Donnerstag 16.02.2023

 

Marion hat immer noch einen schlimmen Husten. Da der Wind heute noch stärker geworden ist, verlassen wir diesen Traumplatz. Wir fahren nur 75km weiter, kaufen unterwegs noch Obst und Gemüse am Straßenstrand und treffen den Rest der Truppe am Balneario Buena Vista.

Dieser private Campingplatz liegt weiter im Landeseinneren liegenden langgestreckten Bacalar-Süßwassersee.

Kostet 250Pesos=12,50€ pro Nacht und hat reichlich Platz für unsere Dicken. Es sind nur ein paar Meter bis zum Steg raus auf den See. Das Wasser ist nicht sehr tief, nur ca. 1,60m, schön klar. Ziemlich wellig heute.

Der starke Wind vertreibt glücklicherweise die Mücken und sonstigen stechenden Viecher. Man kann halt nicht alles haben.

Zur Dämmerung allerdings, als der Wind fast komplett zum Erliegen kommt, Mückenangriff. Wir müssen nach drinnen flüchten. Auch in unserem Moppel müssen wir den Abwehrkampf aufnehmen, aber bis wir ins Bett gehen, es ist immer noch sehr warm, sind die meisten erledigt.

 

Übernachtungsplatz:

Balneario Buena Vista, GPS: 18.724883, -87.701219, 250Pesos/Nacht, gutes TelCel-Netz 4G 2 Bars, lokales Wifi taugt nicht viel, guter Badezugang zum See, sehr ruhig, empfehlenswert

 

 

 

Freitag 17.02.2023

 

Marion geht es heute morgen besser. Auf dem See kaum Wellengang, was zu einer Kanuausfahrt einlädt. Fahren die Boote die ganze Zeit durch die Gegend und nutzen sie kaum. Theo leiht sich für ein paar Euro ein Plastikkanu und schon geht die Seeüberfahrt los. In der Mitte des Sees ist das Wasser auf Grund der Tiefe schön dunkelblau. Beim Zurückschauen zur blauen Wasserrutsche sehen wir, dass wir ein gutes Stück vorangekommen sind. Auf der anderen Seeseite wird das Wasser so seicht, dass wir öfters auf dem blendend weißen Kalksand aufsitzen. Bei den Mangroven wird es wieder besser und wir genießen die friedvolle Umgebung, die wir ganz für uns alleine haben. Wir landen an einem einsamen Steg an und machen etwas Pause vom Paddeln.

Ganz alleine ist man halt nie. Irgendwann kommt ein Einheimischer mit Motorboot vorbei und weist uns darauf hin, dass dies Privatgelände wäre. Wir wollten sowieso nicht so lange bleiben und machen uns auf den Rückweg. Ist ein schöner Ausflug gewesen. Wir erholen uns den restlichen Tag vom 'anstrengenden' Paddeln bei regelmäßigen Badegängen.

 

Übernachtungsplatz:

Balneario Buena Vista, GPS: 18.724883, -87.701219, 250Pesos/Nacht, gutes TelCel-Netz 4G 2 Bars, lokales Wifi taugt nicht viel, guter Badezugang zum See, sehr ruhig, empfehlenswert

 

 

 

Samstag 18.02.2023

 

Eigentlich wollen wir noch 1-2 weitere Spots entlang des Sees ausprobieren. Soll laut Internet noch viele tolle Campgrounds hier geben. Die Plätze überzeugen uns jedoch nicht oder sind zu teuer, so dass wir letztendlich in Chetumal am Meer landen. Nach einem kurzen Einkaufstrip parken wir am Ende der Küstenstraße auf einem in iOverlander ausgewiesenen Platz ein. Direkt an der Straße. Der Verkehr hält sich nachts hoffentlich in Grenzen. Die Parkplätze sind fast zu klein für unsere Dicken.

Nach etwas rangieren stehen wir einigermaßen und sitzen dann plaudernd auf der Uferpromenade. Durch den starken Wellengang ist das Wasser aufgewühlt und dreckig, so dass wir keine Lust verspüren ins Salzwasser zu steigen.

