Dienstag 30.08.2022

 

Endlich geht es wieder los... auf der einen Seite waren es nur 4 Wochen und die Zeit ist wahnsinnig schnell vorübergegangen, auf der anderen Seite war es, wenn auch positiver, dann doch Stress für uns zwei. Die vielen Arzttermine, Familie, Freunde und Verwandte, eine Hochzeit, eine diamantene Hochzeit... reichlich Stoff, um die wenigen Tage aufzufüllen.

Wir sind rechtzeitig wach und machen uns abfahrbereit, da es spätestens um 9 Uhr nach FFM gehen soll und wir etwas Puffer wegen Staus und Unfällen auf den 250km bis zum Flughafen haben wollen. Oli kommt später aus den Federn, ist dafür aber auch schnell abfahrbereit. Natürlich müssen wir zuerst noch zur Tanke nach Empfingen fahren und schon fehlen die ersten 15min vom Puffer. Aber Oli lässt die Verspätungen, auch durch den teils schlecht fließenden Verkehr, auf den freien Strecken wieder durch (üb)erhöhte Geschwindigkeit wegschmelzen. Ist zwar für unser Herz etwas anstrengend, dafür sind wir aber nach 2-3 Umkreisungen des Flughafens rechtzeitig da.

Nach tränenreichem Abschied geht es zum Condor-Schalter für USA-Flüge, wo noch nichts los ist und wir sofort drankommen. Unsere Koffer, auf die vollen 23kg mit Ersatzteilen ausgereizt, laufen ohne Beanstandung aufs Förderband. Weil wir wegen der Covid-Dokumente nicht online einchecken konnten, macht der Kollege am Schalter die restlichen Eingaben. Leider sind die Plätze am Notausgang mit mehr Beinfreiheit schon weg und so gibt es normale 2er Plätze am Fenster und Gang, deutlich enger. Auch unsere Zusatztasche für den Innenraum stellt kein Problem dar und es gibt keinerlei Einwände, obwohl wir noch einen gut gefüllten Daypacker und zwei Laptoptaschen bei uns haben.

Wir machen uns gleich auf den Weg, denn bis zum Gate B45 ist es ein langer Weg. Auch am Security-Check kommen wir ohne Probleme durch trotz unserer Dieselleitungen, welche im Handgepäck dabei sind.

Jetzt noch etwas Wasser kaufen und am Gate auf das Boarding warten. Mit freiem Wifi am Airport deaktivieren wir noch die Telekom-Sim-Karten, da wir unsere Nummern auch in 9 Monaten, wenn wir wiederkommen, behalten bzw. reaktivieren wollen.

Wie schon gesagt, sind die Plätze nicht ganz so komfortabel wie bei unserem Flug vor 4 Wochen nach Deutschland, aber wir werden die 10,5h nach Seattle schon irgendwie rumbringen, Filme gucken, lesen, schlafen, essen.... Obwohl Peter (wie immer) einige verschläft, ist auch er ziemlich erschöpft als wir ankommen.

Am Flughafen in Seattle geht es auf langem Marsch zum Gepäckförderband – die Wege auf den Flughäfen sind immer ätzend weit - und nach einer gefühlten Ewigkeit kommen dann die Koffer an. Die einzige Ablenkung während der Warterei ist die installierte Kunst über den Bändern.

Die Koffer sehen unversehrt aus, so dass wir direkt zum Zoll marschieren. In unseren Pässen ist ja noch ein aktives Visum, gültig bis Mitte November, und nach 2-3 Smalltalksätzen und einem Check des Beamten im System werden wir durchgewunken. Keine weitere Gepäckkontrolle oder sonstige Einreiseprozedur. So lieben wir es. Das Multi-Entry-B2-Visum für 10 Jahre ist jeden Euro wert. (180€/Pers anno 2018)

Draußen vor der Ankunftshalle müssen wir uns orientieren und suchen, bis wir den PickUp-Bereich für App-Rides wie z.B. Uber im gegenüberliegenden Parkhaus gefunden haben. Dann per App den Fahrer gebucht, der dann auch schon 3min später eintrifft. Laut App kostet die Fahrt bis Auburn zum Lifestorage 49$, allerdings werden mit 15%Tipp, Flughafenpickupgebühr (!) und aktueller Spritzulage dann doch 73 Euro abgebucht. Wenn ich mal Zeit habe (grins) muss ich das mit Uber mal klären, warum diese Zusatzkosten in der App nicht angezeigt werden. Ansonsten sind wir mit dem Komfort des Fahrservice Uber total begeistert. Hat bisher überall problemlos funktioniert.

