Montag 16.01.2023

 

Heute geht es endlich wieder auf die Piste. Der Sonntagsrummel auf den Vulkanen sollte vorbei sein und auch das Wetter zeigt sich mit klarer Sicht auf die Berge wieder von der besten Seite. Es sind nur ca. 45km bis hoch zum Paso de Cortés. Dieser Pass liegt genau zwischen dem hochaktiven Popo und dem inaktiven Ixta. Deshalb darf man nur auf der Ixta-Seite in den Nationalpark, während die Popo-Seite komplett gesperrt ist.

Bis zum eigentlich Anstieg hinter dem Städtchen Amameca kommen wir durch mehrere Dörfer. In einem wollen wir noch Obst und Gemüse einkaufen. Der größte Teil des Wochenmarktes ist von Avocado-Bauern belegt, die hier ihre Ware sackweise an fahrende Händler verkaufen. Wir müssen ein paar abklappern bis wir einen finden, der uns ein paar Einzelne verkauft. Dafür ist des restliche Obst gut und billig zu bekommen, so dass wir mit zwei vollen Taschen wieder am Fahrzeug ankommen.

In Amameca wollen wir noch in einen Supermarkt einkaufen gehen, aber hier ist soviel Trubel und kaum Parkplätze, dass wir nach einer Ehrenrunde schnell wieder raus sind. Die anderen beiden Fahrzeuge haben es gar nicht probiert. Halb in der Stadt drin müssen wir hinter einem Mülllaster anhalten. Ideal, um unseren Müll loszuwerden. Warnblinkanlage rein, und von der Heckplattform die vier Mülltüten direkt in den Schlund entsorgt. Wir sind es ja mittlerweile gewohnt, immer die Augen offen zu haben für geeignete Möglichkeiten zur Müllentsorgung, da wir keinen Platz bzw. Stauraum dafür haben.

Der Anstieg in Richtung Pass ist sehr steil und wir müssen öfters wegen heißem Motor anhalten und Pausen einlegen. Wir fahren die Ruta Volcanes vorbei an großen Anbaugebieten von Weihnachtsbäumen – etwas mickrige Bäumchen.

Oben auf dem Pass warten die anderen und sind schon am Planen und Palavern. Vom Pass aus dürfen wir die restlichen 200 Höhenmeter nach La Joya leider nicht hochfahren wegen zu viel Gewicht, Hunde sind im Nationalpark überhaupt nicht erlaubt. Somit bleibt nur die Möglichkeit, ein Taxi zu rufen, das uns die 6,5km hochfahren würde.

Damit Michaela und Richy ihren Ricky rauslassen können, müssen sie aus dem NP raus fahren. Ihr Plan ist, 7km Richtung Osten den Pass hinunterzufahren, um bei einem Ecopark an einem kleinen See kostenpflichtig einzuparken. Auch wir wollen nicht hier oben auf 3700m im staubigen Wind stehen bleiben und entscheiden uns, den Berg wieder etwas hinunter zu fahren. Theo will warten, was wir über die Straßenverhältnisse melden werden. Wir fahren voraus und schon nach 2,1km entdecken wir auf der linken Seite einen Feldweg, der für unsere Breite und Bodenfreiheit geradeso ausreicht. Nach 100m öffnet sich das Gelände und bietet viele Stellmöglichkeiten und an 1-2 Stellen sogar mit einem schönen Blick auf den Popo bzw auf den Ixta.

Nachdem der Starlink von den Nachbarn läuft informieren wir Theo, der dann jedoch entscheidet, oben am Pass zu bleiben.

Wir holen die Stühle raus und beobachten den Popo noch so lange bis es dunkel und kalt wird. Heute Nachmittag ist er sehr friedlich. Spieleabend gibt es heute keinen, sondern paarweises Relaxen und Filme gucken.

Peter will auch die Chance nutzen, dass der Starlink den ganzen Abend läuft, endlich die Homepage von Joomla 3.10.11 auf 4.26 upzugraden. Er räumte in den vergangenen Tagen ziemlich bei den Erweiterungen und Plugins auf, brachte die übrig gebliebenen auf den aktuellen Stand und so verlief der Umstieg fast 'geräuschlos'. Noch ein paar Nachbearbeitungen und die Homepage läuft wieder wie sie soll. Jetzt noch den PHP von 7.42 auf 8.0 umstellen und das Thema ist vom Tisch. Ab Ende Januar hätte man für das alte PHP und dessen Unterstützung monatlich bezahlen müssen. Aber PHP 8.0 läuft halt nicht mit dem 3.x Joomla. Deshalb musste generell aufgeräumt werden. Aber jetzt dürfte für eine Weile wieder Ruhe sein.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen unterhalb Paso de Cortés, GPS: 19.091075, -98.629909, sehr schwaches TelCel-Netz H+ 1Bars, ausgewaschener Anfahrtsweg, super Blick auf Popo und Ixta, sehr ruhige aber kalte Nacht, sehr empfehlenswert,

 

 

 

Dienstag 17.01.2023

 

Schon morgens um 7:30 Uhr beginnt der Popo mit einigen sehr spektakulären Ausbrüchen und lässt riesige Staubwolken über 2000m über seinem Gipfel aufsteigen. So springen wir fast im 15min Takt nach draußen und filmen bzw. knipsen das beeindruckende Naturschauspiel. Der Ixta dagegen ist ein 'normaler' Berg und wirkt bzw. sieht nicht so aus wie ein ehemaliger Vulkan.

Gegen 11 Uhr wird es ruhiger, nur hin und wieder ein kleines Wölkchen wird ausgepustet, daher machen wir uns zu viert auf eine kleine Wanderung durch den Wald entlang der Nationalparkgrenze hoch in Richtung Ixta. Theo ist inzwischen zu uns heruntergefahren. Nach kurzer Abstimmung fährt er allerdings gleich weiter Richtung Cholula, unserem heutigen geplanten Ziel in der Nachbarschaft der Metropole Puebla.

Wir wandern nur einen Teil der Strecke mit, da wir konditionell nicht so fit sind wie Michaela und Richy. Während die Beiden noch weiter hoch Richtung La Joya wandern, machen wir uns wieder auf den Rückweg.

Gerade als wir beim Mittagsessen sitzen, fängt der Popo wieder an zu spucken, und zwar sehr sehenswerte, dunkle Aschewolken. Auch wenn wir heute schon mehrere beobachten durften ist jeder wieder anders und toll.

 

Hier mal einer der spektakuläreren Ausbrüche als Video:

 

Gegen 14:30 Uhr sind die anderen von der Wanderung zurück und wir machen uns auf zu Theo nach Cholula.

Die Ostabfahrt vom Paso de Cortés hat es in sich. Nicht geteert und in miserablem Zustand. Da wird selbst von unseren Fahrzeugen einiges gefordert. Ist ein bisschen wie im Yukon oder auf dem Dalton Highway in Alaska. Wir denken oft an Theo, wie er seine Old Lady hinunter quälen muss und mal wieder ihre Belastbarkeit ausgereizt wird.

Unten angekommen ist es zwar wieder geteert, aber dafür wieder unendlich viele, oft schlecht erkennbare Topes, die das Fahren sehr anstrengend machen.

In Cholula fahren wir zu den verschiedenen Parkplätzen direkt unterhalb des Hügels, auf dem eine Christliche Kirche thront und darunter, im Hügel versteckt, sich vom Volumen her die größte Pyramide der Welt befindet. Auf einer Seite des Hügels sind die Fundamente der Pyramide freigelegt, der Rest bleibt unter dicken Erdschichten verborgen.

Der anvisierte Platz ist leider nicht mehr verfügbar und auf dem anderen wollen sie 350 Pesos pro Nacht. Mit Marions Hilfe ist nach kurzer Zeit ein Preis von 200 Pesos(=10€) pro Nacht pro Fahrzeug ausgehandelt und wir parken auf dem etwas unebenen Gelände mit Unterstützung der Unterlegkeile ein.

Große Ausflüge will heute niemand mehr machen, aber etwas die Beine vertreten und dann was essen ist genau das Richtige.