Bei einem weiteren Stellplatz Optimierungsversuch fährt Peter mit dem Moppel zu nahe an Richys Gefährt. Peter hat übersehen, dass alle Fenster geöffnet sind und ist prompt hängen geblieben. Zum Glück hat unser schon sprödes Dometic-Plastikfenster mit einem heftigen Krachen nachgegeben. Am Fenster von Richy ist gottlob kein Schaden entstanden.

So ein Mist. Hilft nichts. Heute Abend kann daran auch nichts mehr geändert werden. Müssen wir morgen in den lokalen Home Depot/Baumarkt fahren und schauen, dass wir eine Plexiglasscheibe als Ersatz bekommen. Haben wir ja schon an Silvester am Lake Chapala mit dem anderen Fenster durchgeführt und Erfahrung gesammelt.

Wir sitzen nicht lange draußen. Hier an der Küste gibt es Unmengen Nachtfalter, die jede Ritze nutzen, um dann am Licht blind zu sterben.

Heute gab es wohl keine Fotomotive - keine Bilder, den ganzen Tag nicht. Kommt uns zwar etwas komisch im Nachhinein, aber wir können keine Aufnahmen zu diesem Datum finden.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen in Chetumal, GPS: 18.521333, -88.268469, gutes TelCel-Netz 4G 2 Bars, für eine Nacht auf der Durchreise, bis 23 Uhr einiges an Verkehr, danach wird die Nacht ruhiger, eingeschränkt zu empfehlen

 

 

 

Sonntag 19.02.2023

 

Wir werden notgedrungen heute zuerst zu einem Baumarkt fahren und vorher noch eine Wäsche abgeben. Richy und Michaela wollen nochmal zurück zum Bacalar-See fahren und dort für 1-2 Tage intensiv an ihrem Online-Business arbeiten, was sie wohl in letzter Zeit etwas schleifen ließen. Theo weiß noch nicht genau und bleibt vorerst stehen bzw. will uns gegen später am Baumarkt besuchen.

Nach der Abgabe der Wäsche in einer kleinen Privatwäscherei in einer engen Seitenstraße kommen wir zum Home Depot. Auch hier wieder keine Plexiglasscheibe in der richtigen Stärke. Also wieder aus zwei Dünneren etwas zusammenbasteln.

Als das irgendwann erledigt ist und einigermaßen passt, marschieren wir nochmal durch den Baumarkt und schauen mal, was wir noch so gebrauchen können. Das Moskitonetz an der Eingangstür ist am Ende und Marion quengelt schon lange, dass sie das endlich repariert haben will. Nach etwas Überlegung wollen wir aus Holzlatten, Scharnieren, Klemmleisten und Moskitonetz eine Schwenktüre basteln, wie bei Richy und Michaela.

Theo kommt zwischendurch vorbei und wir palavern etwas. Er will weiterfahren. Wir vereinbaren, in engem Kontakt zu bleiben, um sich später wieder zu treffen. (Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wissen konnten, dass wir uns erst in Deutschland an Peters Geburtstag am 8. Juni in Ostrach wiedersehen werden. Er war uns immer 2-3 Tage voraus und ab Palenque schlug er dann eine andere Route in Richtung Pazifikküste ein.)

Die Moskitotüre wird gegen Spätnachmittag fertig. Noch nicht ganz perfekt. Sie lässt sich nicht weit genug nach innen öffnen, da der Rand der Duschwanne in Richtung Innenraum zu hoch ist. - Wurde bei der Planung übersehen. - Heute ist es zu spät. Wir holen uns nur noch beim nahegelegenen Pizzaladen Little Caesars unsere Lieblingspizza und fahren dann wieder raus an den Straßenparkplatz, an dem wir gestern auch schon standen. Haben vorher noch den Malecón abgefahren, um evtl. etwas näher am Nachtleben zu sein, aber Parkplätze zu klein, zu eng und zu laut.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen in Chetumal, GPS: 18.521333, -88.268469, gutes TelCel-Netz 4G 2 Bars, für eine Nacht auf der Durchreise, bis 23 Uhr einiges an Verkehr, danach wird die Nacht ruhiger, eingeschränkt zu empfehlen

 

 

 

Montag 20.02.2023

 

Die Türe ist zwar installiert, aber es fehlt noch die Feinjustage. Der komplette Eingang muss überarbeitet werden.