Nach 30min kommen wir am Storagegelände an und eine Mitarbeiterin sitzt auch noch im Büro. Damit wir mit dem Taxi direkt zum Moppel fahren können, benötigen wir zum Öffnen des Tores unseren Code. Den Zettel mit dem Code haben wir aber leider verschlampt, weshalb ich erst nochmal ins Büro muss und ihn mir wieder geben lasse. Da der Fahrer ohne zu meckern wartet und weiterhin sehr freundlich ist, legen wir gerne noch die 15%Tipp drauf.

Zwei Tage vor Abflug aus Deutschland ist die Managerin des Storage per email auf uns zugekommen. Nach einem Telefonat stellte sich heraus, dass eine unserer Alu-Boxen auf dem Dach geöffnet wurde, was irgendwann vom Personal bemerkt wurde. Anscheinend ist auf den Videobändern nichts zu sehen. Besonders ärgerlich ist diese Sache deswegen, da wir wegen der Nähe zum Außenzaun und den direkt angrenzenden Bäumen vor unserem Abflug einen anderen Platz haben wollten, dies aber wegen Ausbuchung abgelehnt wurde, obwohl wir noch reichlich freie Plätze im Innenbereich gesehen hatten. Interessanterweise befinden sich am mit Natodraht gesicherten Außenzaun keine Videokameras und die innerhalb angebrachten haben keine Sicht auf das Dach unseres Moppels, weil zu hoch. Außerdem funktionierten einige der Kameras bei unserer Abreise nicht.

Die Alukisten haben wir nicht durch Schlösser gesichert, da keine wertvollen Dinge drin sind. Es fehlen eine Plastikplane, ein Paar Gummistiefel, die wir bisher, seit wir unterwegs sind, noch nie benutzt haben. Die Befürchtung, dass der oder die Einbrecher versucht haben, das große Dachfenster aufzubrechen bzw. dass die Solarpanele beim Herumklettern auf dem Dach beschädigt wurden, hat sich gottseidank nicht bestätigt. Vermutlich haben sie sich nur von der Straße aus über den Zaun gewagt und auf der Kamera abgewandten Seite diese eine Kiste geöffnet. Die andere Kiste mit den Fahrradhelmen und dem Akku für Peter's Fahrrad ist unversehrt. Die Managerin kommt noch vorbei, um ein Protokoll aufzunehmen, aber da nichts 'Größeres' passiert ist, gibt es nicht viel zu protokollieren. Wir müssten den Schaden sowieso unserer Versicherung melden, da der Storage keine Versicherung hat. Ende gut alles gut.

Wir verstauen die Koffer und die Taschen im Innenraum, schließen die LKW-Batterien wieder an und können endlich, nach fast einer Stunde, vom Gelände fahren. In ein paar Kilometern Entfernung befindet sich ein Walmart, wo wir die ersten Lebensmittel einkaufen. Wegen Erschöpfung Jetlack sind wir sowieso aus dem Rhythmus und deshalb gönnen wir uns nach dem Einkauf eine kleine Mahlzeit bei unserer Lieblingsfastfoodkette Panda Express.

Jetzt noch in Richtung Westen raus aus Seattle zu fahren ist in unserem übermüdeten Zustand keine gute Idee und daher fahren wir zu dem Platz am Green River, an dem wir die letzte Nacht vor dem Flug nach Deutschland schon gestanden sind. Ist leider kein toller Platz aber jetzt noch weiter, über 30km in die falsche Richtung zu fahren, um an einer schönen Boatramp direkt am Fluss zu übernachten, ist auch nicht sinnvoll. Wegen Zeitverschiebung und Jetlack wird das sowieso keine Nacht mit viel Schlaf.