So bummeln wir etwas durchs nachbarliche Viertel, das leider total auf die mit Bussen anrollenden Touristenmassen rund um die Pyramide eingestellt ist. Schlussendlich sitzen wir in einem Restaurant, das auf Argentinisch macht und bestellen von Hamburger bis Steak unterschiedliche Gerichte. Das Essen ist von gut bis mittelmäßig, dafür aber hochpreisig.

Heute gehen wir alle sehr müde ins Bett, allerdings mit einem tollen Blick auf die angestrahlte Kirche oberhalb von uns.

 

Übernachtungsplatz:

Unterhalb Pyramid of Cholula, GPS: 19.057470, -98.299090, gutes TelCel-Netz 4G 1-2Bars, viel Platz aber erst nach Verhandlungen nur 200 Peso pro Nacht, super Blick auf den Pyramidenhügel mit seiner nachts beleuchteten Kirche, ruhige Nacht, empfehlenswert,

 

 

 

Mittwoch 18.01.2023

 

Als wir aufwachen ist der Himmel bewölkt und grau. Kein Regen aber der Wetterbericht sagt den ganzen Tag Bewölkung voraus. Wir zwei diskutieren kurz und beschließen, den für Morgen geplanten Einkaufstrip auf heute vor zu verlegen. Theo hat ähnliches vor und die anderen Nachbarn wollen zuerst einmal etwas Arbeiten und dann entscheiden, wie es weitergeht.

Zuerst fahren wir zu einer in der Nähe liegenden Wäscherei und geben dort unsere Wäsche ab. Wir können sie schon heute ab 17 Uhr holen oder erst Morgen, je nachdem wie es bei uns reinpasst. Der Preis ist der Gleiche. Für 8kg Wäsche bezahlen wir 162 Pesos (8€) und haben dann wieder für 2 Wochen frische Wäsche im Schrank liegen.

Die Fahrt bis zum Costco in Puebla, quer durch Cholula ist heftig, Topes Topes Topes, da wir nicht auf die große Umgehungsstraße, sondern quer durchgefahren sind. Man lernt immer noch dazu.

Vom Costco brauchen wir nicht viel, Walmart oder Soriana sind heute wichtiger. Zum Mittagessen gibt es den günstigen großen HotDog bzw. frische Pizza vom Costco-Außenrestaurant. Als Nachtisch gönnen wir uns eine Tüte frisch gebackene Mini-Donuts.

Als wir beim Walmart/Soriana ankommen, sind dort die Einfahrten so klein, dass wir keine Chance haben hineinzukommen. Auch beim benachbarten Baumarkt Home Depot muss eine Absperrung entfernt werden, dass wir hineinfahren können. Grmpf - wir bekommen leider fast nichts von unserer Liste und verlassen mit nur einem neuen Schuhhänger für den Eingangsbereich den Baumarkt.

Etwas frustriert und ohne Lust, weitere Einkaufstempel aufzusuchen, fahren wir wieder zurück zum Platz und machen erst mal Pause. Theo hat seine Wäsche zu Fuß weggebracht und kommt gerade erst im Costco an, als wir schon wieder zurück sind.

Gerade als wir uns nach einer Stunde Pause entschieden haben, zur Tempelanlage und zur Kirche rüber bzw. hochzuwandern, kommen Michaela und Richy mit Ricky zurück. Der 800m lange Tunnel, der von der 8km langen Tunnelanlage im Pyramidenberg normalerweise für Touristen geöffnet ist, ist wegen der aktuell neu ausgebrochenen, hochansteckenden Covid-Situation geschlossen. So ein Mist. Das wäre eigentlich das Highlight an dieser Stelle gewesen.

Na dann. Wir überlegen und entscheiden uns, zu viert einen Uber zu bestellen und ins historische Zentrum von Puebla zur zweitgrößten Kathedrale von Mexiko zu fahren. Theo lässt seinen Wagen beim Costco auf dem Parkplatz stehen und kommt auch mit einem Uber zur Kathedrale.

Die berühmte Bibliotheca de Palafoxinana, die wohl größte und älteste im iberoamerikanischen Raum, besuchen wir zuerst, da hier um 17 Uhr geschlossen wird. Sie ist schön anzusehen, allerdings nur ein großer Raum davon. Die Bereiche mit den Globen und Karten/Atlanten ist für Besucher nicht zugänglich. Dieser kurze Blick in den Bücherraum kostet 42 Pesos (2 €) pro Person. Da wir in Zacatecas und Morelia schon andere schöne kostenlose Bibliotheken bewundern durften, ist dieser Preis zu hoch und nicht angemessen.

Die restlichen zugänglichen Räume in dem Gebäude sind der Kunst zur Verfügung gestellt und das eine oder andere Exponat ist schön anzuschauen.

Gegenüber auf der anderen Straßenseite können wir dann direkt über einen Seiteneingang in die große, sehr beeindruckende Kathedrale rein. Hier verbringen wir einige Zeit, da durch die Größe vieles beim Rundgang zu entdecken ist. Hier treffen wir dann auch wieder mit Theo zusammen.

Direkt in der Nachbarschaft der Kathedrale befindet sich der zentrale Platz von Puebla, Zócalo. So nennt man die überdachten Außenrestaurants die in einem Bogengang liegen. Wir bummeln ein großes Stück die sehr belebte Fußgängerzone hinauf.

Die wohl sehr bekannte Kirche der Jungfrau „Rosalia“ bietet innen sehr viel Barock, vor allem die überladene Seitenkapelle zu Ehren von Rosalia.

Die Fußgängerzone würde noch einen Kilometer weitergehen, von den Seitenstraßen und -höfen mal ganz abgesehen, da es uns aber inzwischen etwas dürstet wollen wir zurück zum Zocalo und dort etwas trinken bzw. essen.

Direkt gegenüber und mit schönem Blick auf die Kathedrale sind die Getränke selbstverständlich total überteuert und mit zu viel Eis auch nicht besonders gut.

Zum Essen wechseln wir dann zwei Restaurants weiter, wo es eine Abwandlung des Al Pastor-Spießes mit seinem rötlichen von Gewürzen eingefärbten Fleisches gibt. Nennt sich oriental bzw. arab und erinnert von den Gewürzen und Geschmack her etwas an Gyros. Sehr lecker und hier stimmt erstaunlicherweise das Preis/Leistungsverhältnis.

Theo ist inzwischen mit einem Uber zurück zu seinem Fahrzeug beim Costco und auch wir bestellen uns ein Fahrzeug zurück nach Cholula. Uns kostet das Fahrzeug mit bis zu 4 Personen inkl. Trinkgeld 150 Pesos also ca. 7,50€ und das für eine Fahrt von fast einer halben Stunden quer durch den Moloch Puebla nach Cholula. Wir genießen es, so entspannt, sehr sicher und günstig in der Großstadt unterwegs zu sein und direkt vor unseren Fahrzeugen abgeladen zu werden. Theo hat seine anstrengende Nachtfahrt vom Costco zurück auch hinter sich gebracht und trifft gleichzeitig mit uns am Platz ein. Müssen zuerst den Nachtwächter wecken, damit er uns alle reinlässt.

 

Übernachtungsplatz:

Unterhalb Pyramid of Cholula, GPS: 19.057470, -98.299090, gutes TelCel-Netz 4G 1-2Bars, viel Platz aber erst nach Verhandlungen nur 200 Peso pro Nacht, super Blick auf den Pyramidenhügel mit seiner nachts beleuchteten Kirche, ruhige Nacht, empfehlenswert,

 

 

 

Donnerstag 19.01.2023

 

Nach dem Frühstück treffen wir uns alle draußen, bezahlen für die letzte Nacht, und stellen fest, dass das Wasser hier aus einem Brunnen stammt und nicht geruchsneutral ist, eben leider kein Stadtwasser, was mit unseren eingebauten Filtern gut zu trinken wäre. Müssen wir also doch noch eine andere Möglichkeit zum Wasser bunkern suchen.