Die erste Hälfte der letzten Nacht war wieder etwas lauter, aber danach ok zum Schlafen. Nicht so viele nicht stechenden 'Mücken'. Das Viehzeug kann aber trotzdem lästig sein, wenn es überall herumflattert und beim Sterben Schmutz hinterlässt.

Wir fahren nachdem wir die Wäsche abgeholt haben zum Home Depot und bauen die Türe nochmal aus. Das alte Mückengitter ist 7cm zu kurz und das Klebeband, das als Zwischenlösung dienen sollte, hält auch nicht besonders gut. Also gehen wir shoppen und kaufen schwarzes Moskitonetz, legen es doppelt und pressen es dann mit der Silikonkederschnur wieder ein. Durch die Überlagerung der beiden Netze wird die Durchlässigkeit halbiert, was hoffentlich auch für Black Flies ausreicht... Gegen Noseeams hilft nur die Schotten dicht machen.

Damit die neue Tür weit genug aufschwingen kann, müssen wir die hintere Wand der ursprünglichen Duschwanne um gut 70% einkürzen. Die Flex gibt alles, verursacht aber auch eine Mordsauerei. Da gibt es einiges zu putzen, saugen und feudeln.

Aus dem Durchgang wird alles entfernt und dann mit System neu implementiert, wobei vieles weg kommt, da nun kein Platz mehr dafür ist. Auch unser Schuhhängeschrank wird ausgemustert und durch einen Neuen ersetzt.

 

 

Als wieder alles installiert und der Berg an Müll in den diversen Mülleimern des Baumarkts entsorgt ist, dämmert es schon wieder.

Wir wollen noch Bier und Säfte einkaufen, kurz beim Auto Zone vorbei und dann noch einen Stellplatz suchen.

Beim Supermarkt gibt es für Marion einen neuen Bikini und Badelatschen und Peter bekommt neue Badeschuhe.

Inzwischen ist es dunkel. Wir wollen 16km aus Chetumal rausfahren und an die Laguna Milagros fahren, die südlich vom Bacalar-See liegt, und uns den dortigen freien Stellplatz aus dem iOverlander anschauen. Als wir ankommen sind wir alleine, keine Mücken, ein leichter Wind, absolut ruhig. Hier bleiben wir. Wir sind beide vom Werkeln und der Hitze tagsüber KO und freuen uns auf eine erfrischende Außendusche und das Feierabendbier.

Zum Baden im See ist es bereits zu dunkel. Das wollen wir uns bei Tag genauer anschauen, bevor wir da rein hüpfen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen an der Laguna Milagros, GPS: 18.514830, -88.427144, gutes TelCel-Netz 4G 2 Bars, Bootsrampe als Seezugang, sehr ruhig, empfehlenswert

 

 

 

Dienstag 21.02.2023

 

Es war eine herrlich ruhige, total mückenfreie Nacht. Auf dem See ist schon einiges los, Wassersport. Wenn wir heute stehenbleiben wollen, müssen wir den Generator auspacken, da unsere Batterien schon wieder runter auf 38% sind. Nur zwei Straßen entfernt ist eine Mischung aus Balneario (Schwimmbad mit Liegewiese) und Campground - man kann auf dem Rasen bzw. dem angrenzenden Parkplatz stehenbleiben.

Wir gehen nach dem Frühstück mal rüber. Laut iOverlander soll der Stellplatz 200Pesos(10€) pro Nacht kosten. Für uns nur interessant, wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Batterien zu laden. Sonst kommt der Stromgenerator hier am Kostnix-Platz zum Einsatz. Wenn wir den Benzinverbrauch dagegen rechnen, dann ist das Balneario schon besser und schöner.

