruck von Adam im Fels auf der Gipfelspitze verewigt. Für die anderen ist es Buddha oder Mohamed der Prophet welcher seinen Abdruck hinterlassen hat. Um das Rätsel aufzulösen, es handelt sich um eine unregelmässige Mulde im Fels, welche man natürlich nicht photographieren darf und man bekommt nur wenige Sekunden, bevor man die Treppe auf der anderen Seite wieder absteigen muss.

Aber jetzt kommt der Hammer: Gerade als ich mich kurz überall auf dem Plateau rund um den Gipfeltempel umgeschaut habe und mich aufmachen wollte schnell abzusteigen und Marion wieder an ihrem Warteplatz abzuholen, zupfen mich mehrere Menschen am Ärmel und wollen mir was mitteilen. Zuerst verstehe ich nicht was sie wollen und denn sie zeigen immer auf die aufsteigende Treppe zum Tempel. Ich will Ihnen schon verständlich machen, daß ich schon oben war, als ich Marion in der Menschenmenge winken sehe. Ich kann nicht wegen den Absperrungen zu ihr rüber und warte deshalb bis sie ihre Pilgerpflicht erledigt hat. Als sie auf der anderen Seite ankommt, erzählt sie mir, wie sie von einer Gruppe Jugendlicher motiviert wurde weiter mit aufzusteigen und so hat sie doch noch rechtzeitig den Gipfel erreicht, aber mich bei diesen Massen nicht gleich gefunden.

Nachdem man dem Fussabdruck gehuldigt hat, kann man sich am großen Feuer erwärmen bzw. mit heiligem Rauch einhüllen oder gegen eine kleine Gabe sich Gegenstände von weissgewandeten buddhistischen Nonnen segnen lassen, was eine gängige Praxis ist. Wichtig ist auch, daß man für jede Gipfelbesteigung einmal an einer der vielen Glocken am Rande des Areals läutet. Bei uns ist es natürlich das erste Mal, aber die meisten kommen hier mindestens einmal jährlich seit ihrer Kindheit hoch und dürfen daher ganz oft läuten.

 

Irgendwann müssen wir uns von dem Schauspiel und Trubel lösen und an den Abstieg machen. Wir sind beide sehr happy den Aufstieg gemacht zu haben und vorallem rechtzeitig zum Sonnenaufgang geschafft zu haben. Ein Muss für einen Sri Lanka Besuch. Schade daß Helga und Götz keine Chance dazu hatten, aber vielleicht schaffen sie es beim nächsten Besuch. Wider Erwarten bleibt es beim Abstieg sonnig und klar und wir haben immer einen tollen Blick runter ins Tal. Den Brauch mit den weissen Bindfäden haben wir nicht so ganz verstanden, aber in das Gespinst sind reichlich Opfergaben in Form von Räucherstäbchen und Nüsse in kleinen Beuteln eingebunden. Alle sind irgendwie gut drauf, vorallem wenn die Jugendlichen in ihrer westlichen Kleidung eine Kamera entdecken.

 

In regelmässigen Abständen hat es entlang des Aufstiegs Badehäuser, wo man sich in den heiligen Fluten direkt am Berg reinigen kann. Wir sind erstaunt wie entspannt und ohne jegliche Scham die Rinnsale von beiden Geschlechtern genutzt werden.

 

Gegen Ende des Abstiegs sind wir froh, denn so langsam weigern sich die Knie einen sicheren Tritt zu gewährleisten. Ist eine alte Bergsteigerweisheit, daß der Abstieg immer anstrengender als der Aufstieg ist. Wenn wir in der Morgensonne auf den Gipfel hochschauen, können wir es schon nicht mehr fassen, daß wir vor ein paar Stunden dort oben gestanden sind.

 

Am Ende der Treppe beginnen wieder die Tempel und Verkaufsstände. Die Jalapenos sind von der Sorte, welche auf der ganzen Insel in den extrem scharfen Curries oder Teigtaschenfüllungen verwendet werden. Wir Ausländer können das nicht ohne Schmerzen geniessen.

 

Als wir im Sligtly Chilled ankommen, geniessen wir total erschöpft erstmal ein ausgiebiges Frühstück und verschlafen den Großteil des restlichen Tages. Wir bleiben eine weitere Nacht, bevor es morgen an die Südwestküste zum Yala-Nationalpark weitergeht.