Jetzt geht es zuerst zur Kirche hoch. Schon beim Frühstück haben wir den Popo im Hintergrund ausbrechen gesehen und hoffen, dass wir oben bei der Kirche mit gutem Blick rüber zu den Vulkanen noch eine bessere Aussicht haben.

Der Aufstieg ist steil, aber langsam machbar. Wir kommen im unteren Teil an den freigelegten Ausgrabungsstätten des Fundaments der Pyramide vorbei, da der Tunnel jedoch geschlossen ist, bleiben wir außerhalb und schauen durch die Absperrgitter von oben auf das Gemäuer.

Oben bei der Kirche haben wir einen tollen Rundblick, zum einen rüber zu den beiden Vulkanen und dem dazwischen liegenden Paso de Cortés (roter Pfeil), wo wir übernachteten, und auf der anderen Seite zur Dunstglocken verhangenen Großstadt Puebla. Welch ein Smog!

Leider pustet der Popo so lange wir oben stehen nicht, sondern genau dann, als wir wieder unten bei den Fahrzeugen ankommen.

Inzwischen ist es schon fast 11 Uhr und wir machen uns vom Acker. Wir fahren noch zur Wäscherei, um die fertige Wäsche abzuholen, während die anderen sich auf die Fahrt nach Orizaba, unserem nächsten Stopp machen.

Richy und Michaela wollten eigentlich ohne uns noch auf den größten Vulkan, den Pico Orizaba mit 5700m, hoch auf über 4000m fahren und dort übernachten, allerdings wurde im iOverlander berichtet, dass dort Reisenden während deren Wanderung das Fahrzeug aufgebrochen wurde. Dieses Risiko wollten sie nicht eingehen und haben sich darum gegen den Bergausflug entschieden.

Bei der Wäscherei sehen wir einen Wasserlaster, der Aqua purificada ausfährt. Diesen halten wir an und fragen ihn aus, wo er sein Wasser tankt. Marion bekommt eine Beschreibung und, um es kurz zu machen, wir haben den Platz nicht gefunden.

Also fahren wir einfach weiter Richtung Mobiltankstelle, wo wir gestern Abend günstigen Diesel gesehen hatten und diese sowieso auf unserer Strecke liegt.

Aber schon nach wenigen Kilometern entdecken wir die Wassertankstelle, die wir gestern auch schon bei der Rückfahrt sahen, wo die kleinen Wasserlaster betankt werden. Nach ein paar abenteuerlichen Nebenstraßen und Wendeaktionen treffen wir dort ein. Eigentlich gibt es nur ein dickes Rohr, mit dem die Tanklaster von oben befüllt werden. Im Nachbargebäude gibt es allerdings noch einen etwas dünneren Schlauch, den man auch zum Betanken nehmen kann. Wir parken so nah wie möglich ein und dann reicht der Schlauch gerade so bis zu den Wartungsdeckeln unserer Wassertanks. Der Druck ist nicht zu stark, so dass der Wechsel zwischen den Tanks mit rechtzeitigem Stopp problemlos funktioniert.

Wir müssen nur 100 Pesos also 5€ bezahlen, was sehr günstig ist, und bedanken uns sehr für den Aufwand, den der Besitzer mit uns hatte.

Als wir an der Dieseltankstelle ankommen ist dort Richy noch mit Wassertanken aus einem Wasserhahn beschäftigt und Theo ist schon voll getankt wieder auf der Piste. Der Preis mit 22,69Peso/L ist sehr günstig und so machen wir mit 417L beide Diesel-Tanks randvoll. Zu unserem Ärgernis tippt der Tankwart beim Bezahlen mit der Kreditkarte zweimal auf die falsche Taste, auf die Eurofunktion, obwohl wir mehrfach gesagt haben, dass wir in Peso abrechnen wollen, und daher verlieren wir alleine durch den schlechten Umrechnungsfaktor fast 40€ und tanken jetzt mit 1,20€/L den teuersten Diesel in Mexiko. Wir ärgern uns immens, können aber nichts mehr ändern. Das Bildungsniveau bei den Tankwarts ist halt nicht ausreichend, um solche Feinheiten zu verstehen.

Im Gegensatz zu den anderen wollen wir bei der Weiterfahrt nicht auf die kostenpflichtige Autobahn, sondern auf den freien Nebenstrecken etwas durchs mexikanische Leben fahren.

Zwischendurch ruft Michaela an und vermeldet, dass der Verkehr auf der Autobahn auch sehr zäh wäre.

Nach etwa 2/3 der Strecke ist es inzwischen schon 15:30 Uhr und wir entscheiden nach einem kurzen Taco al Pastor-Stopp, dass wir doch die nächste Auffahrt auf die Autobahn nehmen und die restlichen 60km zügig hinter uns bringen wollen.

Leider stuft uns der Kassierer bei der Auffahrt als LKW ein und nicht wie bisher als Auto mit einer einfach besetzten Hinterachse und wir müssen schlussendlich nach fast 10min Diskussion mit zuletzt drei anderen Kontrolleuren und viel Gehupe im Stau hinter uns den doppelten Preis von 299 Pesos (15€) für die nächsten 40km Maut bezahlen. So ein Mist. Richy ist in einer anderen Spur mit 145 Pesos durchgekommen.

20km vor Orizaba, schon im küstennahen Tiefland unterhalb des Bergplateaus von Mexikostadt und Puebla, geht es nun die nächsten Kilometer über 1200 Höhenmeter auf langgestreckten Serpentinen hinunter. Hier staut sich die Wasser schwangere Luft vom Golf von Mexiko, fast auf der gesamten Strecke Nebelschwaden. Man kommt sich wie im Herbst am Drackensteiner Hang vor, nur wärmer.

Die letzten Kilometer vor Orizaba sind noch recht hügelig, aber so wolkenverhangen, dass der Blick auf den Orizaba-Vulkan erst vor dem Abstieg in die Tiefebene im fernen Dunst sichtbar ist. Somit sind die evtl. geplanten Tandem-Gleitschirmflüge in Fortín de Flores auch von der Liste gestrichen.

Wir treffen auf dem Parkplatz hinter dem Walmart von Orizaba fast eine Stunde später als die anderen ein, die inzwischen schon beim Einkaufen waren.

Der Platz ist etwas uneben und daher dauert das Einparken etwas länger. Schöner Blick auf den Vulkan.

Um die Beine zu vertreten gehen wir auch noch rüber zum Walmart und kaufen die restlichen Sachen von unserer Liste ein. So sind wir wieder voll ausgerüstet.

Der Tag war wieder sehr anstrengend und es geht früh ins Bett.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Parkplatz hinter Walmart, Orizaba, GPS: 18.862904, -97.093890, gutes TelCel-Netz 4G 2Bars, viel Platz, relativ ruhige Nacht, empfehlenswert,

 

 

 

Freitag 20.01.2023

 

Theo fährt als erster los und nimmt die Route Richtung Veracruz und dann entlang der Küste am mexikanischen Golf gen Süden. Auch wir nehmen diese, da das Navi diese wegen der niedrigeren Mautgebühr vorschlägt. Richy und Michaela nehmen die etwas weiter im Landesinneren liegende #145D.

Zuerst kommen wir in Richtung Córdoba durch dschungelartige bergige Serpentinenstraßen. Nach den kargen Höhen des Popo und der Großstadt Puebla mal wieder eine sehr schöne, grüne Abwechslung.

Fortín de las Flores ist für seine vielen Gärtnereien und Blumenpracht bekannt. Wir machen einen kurzen Stopp und googeln nach der interessantesten Gärtnerei. Leider nichts mit Orchideen, aber wir entdecken ein „Museum“ für Bonsai. Wie wir später erfahren werden, ist der Besitzer inzwischen über 90 Jahr alt. Er hat sein Leben den Bonsai gewidmet und in seinem Reich eine der größten Sammlungen und Bibliothek zum Thema Bonsai zusammengetragen. Betreut wird der Garten und die Sammlung seit vielen Jahren von einem Gärtnermeister, der auch für Besucher wie uns die Führung übernimmt.