Hurra, es gibt Strom, der Preis passt auch, also schnell umgeparkt, 400m weiter. Wir können am Wiesenrand 30m vom Wasser entfernt quer zur Uferkante einparken, haben angenehmen Wind durch die offenen Fenster. Was will man mehr.

Marion setzt gleich Brot an, bevor wir dann schnurstracks in den See springen und ausgiebig dümpeln.

Welch herrliche Farben das Wasser mit dem weißen Kalkgrund annimmt, je nachdem wie die Sonne einfällt. Auch der Blick vom Wasser aus durch den Palmenhain zu unserem Moppel ist voll „ekliger“ Südseeromantik.

Hier gefällt es uns. Da bleiben wir Morgen auch noch und machen nach den stressigen Basteltagen zwei Tage Urlaub.

Mittags wird der Platz voll, mexikanische Familien. Aber nicht wie erwartet mit lauter Musik, sondern ruhig und daher sehr angenehm.

Zum Sonnenuntergang bzw. in der Dämmerung leert sich der Platz wieder und wir können ohne jegliche Mückenbelästigung am Wasser sitzen und den Sternenhimmel über uns genießen.

 

 

Übernachtungsplatz:

Balneario Laguna Milagros, GPS: 18.515372, -88.423988, 200Pesos/Nacht, gutes TelCel-Netz 4G 2 Bars, Strom aus der Steckdose mit langem Kabel, guter Badezugang zum See, sehr ruhig, sehr empfehlenswert

 

 

 

Mittwoch 22.02.2023

 

Total ruhige Nacht bis auf das Hähnekrähen bei Sonnenaufgang... Einer fängt an, alle anderen in der Nachbarschaft machen mit.

Nach dem Frühstück etwas Büroarbeit und ein erster Badegang. Ruckzuck ist es 14 Uhr und der kleine Hunger meldet sich.

Den restlichen Tag diskutieren wir über den Rückflug nach Deutschland und die möglichen Reiseoptionen bis Ende diesen Jahres. Seit Wochen machen wir uns Gedanken und kommen immer wieder zum gleichen Schluss, dass es für uns nur Sinn macht, ab jetzt bis Mitte Mai runter nach Costa Rica zu reisen und von dort aus nach Hause zu fliegen. Wenn wir im Herbst dann wieder kommen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) Nochmal nach Norden und den Sommer 2024 im Yukon und in Alaska zu verbringen oder

2.) direkt von Costa Rica nach Montevideo in Südamerika zu verschiffen.

Die Zeichen stehen aktuell auf Variante 1 aber in einem dreiviertel Jahr kann sich viel verändern.

Und da wir nun schon so weit sind mit unseren Entscheidungen, buchen wir auch gleich noch die Flüge von San José/Costa Rica, nach Frankfurt. Von den supergünstigen Flügen (420€) gibt es leider nur noch 1 Platz, den wir für Marion buchen. Das zweite Ticket ist dann schon 180€ teurer (599€) und trotz mehrfacher Versuche zu bezahlen bekommen wir das Ticket nicht gebucht. Hilft nichts, müssen wir Morgen direkt mal bei der Lufthansa anrufen.

Abends sitzen wir noch lange, ganz alleine vorne am Wasser, nur die Palmen und die Sterne über uns. Ein lauer Wind und keine Mücken...

 

Übernachtungsplatz:

Balneario Laguna Milagros, GPS: 18.515372, -88.423988, 200Pesos/Nacht, gutes TelCel-Netz 4G 2 Bars, Strom aus der Steckdose mit langem Kabel, guter Badezugang zum See, sehr ruhig, sehr empfehlenswert

 

 

 

Donnerstag 23.02.2023

 

Schon vor dem Frühstück macht Peter nochmal einen Buchungsversuch und hat die Lösung bzw. das Problem von gestern entdeckt. Sein Dr.-Titel muss beim Nachnamen ohne Punkt eingetragen werden. Daran ist die Verifizierung bei der Bank gescheitert. Kaum macht man es richtig, funktioniert es. Somit ist der Rückflugtermin nun auf den 13.5.23 fixiert.