Man hört den Highway-Verkehr und auf der naheliegenden Eisenbahnlinie ist reichlich Rangierbetrieb die ganze Nacht. Aber in der Not .... So buchen wir für uns beide Male diese Nächte ab. Seattle und Umgebung ist nicht gerade ideal um freizustehen, daher kann man nicht wählerisch sein.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am Green River Parkinglot, Auburn, GPS: 47.300469, -122.174543, starkes AT&T-Netz, wenig Platz direkt an der Straße, eigentlich zu laut zum Übernachten, aber nur wenige Kilometer vom Life Storage entfernt, nur für den Notfall empfehlenswert

 

 

 

Mittwoch 31.08.2022

 

Die Nacht war wie zu erwarten nicht wirklich erholsam, aber Marion konnte wegen totaler Übermüdung ein paar Stunden schlafen und, um es vorweg zu nehmen, sie tut sich bei der Überwindung der Zeitverschiebung deutlich einfacher.

Als erstes fahren wir nochmals zum Walmart und holen den Rest, den wir gestern einfach nicht auf dem Einkaufszettel hatten. Nachdem wir heute morgen nochmal alle Vorratsschränke gecheckt haben, kommt dann doch etwas mehr zusammen.

Als wir vom Einkaufen zurückkommen checken wir online mittels Gasbuddy.com die aktuellen Dieselpreise in der Umgebung von Seattle und auch in Richtung Vancouver Island. Kanada ist sogar noch ein bisschen teurer als die USA und hier liegt der Preis so zwischen 1,50 und 1,80€ pro Liter. Warum auch immer, haben alle Walmarts im Umkreis von Seattle heute einen Dumpingpreis für Diesel und zwar 4,99$/gal, was umgerechnet 1,32€/L bedeutet. Da schlagen wir natürlich sofort zu und füllen beide Tanks mit über 320L Diesel auf bis Oberkante. In den nächsten Tagen werden wir sehen, dass es keine Tanke gibt, auch nicht in den indigenen Reservaten, wo Diesel unter 1,50€/L kostet. Da haben wir nochmal richtig zum Schnäppchenpreis zuschlagen können.

Als nächstes wollen wir uns endlich auf den Weg nach Westen Richtung Port Angeles auf der Olympic Peninsula machen, von wo aus die Fähre auf dem kürzesten Weg rüber nach Kanada geht. Unterwegs soll es noch einen Autobahnrastplatz geben, wo man auch dumpen kann. Interessanterweise ist das Grauwasser in unserem Tank in den letzten Wochen nicht wie gehofft verdunstet, sondern der Tank noch ziemlich voll. Leider verfahren wir uns und kommen irgendwann deutlich weiter westlich wieder auf die Interstate. Umdrehen wollen wir nicht, daher muss das Grauwasser entsorgen warten. Auch die Costco-Großmärkte verpassen wir, so dass wir erst wieder kurz vor Port Angeles auf einen treffen werden.

Wir fahren am Tacoma Container Hafen vorbei, wo die großen Containerschiffe be- und entladen werden, sehen hunderte/tausende Container gestapelt oder noch auf Güterzügen, oder auch mal eine größere Ladung Schaufelbagger. Danach überqueren wir die imposante Tacoma Narrow Bridge bevor es auf der Route #16 gen Norden geht.

Als wir am Kitsap Memorial State Park vorbeikommen, machen wir einen geplanten Stopp, um endlich unsere Frischwassertanks aufzufüllen. Laut iOverlander ist hier das freundliche Personal sehr hilfreich. Wir fragen die Rangerinnen, die gerade die Duschhäuser mit dem Kärcher reinigen, ob wir Wasser bekommen können, und werden zur Day Use-Area verwiesen, wo wir problemlos Wasser tanken können. Wir sind im Besitz einer Jahreskarte des Washington Discovery Passes (30$/Jahr), mit welchem wir in den meisten Day Use-Areas der State Parks und auf einigen ausgewiesenen einfachen, staatlichen Camping areas kostenlos stehen können.

Nach dem Wassertanken und Beantwortung etlicher Fragen von mehreren Zaungästen, gehen wir noch vor bis zum steinigen Strand des Sunds, in dem während der richtigen Saison Austern geerntet werden.

Die ganze Strecke vom Süden Seattles Richtung Westen führt durch ausgedehnte Insel und Halbinselwelt. Wir sind auch an mindestens zwei Militärhäfen vorbeigekommen.

Nach weiteren 30km kommen wir über die Hood Canal Floating Bridge, die durch ihre Länge ebenso beeindruckend ist.