Wir kontaktieren Michaela und Richy und nach etwas Abstimmung schaffen wir es, gemeinsam den Garten zu besuchen. Ein kleiner Eintrittsobolus und wir werden über eine Stunde von dem Gärtnermeister durch die zum Teil Jahrhunderte alten Kostbarkeiten geführt. Er kennt jede Planze genau, erklärt uns wie alt sie ist und wie lange sie sich schon in der Sammlung befindet. Weltweit haben viele Bonsai-Sammler ihre besten Stücke der Sammlung hinzugefügt.

Hier ein kleine Auswahl:

Wir dürfen auch noch den Privatgarten mit Pool besichtigen mit herrlichem Blick über die grünen Dschungelhügel der Umgebung.

Wir alle sind total geflasht von den Schönheiten und total happy, dass wir diesen wundervollen Garten durch Zufall gefunden haben.

Ab hier nehmen, wie schon beschrieben, Michaela und Richy eine andere Strecke.

Auf der Weiterfahrt geht es Marion nicht besonders, Schwindel und Übelkeit. Theo findet nach 110km einen Strandparkplatz und will dort auf uns warten. Das eigentlich ausgemachte Ziel ist ein Stellplatz am Rio Papaloapan ca. 15km von der Küstenstraße entfernt.

Als wir bei Theo ankommen, ist bei Marion die Luft raus und sie legt sich sofort nach hinten ins Bett. Die restlichen 50km weiterfahren bis zum Treffpunkt mit den anderen Beiden macht keinen Sinn, so dass wir wie Theo hier stehenbleiben. Michi & Richy wollen am Fluss stehen bleiben und so werden wir uns halt erst Morgen wieder auf der Strecke begegnen.

Nach dem Einparken geht Peter gleich mal ins Meer, um die eintönige Fahrt auf der Autobahn abzuschütteln.

Man muss schon weit hinausgehen, damit das Wasser tiefer wird und vor allem im vorderen Bereich ist es warm wie in der Kinderbadewanne. Nicht wirklich erfrischend.

Theo hat die benachbarte Strandbar geentert und lässt sich Krabben in scharfer Salsasoße mit kaltem Bier servieren.

Marion hat keinen Hunger und Peter braucht bei der Hitze auch nicht viel.

Gegen Abend kommt dann etwas Wind vom Meer her auf und es wird angenehmer.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am Strand, Golf von Mexiko, GPS: 18.863560, -95.905150, gutes TelCel-Netz 4G 2Bars, mehrere Plätze, relativ ruhige Nacht, empfehlenswert,

 

 

 

Samstag 21.01.2023

 

Ebbe, das Meer hat sich weeeiiit zurückgezogen, so dass wir zum Morgenbad vor dem Frühstück ein gutes Stück gehen müssen.

Die Sonne brennt schon, kaum aufgegangen. Marion geht es soweit gut, so dass wir schauen, dass wir zügig loskommen. Theo bastelt noch mit der Sim-Karte und seinen 3 Handys, braucht daher heute mal länger und fährt erst nach uns los.

Entlang der Küstenstraße gibt es unzählige Buden, wo vom morgigen Fang Tüten weise Garnelen verkauft werden. Um die Zeit sicher noch frisch, aber 2h später würden wir die Teilchen nicht mehr kaufen. Wir haben noch das Gefrierfach voll und lassen daher das Angebot links liegen.

Schon nach wenigen Kilometern überqueren wir über eine ausgedehnte Brücke den Rio Papaloapan, über den schon die Spanier für ihre Eroberungen mit den Schiffen ins Landesinnere geschippert sind.

Kurz danach müssen wir schon eine erste Maut bezahlen, wobei wir uns fragen für was, da die Straße unverändert mit Gegenverkehr weitergeht und auch der Zustand rechtfertigt das extra Geld nicht.

Wir durchfahren die küstennahen Ländereien die weitestgehend zum Anbau von Zuckerrohr genutzt werden.

Als wir nach der Hälfte der Strecke raus an die Küste abbiegen wird die Straße enger und die Toppesanzahl nimmt zu. Die meisten sind nicht wie sonst üblich angemalt oder gekennzeichnet, da jedoch die Zuckerrohrlaster an diesen Stellen meistens ein paar Stängel verlieren, müssen wir nur auf diese am Boden liegenden achten, da sich dort meistens ein Bodenschwelle verbirgt.

An der Küste testen wir noch 1-2 Stellmöglichkeiten, allerdings nichts berauschendes, so dass wir weiter und 160 Höhenmeter ins Landesinnere hochfahren, um dort auf einem von drei Privatgrundstücken einzuparken, von wo man zu einem Wasserfall gelangt. Hier fließt reichlich Wasser aus dem höheren Hinterland ab und daher ein beliebtes Ausflugsziel. Die Besitzer der Grundstücke lassen einen gegen Gebühr auf der Wiese parken bzw. in unserem Fall übernachten (70P/Pers/Nacht =3,50€) inkl. Wasserfallbesuch. Auch gibt es ein kleines Restaurant.

Die ersten beiden Stellen, die wir oben auf dem Berg im Zentrum des Dorfes besichtigen, sind für unsere Dicken nicht geeignet, so dass wir wieder zum Ortseingang den Berg hinunterfahren und dort auf dem Privatgelände einparken. Es ist eine schöne große Wiese mit Palmen und unzähligen blühenden Büschen. Viele unterschiedliche Schmetterlinge und auch die Vogelwelt ist lautstark vertreten, aber leider schlecht abzulichten. Vom Grundstückrand kann man direkt hinunter zum Meer schauen, ziemlich dunstig wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Mit einem stetigen leichten Wind die Kante hoch ist es sehr angenehm zwischen den Palmen zu sitzen.

Kein Internet hier, weswegen wir Theo nicht erreichen kkönnen, um ihm mitzuteilen, dass wir nicht am ausgemachten Stellplatz sind. Auch wissen wir nicht, wie weit hinter uns er ist. Also stehen wir nicht oben an der Straße und warten, sondern basteln ein Schild, damit er weiß, wo er abbiegen muss. Hoffentlich klappt's.

Leider hat es nicht funktioniert und nachdem Theo beim ersten besprochenen Stellplatz oben im Dorf auch gescheitert ist und wohl echt Mühe hatte wieder raus zu kommen, hat er nicht mehr versucht, uns bei den anderen beiden Plätzen zu finden, sondern ist wieder an die Küste gefahren und noch weitere 70km in Richtung Yucatan. An einer Oxxo-Tankstelle zwischen anderen Lastern hat er eingeparkt und dort die Nacht relativ ruhig verbracht. Die nächsten Tage wird er uns voraus sein, da wir auf jeden Fall den Sonntag hier verbringen wollen. Aber wir bleiben in engem Kontakt und werden irgendwann wieder zusammenkommen.

Der Besuch des Wasserfalls wird auf Morgen verschoben. Den Rest des Mittags plappern wir unter den Palmen.

 

Übernachtungsplatz:

Cascada El Tucan, GPS: 18.660884, -95.150289, kein TelCel-Netz, mehrere Plätze auf Wiese im Privatgrundstück, 70Peso/Person inkl. Wasserfallbesuch, sehr ruhige Nacht, empfehlenswert,

 

 

 

Sonntag 22.01.2023

 

Eigentlich sollte es ein Ruhetag werden, aber wenn man schon mal an einem Platz steht, der sich zum Werkeln anbietet, muss man ran.

Als erstes wird endlich die Mückenschiebetür am Eingang installiert. Marion hat sich die vergangene Woche mehrere Stunden täglich mit Nähen beschäftigt, um ein passendes Mückennetz anzufertigen. Nach etwas probieren und fluchen hat es am Ende gepasst. Wegen dem dickeren Stoff rollt es nicht ganz auf bzw. wegen der höheren Aufrollspannung ist die Magnetleiste manchmal zu schwach. Da braucht es noch etwas Feintuning.

Peter will noch die Kanzel kippen um zu schauen, wie es im Motorraum aussieht bzw. ob sein Metallschurz bei der Motorbremse die Rußentwicklung zurückhält. Die Schürze ist zu klein, der Ruß verteilt sich immer noch im Motorraum. Da müssen wir in den nächsten Tagen nochmal bei einer Ferretería (Eisenwarenhandlung) vorbei und ein Reparaturblech und eine Blechschere kaufen.