Eigentlich wollten wir heute ja weiterfahren, aber irgendwie schaffen wir es nicht, besonders nachdem wir vor dem Frühstück schon eine Runde im warmen Wasser schwimmen waren. Es werden noch offene Büroarbeit, Brot backen und sonstige Argumente vorgeschoben, um nochmal stehen zu bleiben - es ist einfach zu schön hier! Peter bezahlt die 200Pesos=10€ für eine weitere Nacht und sofort geht es vom Reise- in den Relax-Modus zurück. Die Ruinen laufen ja nicht weg.

 

Übernachtungsplatz:

Balneario Laguna Milagros, GPS: 18.515372, -88.423988, 200Pesos/Nacht, gutes TelCel-Netz 4G 2 Bars, Strom aus der Steckdose mit langem Kabel, guter Badezugang zum See, sehr ruhig, sehr empfehlenswert

 

 

 

Freitag 24.02.2023

 

Es ist echt schwer, sich von dem Platz zu trennen. Aber wir wollen an der Pazifikküste runter nach Panama auch noch den einen oder anderen Spot mehr als einen Tag genießen und jetzt haben wir 'ne Deadline. Also packen wir nach dem Frühstück und einem letzten Badegang zusammen.

Als Erstes fahren wir ein weiteres Mal 14km nach Chetumal und füllen unsere Wassertanks mit knapp 200L randvoll auf. Wasser tanken ist hier auf der Halbinsel nicht so einfach. Man findet zwar überall kleine Shops, wo man seinen 20L Behälter (Garrafon) am Automaten füllen kann, aber wenn man wie wir bis zu 500L auf einmal haben möchte, dann sieht es mau aus.

Die Straße nach Westen ist schnurgerade und in sehr gutem Zustand. Bis auf ein paar Topes in den wenigen Ortschaften, kann man ungehindert Strecke machen. Zwischendurch kommen wir wieder in den Bundesstaat Campeche, jetzt im Süden, und verlassen Quintana Roo.

Unser erstes Ziel ist die Archäologische Zone Becán. Da wir schon einige Maya-Tempel und Ruinen besichtigt haben, wollen wir die Auswahl sehr eingrenzen und nur noch wenige besichtigen. Becán ist nochmal eine Stätte, die echt sehenswert ist. Im zugänglichen Areal wurden vier große Gebäude freigelegt. Wobei man sagen muss, dass oft nur eine Seite offen liegt, vom Urwald befreit, und der Rest noch unberührt ist.

Die höchste Pyramide hier ist 32m hoch. Man darf hochsteigen und hat einen tollen Rundumblick über den Dschungel. Bei den meisten bekannten Ausgrabungsstätten, wie Chichén Itza, Tulum, Palenque usw. ist das nicht mehr möglich und auch nachvollziehbar bei den anreisenden Touristenmassen.

Hier im tiefen Süden von Mexiko halten sich die Besucherzahlen in Grenzen, weswegen noch nicht so restriktiv vorgegangen wird. Bis auf eine Gruppe Mexikaner (5Pers) sind wir die Einzigen, sprich wir haben die Anlage fast für uns alleine. Eintritt 75 Peso=3,75€ pro Pers.

Der Aufstieg zu den Pyramidenspitzen ist oft so steil, dass zur Sicherheit dicke Halteseile aus Hanf angebracht sind. Die höchste ist Marion zu steil, so dass sie nur einen Teil hochklettert. Von oben toller Weitblick, nur die Spitzen der anderen Gebäude ragen aus dem Dschungel heraus.

In einem Gebäude gibt es noch gut erhaltene Fresken, die allerdings zum Schutz vor der Sonne abgedeckt sind und nur durch ein kleines Loch bestaunt werden können.