 

 

 

 

 

08.03.12 Tag 18:

 

Bevor wir weiter in den Süden aufbrechen, unternehmen wir mit zwei Einheimischen eine kleine Tour in den nahegelegenen Dschungel, in der Hoffnung Orchideen zu finden. Teile der Pfade gehören zu einem weiter nördlich liegenden beschwerlichen Aufstieg über unbefestigte Pfade hoch  zum Gipfel, da sich viele die Anreise bzw. die Gebühren für den offiziellen Aufstieg nicht leisten können. Wir kraxeln über zwei Stunden über Stock und Stein entdecken einige Orchideen aber ohne Blüte. Nur die Ingwerpflanzen und eine Amarylis zeigen ihren Blütenstand.

 

Auf der Weiterfahrt kommen wir wieder an Teeplantagen auf der Südseite des Adams Peak vorbei. Wir freuen uns immer wieder über die farbenfrohen Kleider der Einheimischen. Während unser Fahrer zielsicher den Weg findet, versuche ich die Fahrt auf der Karte nachzuvollziehen. Wir reisen definitiv bequemer als der Kollege auf dem Alteisenberg hinten auf dem Laster, dessen Füsse wir  dort entdecken.

 

Bevor wir zu unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit ankommen, streifen wir bei der Anfahrt schon den mit Stacheldraht abgegrenzten Yala-Nationalpark. Hier wird allerdings die Bevölkerung und deren direkt angrenzenden Felder vor den Wildelefanten durch den Zaun geschützt. Einige haben ein Geschäft daraus entwickelt, daß Sie an Touristen Bananenstauden verkaufen, mit welchem man dann die Elefanten durch den Stacheldraht füttern kann. Die Elefanten wissen das natürlich und warten schon an manchen Stellen. Ganz ungefährlich ist das Ganze nicht, da vorallem, die Jungbullen es oft nicht erwarten können und schon mal den einen oder anderen Pfosten umdrücken um schneller an die Auslegware zu kommen. Jaymal geht vor und demonstriert, daß es sicher ist. Also gut dann traut sich Peter auch und bietet dem Bullen mal die Bananen etwas zaghaft an. Dieser benimmt sich und tut sich an der Staude gütlich. An der eingefallenen Stirn erkennt man, daß er nicht sehr gut ernährt ist und daher haben wir mit der Portion Bananen ein gutes Werk getan. Die auf der Insel allgegenwärtigen wilden Fasanen beäugen die Fütterung kritisch. Die ausgewachsenen Tiere sind ganz nette Brummer, wenn Sie so über einem auf dem Baumast sitzen.

 

Wir kommen rechtzeitig vor der Dunkelheit an, beziehen unser Zimmer, essen direkt in der Lodge und sitzen den restlichen Abend über mit anderen Pärchen, welche morgen auch eine Tour durch den Nationalpark machen wollen, zusammen und geniessen Wiskey-Cola mit viel kühlendem Eis. Die Flasche Johnny Walker hat der Besitzer springen lassen. Er ist auch gleichzeitig der Touranbieter. Bei den aufgerufenen sehr westlichen Preisen ist die Flasche locker drin. Bei den Touranbietern gibt es einige preisliche Unterschiede, aber wenn man auch aus westlicher Sicht schon viel Geld ausgibt, dann sucht man sich auch den Anbieter mit den besten Beurteilungen raus. Der Anbieter hat einen guten Ruf zu verteidigen, welchen er sich in den letzten Jahrzehnten erarbeitet hat.  Vor einigen Jahren ist der weltweit bekannte Naturfotograf und Wildtierflüsterer Steve Irwin hier mit seinem Team abgestiegen um mit dem Chef auf Kobrasuche zu gehen, vorallem nach der seltenen Königskobra. Der Trip und der Film waren sehr erfolgreich, was natürlich den Ruf des Touranbieters noch zusätzlich von den anderen abhob.

 

 

 

 

 

 

09.03.12 Tag 19:

 

 Die Nacht war kurz, da schon kurz nach 5 Uhr früh die Abfahrt zum Nationalparkeingang angesetzt ist. Vor dem Tor ist dann auch schon ein richtiger Stau mit Touristen vollbesetzter Safari-Jeeps. Die Guides müssen die Eintrittskarten besorgen und jeder will natürlich als erster in den Park fahren. Die Guides verständigen sich aber untereinander wenn irgendwo eine Elefantenherde gesichtet wird oder sogar der bei den Touris am begehrtesten Tier, dem Leopard in freier Wildbahn. Jaymal darf als unsere Begleitperson die Tour kostenlos mitmachen und macht sich dafür nützlich wenn es um gute Sicht geht, welche durch die hohe Luftfeuchtigkeit morgens nicht einfach aufrecht zu erhalten ist. Aber er hat Spaß dabei bei voller Pistenfahrt draussen rumzuturnen.