Wenn die Kanzel schon gekippt ist und wir die nächsten Wochen auf Yucatan vermutlich viel am Strand unterwegs sind, ist es dringend notwendig dass die Differentialsperren wieder geschaltet werden können. D.h. die alten Kupferleitungen raus und ein neuer Schalter rein, der jetzt mit flexiblen Teclan-Leitungen angebunden wird. Die letzten beiden Schalter sind vermutlich undicht geworden, da durch die leicht verbogenen Kupferleitungen soviel Spannung auf dem Schalter war, dass im Innenleben des Schalters die Dichtungsringe nicht mehr korrekt gearbeitet hatten. Wir drücken die Daumen, dass das Problem jetzt behoben ist. Trotz ausgiebiger Suche finden wir die 6x4 Messingstützhülsen nicht mehr und Peter will schon das Projekt absagen. Dann entdeckt er in der Elektro-Box die Aderendhülsen aus Aluminium und diese haben die richtige Größe. Sind zwar nicht so stabil wie die aus Messing aber bei dem kleinen Durchmesser haben sie für einen Versuch eine ausreichende Stabilität.

Nachdem alles gut angezogen ist, wird Druck aufgebaut und geprüft ob noch irgendwo Luft verloren geht. Man hört nichts und auch 1 h später ist der Druck unverändert auf den Kesseln. Für einen richtigen Test, ob die Sperren rein oder rausgehen, müssten wir alles zusammenräumen und herumfahren. Das testen wir Morgen bei der Weiterfahrt. Die Druckluft wird beim Schalten weitergeleitet und wird auch übers Ventil wieder abgeblasen beim Zurückschalten. Wir sind froher Hoffnung.

Wie immer ist die Reinigung des schwarz verölten Mechanikers das Lästigste und Zeitaufwändigste.

Den Rest des Mittags verbringen wir mit den Nachbarn unter unserer Markise, da es leicht zu nieseln begonnen hat. Eigentlich nicht der Rede wert und bei der hohen Luftfeuchtigkeit hier fast nicht zu unterscheiden. Es wird viel über die weitere Reiseplanung bis Ende des Jahres diskutiert und die unterschiedlichen Informationen bewertet.

 

Übernachtungsplatz:

Cascada El Tucan, GPS: 18.660884, -95.150289, kein TelCel-Netz, mehrere Plätze auf Wiese im Privatgrundstück, 70Peso/Person inkl. Wasserfallbesuch, sehr ruhige Nacht, empfehlenswert,

 

 

 

Montag 23.01.2023

 

In den frühen Morgenstunden hat es leicht geregnet. Beim Frühstück liegt die Luftfeuchtigkeit gefühlsmäßig bei fast 100%.

Da wir es die letzten beiden Tage nicht geschafft haben, wollen wir heute bevor wir weiter fahren, noch unbedingt den Wasserfall besuchen. Der Weg ist rutschig und geht steil über die Wiese runter bis zur Basis des Wasserfalls. Marion ist heute Morgen noch etwas wackelig auf den Beinen, daher hat sie auf den Badeanzug verzichtet, weil noch nicht klar, ob sie bis ganz nach unten mitwandert. Wir restlichen Drei versuchen, so nah wie möglich an die herunterstürzenden Wassermassen zu gelangen. Nicht so einfach, da alles sehr rutschig ist und die Wassermassen kräftig strömen. Bei dem schwülen Wetter eine echte Wohltat, aber bis wir wieder oben am Fahrzeug ankommen ist der erfrischende Effekt schon wieder dahin.

Nachdem wir noch unsere Wasservorräte aufgefüllt haben, starten wir gemeinsam und fahren bis an den See von Catemaco in Kolonne. Der Luftdruck auf dem System ist fast stabil geblieben. Reparatur erfolgreich.

 

 

In Catemaco bummeln wir durchs Ort. Jetzt, nachmittags nach 14 Uhr ist das Essen-Angebot nicht mehr üppig. Wir holen uns ein halbes Hähnchen in einer Straßenbraterei und essen mehr schlecht als recht ohne Besteck auf einer Parkbank. Die Reste bekommt ein ausgehungerter Straßenhund.

Als Nachtisch gibt es noch ein Eis und auf dem Heimweg kaufen wir noch etwas Obst und Gemüse ein.

Die restlichen 80km fahren wir getrennt, da die Beiden noch mit dem Hund eine weitere Runde am Seeufer drehen. Wir kommen mit einem Versatz von nur 20min auf dem Gelände der Cascada Salto de Ixtagapa an, wobei die Ein/Abfahrt runter zu den Fällen nur mit guter Bodenfreiheit wegen ausgewaschenem Weg machbar ist.

Wir parken ganz hinten auf dem Gelände ein und sind durch die extrem hohe Luftfeuchtigkeit total erschlagen. Peter probiert es mit einer Außendusche, was aber unterm Strich nicht hilft. Nebenan hat es Wasserbecken in denen Schildkröten gehalten werden.

Eine Stunde ausruhen und dann machen wir gemeinsam noch einen Ausflug nach vorne zu den Cascadas. Schön anzuschauen, aber es gibt keinen Zugang, also keine Dusche unter den Fällen. Das Wasser ist ziemlich trübe. Die ganze Umgebung ist von einer hohen, beinahe nebligen Luftfeuchtigkeit erfüllt, ideal für Orchideen und Tillandsien auf jedem Ästchen.

Die Nacht ist nicht ganz so heiß und es kühlt scheinbar etwas ab, was sicher an der Wassernähe liegt. Ist aber natürlich alles nur relativ zu sehen.

 

 

 

Übernachtungsplatz:

Salto de Ixtagapa , GPS: 18.053247, -94.950408, kein TelCel-Netz, mehrere Plätze auf einer Wiese bzw. unter einer Allee, 60Peso/Person, keine einfache Anfahrt, gute Bodenfreiheit ist Voraussetzung, sehr ruhige Nacht, empfehlenswert,

 

 

 

Dienstag 24.01.2023

 

Richy und Michaela fahren voraus und wir machen den Walmart in Villahermosa als Treffpunkt aus. Dort sollte eigentlich dann auch Theo sein und wir würden wieder zusammen stoßen.

Theo hat sich allerdings entschlossen, 200km ins Landesinnere nach Palenque und den dortigen sehr bekannten Ruinen zu fahren. Diese Ruinen haben wir in unserer mittelfristigen Planung zu einem späteren Zeitpunkt, deshalb fahren wir ihm heute nicht hinterher. Auf der Weiterfahrt entdecken wir nach ca. 100km den Wegweiser nach Comalcalco, einem weiteren Ort für bekannte Ruinen. Auch soll dort ein Zentrum für Kakaoanbau und Schokoladenproduktion sein. Hatten wir in einem Reisebuch gelesen und fast vergessen.

Wir versuchen die beiden Vorausfahrenden zu erreichen, was uns leider erst nach 1,5h gelingt und damit leider zu spät. Die Beiden sind schon kurz vor Villahermosa und wollen jetzt verständlicherweise nicht wieder ca. 40km zurück fahren.

Unterwegs überqueren wir die Grenze in den Bundesstaat Tabasco. Ein Großteil der heutigen Strecke geht durch sumpfiges Brackwassergebiet und über mächtige Brücken, die die Ströme aus dem Landesinneren ausreichend hoch überbrücken und damit auch problemlos geeignet für die Großschifffahrt.

Als wir in Comalcalco eintreffen finden wir in der Nähe des großen Stadions und der Sportanlagen einen großen Parkplatz mit viel Baumschatten, wo wir gleich einparken. Es weht ein leichtes Lüftchen, was es angenehm macht. Die Luftfeuchtigkeit ist lange nicht mehr so hoch wie in den letzten Tagen und macht es im Schatten gut erträglich.

Die Fahrt von über 200km war trotzdem wieder sehr anstrengend.