Seit der Legalisierung von Marihuana in den meisten Bundesstaaten der USA findet man an jeder Hausecke einen Laden oder Händler. Der hier ist doch sehr ausgefallen aufgebaut.

Jetzt sind es noch ca. 50km bis zum 7Cedars Casino, welches wieder auf indigenem Gebiet steht. Das Casino hat einen großen Parkplatz für alle RV-Besucher ausgewiesen. Von den über 30 großen Parkplätzen sind 8x2-Plätze mit Strom- und Frischwasseranschluss ausgestattet. Wenn wir gewusst hätten, dass wir problemlos einen der begehrten Plätze bekommen, hätten wir auf das vorherige Wassertanken im State Park verzichten können.

Es gibt einen eigenen Kleinbusshuttle für die Besucher mit RV, damit sie den 300m Weg bis zum Casino nicht gehen müssen. So lässt sich auch Peter hinunterfahren und holt an der Rezeption zuerst einen Spielerausweis und mit diesem bei der Kassiererin einen Permit für 48h freies Parken auf dem Parkgelände.

Zurück am Fahrzeug machen wir uns sofort an die beiden großen und daher sehr lästigen Koffer voll mit Ersatzteilen und Klamotten. Marion macht sich an das Verstauen im Innenraum und Peter ist für die ganzen Ersatzteile in den äußeren Storagekapazitäten zuständig. Gegen Spätnachmittag sind wir mit wegräumen weitestgehend durch und die beiden leeren Koffer können auf dem Dach zwischengelagert werden bzw. einen verschenken wir an unsere Nachbarn in dem großen Raptor-Trailer. Die beiden reisen schon 3 Jahre in diesem Gespann und arbeiten von unterwegs aus.

Da wir, vor allem Peter, die letzten Nächte nicht viel Schlaf bekommen haben, machen wir Schluss und versuchen den Abend in die Länge zu ziehen, um in einen lokal angepassten Rhythmus zu kommen. Was leider die nächsten Tage nicht wirklich klappen will.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am 7Cedars Casino, GPS: 48.020253, -123.01159, gutes AT&T-Netz, relativ ruhig aber die ganze Nacht volle Beleuchtung damit die überall angebrachten Videokameras genügend zum Aufzeichnen erkennen können, freie Stromanbindung an ausgewählten Plätzen plus frisches Trinkwasser, sehr empfehlenswert

 

 

 

Donnerstag 01.09.2022

 

Heute morgen ist es trübe vor lauter Hochnebel, der von der naheliegenden Küste bis zu unserem Parkplatz hochzieht. Wegen weiterhin schlafloser Nacht ab 2 Uhr, beginne ich/ Peter gleich morgens um halb acht unter dem Schutz der Markise den Campingtisch aufzubauen und aus allen Ecken die Einzelteile für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur für die LiFePO4-Zellen, die wir gebraucht in San Diego erstanden haben, zusammen zu suchen. Zuerst wird eine parallele Schaltung hergestellt und dann mit einem 320W Meanwell DC Power Supply eingestellt auf 3,6V eine Initialladung durchgeführt. Aber vorher müssen noch einige Kabel mit den entsprechenden M14-Anschlüssen gecrimpt werden, was wieder reichlich Zeit in Anspruch nimmt. Regelmäßig kommen die umliegenden Nachbarn vorbei, um den Fortschritt des Aufbaus zu begutachten und natürlich den einen oder anderen Schwatz zu halten. Hilft auch nicht wirklich zügig voranzukommen.

Als dann alles steht, wird nochmal die Ausgangsspannung des Meanwell geprüft. Es liegen genau 3,600V an. Jetzt werden die parallel verbundenen LI-Zellen angeschlossen.

Die Ladespannung sinkt auf 3,03 V und es fließen ca. 37A in Richtung erster Zelle. Aber schon nach 1min beginnt es aus dem Lüfter des Meanwell zu rauchen, sofort kappe ich die Eingangsstromverbindung. Aber solange auch noch die Zellen mit dem Meanwell verbunden sind raucht es leicht weiter. Also auch noch schnell die Zellen abgehängt.

Ich überprüfe mehrfach die Anordnung, aber alles passt. Also nochmal den Meanwell solo getestet. Liefert 3,600V und raucht nicht. Diesmal wird nur mit einer Einzelzelle getestet.

Wieder stellen sich die 3V und die ca. 37A Strom ein und leider nach einer Minute auch wieder der Rauch aus dem Lüfter.