 

Wir sind schon einige Kilometer in den Park eingedrungen, als die Morgensonne im Morgendunst sich auf den Weg nach oben bahnt.

 

Die ganze Tagestierwelt ist noch im Relaxmodus während die Nachtaktiven sich inzwischen ihren Ruheplatz für den heißen Tag gesucht haben.

 

Unser Guide entdeckt auch Wildtiere bei welchen wir zuerst erstaunt sind, dann lauthals lachen, als wir dem Aufschrei und dem Gefuchtel folgen und einen Hasen entdecken. Die beiden im Morgendunst kämpfenden Hähnchen sind eine spezifische Unterart in Sri Lanka und das Nationaltier. Da drücken wir mal ein Auge zu.

 

Viel faszinierender ist die Vogelwelt, vorallem die schillernd grünen Bienenfresser.  Aber auch der Nashornvogel und die verschiedenen Reiherarten sind einfach toll in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

 

Immer wieder entdecken wir im Sand die Prankenspuren eines Leopard und wie man auf dem Beweisfoto sehen kann, haben wir auch einen live gesehen, allerdings nur noch den Schwanz des flüchtenden Tieres mit der Kamera einfangen können. Wir haben die Morgentour gebucht, da man bis 13 Uhr eigentlich die besten Chancen hat die Katze zu sehen. Aber gerade heute hat die lange Tour incl. des extrem heißen Nachmittags Glück gehabt und einen im Baum schlafenden Leopard aus der Nähe ablichten können. Ist halt doch immer Glücksache. Aber wir waren nach den über sieben Stunden Jeepgeschaukel, Hitze und nur kurze Pausen im Schatten eines Baumes, ziemlich K.O. und froh wieder zurück in der Lodge zu sein. Bis wir halt dann ein paar Stunden später die tollen Bilder der Anderen gesehen haben. Beim nächsten Mal machen wir auf jeden Fall die lange Tour.


Natürlich treffen wir auf reichlich Wildelefanten und kommen ihnen zum Teil auch recht nah. Wenn da so ein ausgewachsener Bulle sich aufrichtet und mit dem Fuss im Sand scharrt, als klares Zeichen wir sind zu nah, dann spürt man wie wenig Schutz so ein offener Jeep bietet. Da haste keine Chance wenn da ein Angriff erfolgt. Die Guides erkennen aber die Situation und alle Jeep legen den Rückwärtsgang und signalisieren dem Tier, daß die Botschaft angekommen ist.

 

Hier noch eine kleine Auswahl an Tieren, Vögel und Pflanzen vom Rest der Tour.

 

Bis auf die viel zu kurze Großkatzenbegegnung war die Tour toll und ihr Geld wert. Aber halt wegen der Hitze auch sehr anstrengend. Nach einer erfrischenden Dusche packen wir zusammen, sitzen noch etwas mit den anderen Gruppen zusammen und vergleichen die besten Bilder.

Wir haben nur für die gestrige Nacht gebucht und fahren mit unserem Guide Jaymal noch bis nach Tangalle und dort zur Golden Coconut Lodge direkt am Strand. Diese Lodge wird von einem deutschen Paar seit vielen Jahren geführt und wir wollen nach diesen ereignisreichen Wochen noch etwas Strandurlaub geniessen.

 

 

Zur Übersicht der letzten Tage: Gelb der Adams Peak, weiss unser Übernachtunghaus Nature Resort in der Nähe des Yala-Nationalparks, Grün der Eingang zum Yala-Nationalpark und blau unsere Strandlokation in den Golden Coconut Cabanas.

 

 

 

 

 

10.03.12 Tag 20:

 

 Die Golden Coconut Lodge bietet neben luftigen Zimmern, endlosen einsamen Sandstränden direkt am Haus und leckerem Essen somit alles was man von einem tropischen Strandurlaub erwarten kann.