In Villahermosa ist es wohl so extrem heiß, dass die Beiden nach einem kurzen Einkauf im Walmart gleich weitergefahren sind und jetzt Richtung Küste unterwegs sind. Mal sehen, wann wir wieder zusammentreffen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am Sportplatz, Comalcalco , GPS: 18.280080, -93.230500, sehr gutes TelCel-Netz 4G 3 Bars, viele Plätze auf einem großen Parkplatz beim Sportstadion, sehr ruhige Nacht, sehr empfehlenswert,

 

 

 

Mittwoch 25.01.2023

 

Die Nacht war sehr ruhig und ungestört. Warm aber nicht schwül. Die Ruinen von Comalcalco öffnen um 9 Uhr und da wollen wir auch schon dort sein, damit wir die Anlage noch besuchen, bevor die Hitze zunimmt oder viele Besucher unterwegs sind. Wir sind bis auf zwei Jugendliche die einzigen Besucher. In der Sonne ist es um diese Zeit zwar schon recht schweißtreibend aber noch machbar. Der Eintritt kostet 75 Pesos/Person.

Die Anlage ist sehr gepflegt und nach einem kurzen Spaziergang durch eine beschattete Allee von tropischen Bäumen, in denen Brüllaffen unterwegs sind, kommt man auf die offen liegende Anlage.

Zur linken liegt der sogenannte Plaza Norte mit seinen Gebäuden bzw. Tempelresten.

Auf dem höchsten Punkt steht die sogenannte Akropolis bzw. die Reste davon. Ein älterer Wärter wacht darüber, dass man keinen Unfug treibt und auf den Mauern herum klettert und ist sofort dabei, uns etwas die Geschichte und die Besonderheiten des Bauwerks zu erläutern. Alles natürlich in Spanisch, aber Marion übersetzt alles und so ist es sehr interessant. In den Ziegeln im Boden sind überall Piktogramme eingraviert. Wenn der Wärter sie uns nicht gezeigt hätte, wären wir da einfach drüber gestiefelt. Ein Teil des Gebäudes ist für den Gouverneur bzw. das Haus seiner Familie, das gleichzeitig über einer Grabstätte errichtet wurde. Auch den Brunnen, das Schwimmbecken und die Reste des Stucks an den Mauern bekommen wir erklärt. Am Ende des Rundgangs bekommt er ein verdientes Trinkgeld von 20 Pesos.

Wir sind nach 1,5h durch und spazieren am Dschungelrand zurück zur Baumallee, wo sich die lautstarken Brüllaffen im Geäst zeigen und nicht nur Lärm machen. Schwierig gegen den hellen Himmel mit der Kamera einzufangen.

Als Abschluss besuchen wir noch die Museumsräume beim Eingang, die voll mit gefundenen Artefakten sind, aber auch die Anlage in die Historie einordnen.

Nicht weit von den Ruinen befindet sich eine der bekannteren ehemaligen Kakao-Haziendas. Die ganze Umgebung von Comalcalco ist in der Vergangenheit ein Zentrum der Kakao/Schokoladenproduktion gewesen, wobei es sehr viele kleine Betriebe gibt/gab, wohl aber keine größere Fabrik. Deswegen gibt es hier heute auch nicht viel zu besichtigen, außer den übriggebliebenen Haziendas bzw. Herrenhäusern.

Auch bei unserem Besuch ist nur noch die Mutter der Besitzer zu Hause. Wir müssten bis nachmittags warten für eine Tour. Da man aber nur etwas von der Geschichte zu hören bekommt und grob gezeigt wird (haben wir im Internet auf Bildern gesehen), wie von Hand die Bohnen gemahlen wurden, sind wir nicht scharf auf die 150Pesos/Person-Tour und verzichten.

Marion unterhält sich mit der freundlichen alten Dame, wir probieren 3 verschiedene Sorten und kaufen ein Päckchen Schokolade versetzt mit Zucker und Vanille. Die Konsistenz ist nicht so wie bei uns gewohnt, da der Zucker und der Kakao nicht stundenlang conchiert werden, sondern nur vermahlen und daher etwas bröselig schmeckt. Schmeckt nicht schlecht, aber dieser glatte 'Geschmack', unterstützt durch die auf der Zunge schmelzende Kakaobutter, wie wir es von unserer Schokolade kennen, ist es halt nicht.

Die Hoffnung, doch noch eine Produktion besichtigen zu können, hat sich damit leider erledigt.

Wir fahren zurück ins Städtchen und versuchen noch Wasser aufzutreiben. Bei der dritten Aqua Purificada Verkaufsstelle werden wir fündig und nach etwas Bastelarbeit mit Schlauchstücken und unserem Wasserdieb schaffen wir es, gute 350L gereinigtes Wasser in unsere Tanks abzufüllen. Kostet uns dieses Mal 200 Pesos, was ca. 10Peso/Garrafon (19L) bedeutet, und ein guter Preis ist.

Es ist noch zu früh, um wieder beim Sportplatz einzuparken und so machen wir uns auf den Weg raus zur Küste und soweit wie möglich nach Osten. An der Ortsausfahrt kaufen wir noch Gemüse und Bananen, die heute unser Mittagessen werden.

Bis nach Ciudad del Carmen sind es knapp 200km, eigentlich zu weit für heute, aber in der iOverlander-App finden wir nichts Ansprechendes auf der ganzen Strecke.

Nach den ersten 50km wird die Straße besser, weniger Topes und wir kommen schneller voran. Die küstennahen Gebiete sind eine Mischung aus Lagune, Mangroven und Sumpf. Gnadenloses Mückengebiet. Hier wollen wir die Dämmerung nicht erleben.

Unterwegs kaufen wir noch einen Liter Honig bei einem Imker, wobei der Preis fast deutsches Niveau erreicht. Ist eine dunkle sehr aromatische Sorte und wir nehmen sie mal mit zum Probieren.

Kurz vor der langen Brücke, um auf die Halbinsel Ciudad del Carmen zu kommen, fahren wir durch Dörfer in denen der Asphalt ca. 30cm tiefe Spurrillen aufweist von dem vielen LKW-Verkehr. Nichts für tiefer gelegte Sportwagen, mit wenig Bodenfreiheit ist diese Straße schwierig zu befahren.

Über die Brücke geht es dann nach Ciudad del Carmen rüber, wo wir um ca. 17 Uhr ankommen.

Marion kommt an ihre Grenzen der Belastbarkeit und wir sind froh, dass es am Playa del Norte unendlich viel Platz auf festgefahrenem Sand direkt am Strand gibt. Es ist sehr sauber hier, überall Mülltonnen und endloser Sandstrand.

Marion legt sich gleich hin und Peter testet das 26Grad warme Meer.

Wir stimmen uns noch kurz mit unserer „Reisegruppe“ ab und müssen feststellen, dass Richy und Michaela nur 40km weiter sind und Theo ca. 90km weiter am Strand steht. Also alles in relativer Nähe, so dass wir die nächsten zwei Tage sicher wieder zusammenfinden werden.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Playa Norte, Ciudad del Carmen , GPS: 18.664873, -91.826750, sehr gutes TelCel-Netz 4G 3 Bars, viele Plätze am kilometerlangen Strand, sehr ruhige Nacht, sehr empfehlenswert,

 

 

 

Donnerstag 26.01.2023

 

Nach den sehr anstrengenden Tagen mit viel Kilometerleistung auf mexikanischen Straßen ist heute Pausentag angesetzt. In den frühen Morgenstunden hat es mal kurz getropft, aber der angekündigte Regen ist ausgeblieben. Hat vermutlich der starke Wind, der die ganze Nacht die Bude wackeln ließ, vertrieben. Richy und Michaela stehen am anderen Ende der Insel del Carmen auf der ins Landesinnere gewandten Seite. Lagune mit Mangroven gesäumt und deshalb auch viele Mücken. Da es mit Standup-Paddeln und Schnorcheln heute nichts ist, und sobald der Wind nachlässt, die Mücken wieder kommen, wollen die Beiden heute gleich wieder weiterfahren Richtung Campeche. Theo steht 90km weiter östlich am Strand und macht heute auch einen Pausentag.