Zum in die Tischkante beißen....keine Idee, was falsch läuft.

Daher rufe ich Jim in San Diego, den Verkäufer der LI-Zellen an, da er sehr gute Kenntnisse besitzt vor allem was Ladeinfrastrukturen angeht.

Er kann anhand meiner detaillierten Beschreibung, welche auch aus seiner Sicht passt, nur anmerken, dass seine Erfahrung ist, dass eines von zehn dieser Meanwell Geräte schon defekt aus dem chinesischen Werk ankommt. Da es auch ohne Eingangsspannung aber mit angeschlossener LI-Zelle raucht, geht er von defekten Dioden aus. Pech...

Werde also übers Internet eine neue Power Supply bestellen müssen. Da wir aber die nächsten Wochen auf Vancouver Island sind, wird das noch etwas warten müssen.

Alles wieder zerlegt und verpackt, lege ich mich etwas frustriert ins Bett, um etwas Schlaf nach zu holen.

Von der ganzen Aktion gibt es leider keine Bilder, da Peter so in seine Bastelei vertieft war und Marion im Innern die ganze Zeit zugange war.

Den Rest des Tages geht außer lesen nicht mehr soviel. Austausch des kleinen Außenspiegels an der Fahrerkabine und Reparatur der Markise gehen so nebenher.

Kurz bekommen wir Besuch von einer Familie hier aus Washington, welche mit ihrem 6x6-Stephe....mit Anhänger Urlaub auf der Olympic-Halbinsel gemacht haben. Sie wollten nur mal kurz den Platz anschauen, aber nicht stehenbleiben. Nachdem sie unser Gefährt gesehen haben, gab es dann doch noch einen schönen Smalltalk, bevor sie nach einer halben Stunde wieder weiterdüsen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am 7Cedars Casino, GPS: 48.020253, -123.01159, gutes AT&T-Netz, relativ ruhig aber die ganze Nacht volle Beleuchtung damit die überall angebrachten Videokameras genügend zum Aufzeichnen erkennen können, freie Stromanbindung an ausgewählten Plätzen plus frisches Trinkwasser, sehr empfehlenswert

 

 

 

Freitag 02.09.2022

 

Heute morgen kein feuchter Hochnebel sondern Sonne.... Bevor wir wieder weiterfahren, laden wir die Batterien nochmal randvoll mit kostenlosem Strom und einige Nachbarn kommen auf einen technical smalltalk vorbei...

Die heutige Strecke ist moderat, da wir nur bis nach Port Angeles wollen, unterwegs noch kurz im Costco bzw. einem Baumarkt vorbeischauen. Wir machen unten an der Fähre einen Schlenker, um mal zu sehen wie viele Fahrzeuge auf die 12:45 Uhr Fähre wollen. Wir sind erstaunt, dass der große Parkplatz voll ist. Da müssen wir wohl doch das Geld für eine Reservierung ausgeben, damit wir nicht einen Tag verlieren oder erst die Abendfähre um 18:15 Uhr erreichen.

Es gibt zwei mögliche Übernachtungsplätze in relativer Nähe von ca. 40km. Zum einen der westlich liegende Lyre River Campground, wo man mit dem Washington Discovery Pass umsonst stehen kann oder wir fahren nach Süden in die Küstenberge der Olympic Peninsula rein und nutzen den Trailhead am Obstruction Point als Übernachtungsplatz.

Als wir schon halb den Berg hoch sind merken wir erst, dass wir ins Nationalparkgelände einfahren und laut Karte auch der Trailhead mitten drin liegt. Im Nationalpark ist Freistehen natürlich nicht erlaubt. Ärgerlich, dass diese Info nicht im iOverlander hinterlegt war. Unterwegs machen wir immer mal kurz Halt, damit der Moppel etwas an Temperatur verliert und wir die Aussicht genießen können. Auf der ganzen Strecke kann man rüber nach Vancouver Island und Victoria schauen, auch wenn man wegen der Trübe genau hinschauen muss.

Aber wenn wir schon hier sind, machen wir auch noch die restlichen 15km Auffahrt bis zur Hurricane Ridge. Hier ist ein Visitor center und ein paar kleine Wanderwege, aber vor allem ein toller Blick auf die Bergkette im Zentrum des Nationalparks. Als wir das letzte Mal hier waren, war es etwas klarer und damit die Sicht besser auf die schneebedeckten Gipfel bzw. die Reste der Gletscher.