Im Busch am Hauseingang wohnt eine dünne, kräftig grün schillernde, Nasenpeitschennatter. Sie ist ungefährlich, nur leicht giftig und lebt von Fröschen und Eidechsen. Sie ist sehr ortstreu und hält sich eigentlich immer dort auf wenn wir vorbeikommen. Die Nahaufnahme zeigt deutlich die namensgebende Nase.

Nach dem morgentlichen Fischzug kommen die Fischer bei den Lodgebesitzern vorbei und verkaufen direkt die besten Stücke. Dieser Red Snapper auf der Waage wird heute abend direkt aus dem Wok  am Stück bei uns auf dem Teller landen.

Wir lassen es nach dem Frühstück ruhig angehen und Peter stürzt sich bis zur Erschöpfung in die doch sehr anstrengenden Wellenberge. Marion sind die Wellen zu heftig und schaut dem Schauspiel lieber vom Strand aus zu. So verbummeln wir den ganzen Tag und geniessen abends das leckere Fischessen auf der offenen überdachten Terrasse mit Meerblick.

 

Der nächste Tag startet wieder mit tollem Frühstück und Wellenbaden. Aber rastlos wie wir sind, fragen wir bei den Besitzern nach was es so in der Umgebung alles zu erkunden gibt. Diese raten uns von Wanderungen in den naheliegenden Mangroven ab, da es dort wohl reichlich Kobras hat und die nicht so friedlich sind wie die Nasenpeitschennatter am Hauseingang.

Aber im Nachbarort findet täglich ein Markt statt und so fahren wir mit einem vom Haus organisierten TukTuk dorthin. Der Besitzer erläutert dem Fahrer noch, daß er uns bei einem Barbier abladen soll, da Peter sich noch die Haare schneiden lassen will. Der Markt bietet wie von Sri Lanka schon gewohnt alles an Farben und leckeren Früchten. Wir decken uns mit frisch gewonnenem Fruchtfleisch der Jackfruit ein, welche so herrlich nach Multivitaminsaft schmeckt, aber eine üble Sauerei beim Zerlegen verursacht. Jede Pore der Frucht sondert einen gummiartigen Saft aus, welcher an der Luft klebrig wird und sehr schwierig von den Händen zu bekommen ist. Die erfahrene Marktfrau hat aber den Dreh raus und macht uns eine Tüte mit frischen Fruchtfleisch fertig.

 

Danach geht es zum Barbier. Es ist schon sowas wie eine kleine Tradition daß Peter meistens gegen Ende eines Südostasienurlaubs sich noch einmal lokal den Kopf scheren läßt. Wir sind natürlich die Attraktion im Dorf, da trotz der Nähe der verschiedenen Lodges sich normalerweise keine Touristen ins Dorf verirren. So ist der kleine Menschenauflauf vor dem Barbierladen vorprogrammiert. Peter bekommt die volle Packung, also neben Haar kürzen, wird auch der Bart mit zwei neuen Klingen wegrasiert und als Inklusivleistung gibt es anschliessend mit reichlich Pomadenöl eine ausgiebige Kopf/Nackenmassage. Das war für die Handvoll Rupien ein mehr als gutes Preis-Leistungsverhältnis und ein tolles Erlebnis.

 

Als wir mit dem TukTuk wieder auf der Heimfahrt sind, sehen wir auf dem unbebauten Nachbargelände einen riesigen Waran. Das Tier hat zwar nicht die Größe der bekannten Komodowarane, aber wir sind trotzdem froh dem Tier nicht zu nah zu sein. Als wir in die Lodge zurückkommen berichten wir gleich von dem Tier, aber die Besitzer sind nicht erstaunt, sondern kennen den Kollegen, welcher hier regelmässig durch die Gegend streift. Die Besitzerin ist 15 min vor uns auf den Markt gefahren und deren TukTuk musste keine 500m vom Haus entfernt anhalten, weil sich über den Weg eine mehrere Meter lange Boa schlängelte. Dieses Tier hatte wohl selbst für hiesige Verhältnisse eine ungeheueres Ausmass gehabt und war mehr als Oberschenkel dick. Was für ein Pech, gerade mal 15min zu spät.