Wir werden vermutlich Morgen zu Theo oder in die Nähe fahren, um in zwei Etappen bis nach Campeche zu kommen. Mehr als 120km pro Tag wollen wir, auch wegen Marions Konstitution, nicht mehr am Stück fahren.

Mal sehen, ob wir die Reisegruppe irgendwann wieder zusammenbekommen.

Wir sind mit dem Tagebuch schreiben, von den Bildern ganz zu schweigen, einige Tage hintendran und das muss heute noch aufgeholt werden. Auch kommen wir jetzt in den drei Yucatan-Staaten in ein Gebiet mit unzähligen Maya-Ruinenstätten, Cenoten und spanischen Kolonialstädten, viel zu besichtigen und zeitintensiv.

Einige Kiter sind bei dem heftigen Wind auf dem Wasser bis die Nacht hereinbricht und der Malecón hell erleuchtet ist. Wir haben heute keine Lust auf Entdeckungstour.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Playa Norte, Ciudad del Carmen , GPS: 18.664873, -91.826750, sehr gutes TelCel-Netz 4G 3 Bars, viele Plätze am kilometerlangen Strand, sehr ruhige Nacht, sehr empfehlenswert,

 

 

 

Freitag 27.01.2023

 

Wir trödeln bis nach 11 Uhr herum, das Wetter wird nicht besser, aber nach Rücksprache mit den anderen am Ende der Isla del Carmen, wird es heute eine nicht allzu lange Tour. Es klart über dem Meer soweit auf, dass wir die vorgelagerten Bohrinseln im Golf von Mexiko erkennen können.

Wir fahren auf der Küstenstraße bis ans andere Ende der Halbinsel und da sich die von Theo schon abgecheckten Plätze wirklich nichts taugen, finden wir uns bei dem Platz auf einer stillgelegten Zugangsstraße zu einem geplanten Ressort wieder. Hier hat Theo letzte Nacht gestanden. Waren am Ende doch noch 134km aber auf relativ guter Straße. Wir rätseln die ganze Fahrt wie viel Jahre die Strommasten so nah am Strand eine Chance haben zu überleben, vor allem bei dem steigenden Meeresspiegel durch den Klimawandel.

Wir quatschen noch etwas mit den Nachbarn, bevor wir uns ins windstille Innere unserer Mobile zurückziehen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen nahe Villamar , GPS: 19.273566, -90.793753, gutes TelCel-Netz 4G 1-2 Bars, einige Plätze entlang der alten Zugangsstraße, relativ ruhige Nacht, sehr empfehlenswert,

 

 

 

Samstag 28.01.2023

 

Das Wetter über dem Meer ist heute morgen nicht viel besser aber bis Campeche sind es nur noch 75km. Unterwegs gibt es außer Küste und jede Menge Pelikane, die bei dem Wetter auch keine Lust zum Fische jagen haben, nichts Sensationelles.

Wie man überall sehen kann, geht der Mexikaner, auch wenn er einen Stock zum Gehen braucht, nicht ohne Machete aus dem Haus. Der TÜV hätte seine Freude, wenn bei uns zu Hause ein Rollstuhlfahrer mit solch einem Gerät vorfahren würde.

Wir treffen uns alle, die Truppe ist wieder komplett, auf einem öffentlichen Parkplatz in der Nähe der Stadtmauer, die die Innenstadt umgibt. Ist nicht der ruhigste Platz, aber ideal für einen abendlichen Ausflug in die Innenstadt.

Kurz vor 18 Uhr marschieren wir gemeinsam los und dringen über einen der schönen Durchgänge in der Mauer in die Innenstadt von Campeche. Zuerst bummeln wir durch die Fußgängerzone,

besichtigen am zentralen Platz die Kirche

und suchen anschließend etwas Leckeres zu essen in einem der vielen Touri-Restaurants. Wir checken mit Google die Bewertungen ab, aber alles, was wir finden hat entweder geschlossen oder ist zu weit weg. Daher also wieder zurück in die Touri-Kneipen-Straße. Inzwischen haben sich die Tische der Restaurants gefüllt und wir müssen schauen, dass wir noch zwei kleine Tische für uns fünf zusammenstellen können. Das Essen ist gut und reichlich und daher genießen wir hinterher auch noch ein Extra-Bier.

Gut gesättigt geht es zum Parkplatz zurück. Von dort aus sehen wir, dass auf der Strandseite der Küstenhauptverkehrsader ein Park mit Wasserspielen zu Musik und Lightshow viele Besucher angezogen hat. Da wollen wir natürlich auch hin, vor allem da in der Dunkelheit die angestrahlten Wasserfontänen noch imposanter aussehen. Kommt natürlich nicht an die weltgrößten Fontänen im Longwood Garden in Kennett Square Philadelphia ran, aber schon wieder mal schön anzuschauen.

 

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Parque Moch Cohuo, Campeche, GPS: 19.845221, -90.540833, sehr gutes TelCel-Netz 4G 2-3 Bars, einige Parkplätze auf dem großen Parkplatz, nur ein kurzer Teil der Nacht war relativ ruhig, zum Besuch von Campeche empfehlenswert,

 

 

 

Sonntag 29.01.2023

 

Heute werden wir offiziell die Grenze zur Yucatan-Halbinsel überqueren, was bedeutet dass eine große Anzahl von Tempelanlagen und Cenoten auf der Todo-Liste landet. Also nicht wundern, wenn ab jetzt reichlich alte Steine abgebildet sind.

 

Wir beginnen gleich heute Morgen mit dem Museum in der Festung San Miguel in Campeche. Von hier oben aus hat man einen tollen Rundumblick und in den Räumen ist eine beachtliche Sammlung von Kulturgegenständen. Das zentrale Element sind die Grabbeigaben, insbesondere die grünen Jademasken.

 

 

Als nächste Station fahren wir zu der ca. 54km im Landesinneren liegenden bekannten Anlage in Edzna. Neben den vielen Nebengebäuden, Steinrängen und großen Rasenflächen dazwischen ist die Gran Akropolis definitiv das Highlight der Anlage. Da sind wir mal gespannt, wie viel größer und ausladender die Pyramiden im restlichen Yucatan noch werden.

 

 

 

Und weiter geht es über die Ortschaft Hopelchen (ist er nicht süß der Name) bis nach Kabah. Wir durchfahren große landwirtschaftlich genutzte Flächen mit Hirse, Erdnüssen und sonstigem Gemüse.

Kurz vor Hopelchen hat unser Tacho die 111.111,1km überschritten.

 

 

In der Umgebung von Kabah hat es noch weitere kleinere Anlagen, an denen noch aktiv gegraben wird. Diese Ruinen werden von Touristen fast nicht besucht, da nicht weit weg die bekannten Hotspots Uxmal und Chichen Itza besser von Cancún aus erreichbar sind. Hat die Vorteile für uns: Geringerer Eintritt und fast alleine unterwegs in diesen Anlagen.

Direkt an der Grenze zu Yucatan ist ein Militärposten, der uns aber unbehelligt durchwinkt.

Für heute parken wir gegenüber auf dem Parkplatz der Tempelanlage von Kabah für die Nacht ein, auch wenn erst nach etwas Diskussion der Wächter der Anlage unwillig zustimmt.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Ruinen von Kabah , GPS: 20.248892, -89.648128, kein TelCel-Netz, einige Parkplätze, nur ein kurzer Teil der Nacht war relativ ruhig, zum Besuch von den Kabah-Ruinen empfehlenswert

 

 

 

Montag 30.01.2023

 

Da wir schon auf dem Parkplatz vor dem Eingangstor der Ruinen von Kabah stehen, müssen wir nur die Straße überqueren. Wir können ungestört von anderen Besuchern in der teilrestaurierten Anlage alles besichtigen. An der großen Pyramide wird kräftig gearbeitet und restauriert. Man kann schon erkennen, was es werden soll. Überall riesige Steinhaufen, aus denen die Gebäude irgendwann mal gebaut wurden und jetzt in einem Megapuzzle ausgegraben und sortiert werden.