Wir machen nur einen kleinen Rundwanderweg, von welchem man wieder eine Blick rüber nach Kanada und Vancouver Island hat.

Vom Ranger im Visitor center erfahren wir, dass wir mit unserem Moppel wegen schmaler Straße zu groß sind und es nicht bis zum Obstruction Trailhead geschafft hätten. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als wieder runter nach Port Angeles zu fahren und nach Westen zum Lyre River aufbrechen.

Als wir wieder zum Moppel zurückschlendern kommt ein Reh schön vor die Aussicht auf die Ridge. Dank der täglich vielen Touristen, ist es nicht mehr so scheu und lässt sich gut fotografieren.

Bevor es die lange Abfahrt wieder runtergeht sehen wir von oben die Strecke rüber zum Trailhead... hätten wir wahrscheinlich schon geschafft.

Auf halber Strecke nach unten kommen wir nochmals an diesem schönen Schätzchen vorbei:

Heute ist Freitag, Wochenende, und der Campground am Lyre River ist schon voll, bzw. es wäre noch ein Platz neben dem Toilettenhaus frei, allerdings muss bis 18 Uhr gewartet werden, da speziell für Behinderte reserviert. Das dauert uns zu lange, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass der Platz anderweitig belegt wird, und da der Platz direkt am Örtchen liegt ist der Duft nicht so dolle.

Daher fahren wir weiter, nochmal 7km bis zum nächsten Platz, der eine Multiuse-Area am Sadi Creek ist und besonders von Quad- und Dirtbikefahrern genutzt wird. In der Umgebung gibt es kilometerlange Strecken, wo man sich im Gelände austoben kann.

Hier sind noch zwei schöne Plätze mit Bank und Feuerring frei. Auch hier benötigen wir den Discovery Pass, den wir schon vor 6 Wochen gekauft haben.

So sind aus den geplanten 70km doch noch 150km geworden, aber dafür haben wir die Hurricane Ridge nochmal besucht.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am Sadie Creek Multiuse Camp, GPS: 49.133980, -123.907701, sehr schwaches AT&T-Netz, 10 Plätze, Bedingung Washington Discovery Pass, als Zwischenstopp auf der Olympic Peninsula empfehlenswert

 

 

 

Samstag 03.09.2022 – Sonntag 04.09.2022

 

Heute endlich die erste Nacht, in der wir fast durchgeschlafen haben,.gegen 4 Uhr eine kleine Wachperiode, aber mit etwas Sudoko und Lesen gut zu überbrücken.
Das Wochenende lassen wir es zum Ankommen nochmal sehr langsam angehen und machen nur so nebenher kleinere Reparaturen oder Umräumarbeiten. Marion arbeitet sehr fleißig den Vancouver Island Reiseführer durch, während Peter den Einstieg ins Tagebuchschreiben wieder übt.

Am Sonntagmorgen versucht Peter nochmal unsere Fahrräder zu aktivieren. Mit viel Geraspel im E-Motor funktioniert Marions Fahrrad, aber beim finalen Zusammenbau zeigt sich ein gebrochenes Schaltauge an der XTR-Schaltung. Leider passt auch der Steckschlüssel um die Ritzel anzuziehen nicht und somit kann der Motor wieder nicht geöffnet werden. So langsam verlässt uns die Lust, die Fahrräder weiter mitzuschleppen, vor allem da es immer mehr zu reparieren gibt und das hier in den USA richtig ins Geld läuft.

Irgendwann um die Mittagszeit beginnt es zu nieseln und daher wird alles wieder eingepackt bzw. der Benzingenerator ausgepackt, da wegen des trüben Wetters zu wenig Strom von oben kommt.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am Sadie Creek Multiuse Camp, GPS: 49.133980, -123.907701, sehr schwaches AT&T-Netz, 10 Plätze, Bedingung Washington Discovery Pass, als Zwischenstopp auf der Olympic Peninsula empfehlenswert

 

 

Hier wieder die Kartenübersicht der 25. und 26. Woche nach Neustart 2022 mit den gewählten Stellplätzen:

Kanada_2022_Sept_1

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                  Teil 71: Kanada 2022 - BC  >>>