 

 

 

 

 

11.03.12 Tag 21:

 

Eigentlich wollten wir bis zu unserem Abflugtag dem 13.03. die Zeit in der Golden Coconut Lodge verbringen. Aber irgendwie war uns das Strandleben, welches nur einer von uns geniessen konnte, doch zu langweilig. So entschieden wir uns, daß wir schon einmal die halbe Strecke vom Süden zurück an der Westküste nach Norden zurücklegen und noch 2 Tage bei der Hanni, unserer ersten Unterkunft einkehren. Dort sind auch die Wellen sanfter und für Marion problemloser zum Baden. Nach einem kurzen Telefonat war die Umbuchung geklärt. Also packten wir unsere Sachen und sagten der Golden Coconut Lodge Lebewohl.

Unterwegs machen wir zwischen Tangalle und Dickwella einen Stop, um das bekannte Blow Hole zu besichtigen. Bis zu 25 Meter hohe Fontänen, schiessen aus einem Felsspalt in der Steilküste empor. Weltweit soll dieses Naturphänomen des „Blow Holes“ nur insgesamt sechs Mal vorkommen. Das Meerwasser wird von den Wellen unter den Felsen befördert und dann nach oben gepresst. Der dabei entstehende Überdruck katapultiert die Fontäne schließlich aus dem Felsspalt. Besonders hohe Wassersäulen bilden sich während der Regenzeit.

 

Man kommt nicht direkt mit dem Fahrzeug an den Felsspalt, sondern muss vom Fischerdorf über die Hügel bis zu der Aussichtsstelle wandern. Auf dem Rückweg sehen wir von oben die zurückkehrenden Fischerboote und kommen an der in der Hitze ausgelegten frisch gefangenen Ware vorbei.

 

 

 

 

12.03.12 Tag 22:

 

 Jaymal unser Fahrer hat uns gestern abend abgeliefert und verbringt zwei Nächte bei seiner Familie welche etwas im Hinterland der Hauptstadt wohnt. Wir geniessen die letzten Tage bei der Hanni, machen aber ausser im Meer baden nichts mehr, maximal der lokalen Variante eines Eisvogels beim Rumturnen im Geäst zuzuschauen.

 

 

 

 

 

 

13.03.12 Tag 23:

 

Heute gilt es Abschied von der Trauminsel zu nehmen. Nachdem wir uns sehr früh von Hanni und ihrem Mann verabschiedet haben, fahren wir als letzter Stop vor dem Abflug beim Haus von unserem Reisebegleiter Jaymal vorbei.

Hier hat sich die ganze Großfamilie eingefunden und hat ein Frühstücksbuffett tradioneller Gerichte aufgebaut. Da wir wissen in welchen ärmlichen Verhältnisse die ganze Verwandschaft lebt haben wir fast ein schlechtes Gewissen, da wir nur ein paar Bissen testen können. Jaymal packt uns noch ein paar Leckereien für die Rückreise ein und wir verabschieden uns herzlich von der ganzen Familie.

Am  Flughafen ist es auch für uns ein bewegender Moment nach 3,5 Wochen täglicher gemeinsamer Reise auf engem Raum uns von Jaymal zu verabschieden. Wir hätten es nicht viel besser als mit ihm treffen können und lassen unsere Dankbarkeit auch durch ein sehr großzügiges Trinkgeld sprechen, da wir wissen, was bei ihm am Ende des Tages von dem gesamten Tourgeld hängen bleibt.

Durch seine aufmerksame, unaufdringliche Art, seiner Organisition von allerlei Früchten, guten Guides usw., Hilfe bei den Tips, hat er diesen Urlaub für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen. Wir sind uns sicher daß wir wieder kommen werden, da der ganze Norden und die Ostküste von uns noch unerforscht ist. Vorallem der Norden ist wegen den jahrzehntelangen Bürgerkriegen mit den Tamilischen Tigern fast unberührt und daher sehr ursprünglich. Wir können jedem empfehlen dieses Kleinod an Insel im Indischen Ozean zu besuchen. Wir hoffen mit dem Bildern und der Reisebeschreibung bei dem Einen oder Anderen die Reisesehnsucht geweckt zu haben.

 

 

                                                                                          ENDE

 

 

Hier die Karte zum Schluss der letzten Tage auf Sri Lanka. Blau unsere Strandlokation in den Golden Coconut Cabanas, weiss das Blow Hole mit der Fontäne, gelb unser finaler Besuch bei Hanni und rot der International Airport Bandaranaike .

 

 

 

 

 

<-- Sri Lanka 2012 Teil 5                          

 

 

 

 

 

 

 

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