Ein paar Kilometer bevor wir gestern hier in Kabah angekommen sind, ging es rechts ab zu mehreren kleineren Fundstellen, die gerade erst aufgearbeitet und für Besucher hergerichtet werden. Man kann im Moment nur die Ausgrabungsstätte von Sayil besuchen. Hier ist gut zu sehen, wie die Tempelüberreste der wuchernden Natur wieder entrissen werden. Die rechte Seite der großen nördlichen Pyramide ist noch ein riesiger unsortierter Steinhaufen. Auf der linken Seite können schon die uralten Steinmetzarbeiten bewundert werden. Wenn man genau hinsieht erkennt man den Jaguarkopf (roter Kreis).

Obwohl wir heute schon zwei historische Stätten besucht haben, fahren wir weiter zu einer etwas größeren und schon voll restaurierten Anlage in Mayapan. Das tolle hier ist, dass wir noch auf die Spitzen der Pyramiden steigen dürfen und den Rundblick genießen können, der in der Vergangenheit nur den Hohepriestern gestattet war. In den von Touristen überfluteten Anlagen wie Uxmal, Chichen Itza, Tulum... ist es nicht mehr erlaubt, den vorgegebenen Pfad zu verlassen. Diese Anlagen kann man nicht mehr aus der Vogelperspektive bewundern. Deshalb genießen wir es umso mehr, auch wenn die Aufstiege nach so viel Erkundungen heute so langsam anstrengend werden. Aber die Aussicht entschädigt dann doch, einfach genial.

Zuerst wandern wir das ganze Gelände ab,

 

 

bevor wir dann den steilen Aufstieg wagen und die tolle Rundumsicht genießen. Der Aufstieg ist noch gut machbar, aber der Abstieg bei dieser extremen Schräge und den ungleichmäßigen, schrägen Stufen ist dann doch eine Herausforderung.

 

 

 

Als Abschluss wollen wir endlich mal eine der unzähligen Cenoten zur Entspannung besuchen. Die ganze Yucatan-Halbinsel besteht, wie die Schwäbische Alb, aus Kalkgestein und wurde über die letzten Jahrtausende durch den Regen zum Teil höhlenartig ausgewaschen. Immer dann, wenn ein Teil der Höhlendecke eingebrochen ist und Licht auf das Innere fällt und sich dort auf Grund des hochstehenden Grundwassers ein See bildete, spricht man von einer Cenote (kommt von dem Maya-Wort dz'onot, was “Höhle mit Wasser” bedeutet). Viele Familien, die solche Höhlen auf ihrem Grund besitzen, machen diese für Touristen gegen eine Gebühr zugänglich. Wir hoffen, dass wir dort auch gleich übernachten können. Leider ist die Anfahrt zur Cenot Nayah für unsere Fahrzeuge fast zu eng und die tiefhängenden Äste verkratzen ziemlich die Seitenwände. Zum anderen verlangt der Besitzer einen übertrieben hohen Preis für die Übernachtung und das in einem mit Mücken verseuchten Gebiet mit wenig Platz.

Deshalb genießen wir nach dem steilen Abstieg über eine glitschige Holztreppe das erfrischende Bad in der Tiefe und fahren dann wieder zurück zum Parkplatz in Mayapan, um dort über Nacht zu bleiben.

Das Wasser ist so klar, dass man die Tiefe des Lochs nur erahnen kann. Wie man auf der Karte am Eingang sehen konnte, kommen hier auch Taucher her, um die anderen Höhlenabschnitte zu besuchen und zu erforschen.

Hier gibt es viele kleine schwarze Fischchen, die einem die Hautschuppen von den Füssen knabbern, wenn man sich am Rand festhält und nicht mit den Füssen zappelt. Kitzelt etwas ist aber harmlos und lustig.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen bei den Ruinen von Mayapan, GPS: 20.631202, -89.459717, kein TelCel-Netz, einige Parkplätze, relativ ruhig, wie die Ruinen auch der Platz sehr empfehlenswert

 

 

 

Dienstag 31.01.2023

 

Gleich nach dem Frühstück und kurzer Abstimmung mit der restlichen Reisegruppe fahren wir alleine die 48km auf der gut ausgebauten Straße in den südlichen Randbezirk von Mérida, wo Oliver (gebürtig aus der Nähe von Stuttgart) seit mehreren Jahren eine kleine Werkstatt betreibt. Er kennt sich wohl mit Dieselmotoren aus, aber für uns viel wichtiger, er weiß, wo man hier in der Stadt Ersatzteile bekommt bzw. diese besorgen kann.

Nach einem kurzen Gespräch öffnet er die Tore und wir können in seinem kleinen Vorgarten, gleichzeitig der Weg nach hinten zu seiner überdachten Werkstatt, einparken, wo wir gerade so Platz haben.

Oliver sammelt gelegentlich Straßenhunde auf und füttert diese mit seinen kargen Mitteln durch. Die Hunde sind natürlich immer vorne mit dabei.

Als erstes zerlegt er die Lichtmaschine, um sie mit einem Benzinbad von all dem Öl zu befreien, das sich im Inneren angesammelt hat. Bis auf den Regler, der eine Schleifkohle verloren hat und daher nicht mehr funktionierte, sieht der Rest noch wie neu aus... Mal sehen, was die Tests der einzelnen Komponenten bringen.

Währenddessen hat Peter die Kanzel gekippt und gemeinsam mit Oliver wird die Drosselklappe unterhalb des Turboladers ausgebaut. Hier sind die Dichtungen defekt und jedes Mal beim Betätigen der Motorbremse werden Abgase voller Ruß in den Motorraum geblasen.

Oliver reinigt die Drosselklappe und fährt los, um irgendwo in der Stadt passende Dichtungen zu finden, was sehr lang dauert und leider ohne Erfolg bleibt.

In der Zwischenzeit hat Peter die fälligen Wasserfilter gegen Neue ausgetauscht.

Als Oliver wieder da ist, wird beratschlagt, was getan werden kann. Laut Ersatzteilliste sieht die Drosselklappe wie die Variante 2 aus und diese wird interessanterweise ohne Dichtungen eingebaut. Aber durch den Rostfraß ist die gewölbte Oberfläche nicht mehr so glatt, weswegen wir auf jeden Fall wieder eine Dichtung reinmachen wollen. Letzte Idee ist, aus einer Zylinderkopfdichtung für einen Chevy, den passenden Ring herausschneiden. Oliver holt eine neue Dichtung und bastelt daraus zwei passende Dichtungen. Der Einbau, es dämmert schon leicht, ist dann etwas Gefummel, da die Dichtungen beim Anziehen der Schrauben nicht über die gewölbte Fläche rutschen dürfen. Oliver hat sie an einem Plastikkegel etwas vorgewölbt, aber beim ersten Versuch ist eine nicht optimal drin. Also nochmal aufschrauben und erneut mit Tesafilm zentrieren. Jetzt passt es und die Drosselklappe funktioniert auch wieder wie sie soll.

Bei den Tests fällt Oliver auf, dass vermutlich die Dichtung am dritten Zylinder von vorne am Abgasrohr defekt ist und auch dort Ruß austritt. So ein Mist. Für heute Abend ist diese Aktion nichts mehr, obwohl Oliver ein Nachtarbeiter ist wegen der angenehmeren Temperaturen. Peter ist von der Schrauberei und der Hitze müde und will Schluss machen. Morgen ist auch noch ein Tag.

Peter kann Olivers Dusche nutzen und sich vom schwarzen Dieselschmutz reinigen.

Der Straßenlärm draußen hält sich noch bis Mitternacht, danach ist es bis morgens 5 Uhr fast eine ruhige Nacht.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen bei Oliver (Eurotaller +52 999 332 7326) in Mérida , GPS: 20.972500, -89.564770, sehr gutes TelCel-Netz 4G 3 Bars

 

 

Hier wieder die Kartenübersicht der 41. und 42. Woche nach Neustart 2022 mit den gewählten Stellplätzen:

MEX_2023_Jan_2

 

 

Teil 78: Mex 2023 - JAL / MICH / TOL / CUE /PUE                                                                  Teil 80: MEX 2023 - YUC / QROO