Bei näherer Betrachtung entdecken wir, dass sich durch viele Mauern eine geheimnisvolle Linie aus dünnen weißen Steinen zieht. Wir konnten nicht ergründen, was diese zu bedeuten hat.

Als wir zu unserem Fahrzeug zurückkommen, haben wir den folgenden Zettel an der Scheibe.... Keine Namen, keine Kontaktmöglichkeit, aber typisch Deutsch: Zuerst den TÜV kontrollieren.... Mitten in der Wildnis des mexikanischen Südens.

Als zweiten Spot und möglichen Übernachtungsplatz haben wir die etwas tiefer im Dschungel versteckte, südlich liegende Ausgrabungsstätte Hormiguero ausgesucht. Sie liegt zwar nur knapp 20km von der Hauptstraße entfernt, aber der schlechte Zustand mit all den Löchern bremst doch etwas aus. Vor allem die letzten Kilometer haben es in sich. Der unbefestigte Weg ist ausgewaschen und der eine oder andere Ast stellt sich in den Weg, zwischendurch noch einen umgefallenen Baum wegräumen... Endlich kommen wir auf dem großen lichten Parkplatz an.

Außer uns niemand. Wir machen uns gleich auf, die Anlage zu besichtigen. Hier kein Eintritt! Und die einzelne Aufsichtsperson beschäftigt sich mit Aufräumarbeiten.

Wir sind sehr angenehm überrascht über die tollen Ornamente am größten Gebäude. Lassen uns Zeit und genießen den Rundgang. Mal wieder komplett für uns alleine.

Zurück am Ausgang entdecken wir eine kleine Sammlung aufgebundener lokaler Orchideen. Einige blühen sogar.

Eigentlich wollten wir noch fragen, ob wir über Nacht stehen bleiben dürfen, aber der Guide braust auf seinem Moped an uns vorbei und winkt zum Abschied. Scheint also weiterhin, wie im iOverlander beschrieben, problemlos zu sein hier frei zu stehen und zu übernachten.

Wir setzen uns in den Schatten vors Mobil bei einem kalten Feierabendbier und angenehmen Wind. Keine Mücke oder sonstige stechenden oder nervigen Viecher, obwohl mitten im (aktuell trockenen) Regenwald.

Herrlich! Diese Ruhe! Als die Nacht hereinbricht funkeln die Sterne am Himmel und die Grillen zirpen. Immer noch keine Mücken. Was will man mehr... Wieder einmal ein Traumplätzchen.

Hier wurden auch schon Brüll- und Spider-Affen gesehen – Vielleicht nicht die richtige Jahreszeit momentan, da ziemlich trocken und keine Früchte.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen an den Ruinen von Hormiguero, GPS: 18.408585, -88.490602, kein TelCel-Netz, etwas holprige Anfahrt inkl. einigen tiefhängenden Ästen, sehr ruhig mitten im Dschungel, sehr empfehlenswert

 

 

 

Samstag 25.02.2023

 

Die Nacht war wie man es sich wünscht. Keine Mücken, ein leichte Brise durch alle offenen Fenster (natürlich mit geschlossenen Mückennetzen) und ausreichend kühle Luft für einen erholsamen Schlaf. Wir sind so froh, dass wir diesen Abstecher ins südliche Hinterland sprich Dschungel gemacht haben.

Nach dem Frühstück machen wir noch eine halbstündige Wanderung auf einem Trampel-/Lehrpfad in den Wald hinein, der dank der Trockenheit gut zu begehen ist und entdecken unzählige Orchideen und Tillandsien auf den Bäumen. Leider blühen hier keine Exemplare. Nur zwei Arten zeigen einen Blütenstand kurz vor dem Aufblühen. Aber was soll's, endlich Orchideen am Naturstandort, wie man sich das als Liebhaber immer vorgestellt hat. Also nicht erschrecken, jetzt kommt eine Menge Bilder von nicht blühenden Pflanzen.

Auch auf der Fahrt raus aus dem Dschungel entdecken wir noch die eine oder andere Pflanze auf den Bäumen.

Mitten im ersten Dorf, durch das wir kommen, sehen wir nochmal die gleiche Art mit vollem Blütenstand wie schon gestern vor dem Eingang der Ruinen.

Die nächsten 70km geht es wieder auf der schnurgeraden Ost-West-Achse durch wild bewachsenes Land. Alle Gebiete südlich der Straße bis zur Grenze von Guatemala gehören zum Biosphärengebiet Calakmul. Mitten drin, 60km von der Hauptstraße entfernt, befindet sich auch die gleichnamige Ausgrabungsstätte Calakmul – ein Highlight. Mit unseren großen Fahrzeugen dürfen wir allerdings nicht mehr hinunterfahren. So müssten wir für 1500Pesos=75€ ein Taxi mieten und dann nochmal 250Pesos=12,50€ Eintritt pro Person bezahlen, um diese Ruinen besichtigen zu können. Das ist uns zu teuer. Und von Theo, der einen Tag zuvor mit einem italienischen Pärchen hinunterfahren konnte, wissen wir, dass diese Ruinen sich nicht von den bisher besichtigten arg unterscheiden oder etwas Besonderes zu bieten haben. Auch die immer wieder beschriebene mannigfaltige Tierwelt ließ sich nicht blicken. Daher spontan von unserer Liste gestrichen.

Anstelle von Calakmul machen wir bei der Ausgrabungsstätte Balamuk einen Besichtigungsstopp. Der Eintritt kostet 70Pesos=3,50€ pro Pers. Wir kommen an mehreren Überresten von ehemaligen Wohngebäuden vorbei und erreichen den Eingang zum zentralen Platz.

Die Besonderheit dieser Anlage ist ein großes, gut erhaltenes Stück der ursprünglichen Fresken und Steinmetzarbeiten im Inneren des größten Tempels.

Ansonsten nicht sonderlich sehenswert und kein Besuch wert.

Die Hitze macht sich so langsam bemerkbar und wir nehmen die letzten 47km nach der Mittagspause in Angriff.

Ziel heute ist ein kleiner See, die Laguna Silvituc, an der Theo die letzten zwei Tage stand. Ihn treffen wir leider nicht mehr an, da er heute seine nächste Etappe gefahren ist.

Wir beziehen einen Schattenplatz mit Blick auf den See und gutem Wind, der durch die Fenster zieht. Stühle raus, in den Schatten und ein Ankommbier aus dem Kühlschrank.

Auch dieser Abend bleibt mückenfrei. Es ist schön draußen zu sitzen und dem Sonnenuntergang zuzuschauen bis die Sterne am Himmel leuchten.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen an Laguna Silvituc, GPS: 18.634820, -90.292074, sehr gutes TelCel-Netz 4G 3 Bars, relativ ruhig, sehr empfehlenswert

 

 

 

Sonntag 26.02.2023

 

Der Platz ist so schön und mit dem stetigen leichten Wind sehr erholsam, auch wenn die Sonne von oben brennt. Nach dem Frühstück und einem langen Telefonat mit den Eltern und Schwester/Schwager überlegen wir gar nicht lange: Pausentag!

Ein bisschen wird gearbeitet, ansonsten viel draußen im Schatten, den Blick auf die Lagune. Es kommen auch einige Mexikaner vorbei, mit und ohne Musik, alle sehr nett und freundlich. Ein paar Jungs leihen unsere Eisenkette aus, da eines der Autos nicht mehr anspringen will und schleppen es zurück ins Dorf. Nach einer halben Stunde kommen sie mit der Kette wieder zurück. Da es noch zu früh und zu heiß ist, lehnen wir freundlich das Dankeschön-Bier ab. Das hilft dem Bier aber nicht, dieses wird sofort vernichtet.

Und schon geht die Sonne wieder unter.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen an Laguna Silvituc, GPS: 18.634820, -90.292074, sehr gutes TelCel-Netz 4G 3 Bars, relativ ruhig, sehr empfehlenswert

 

 

 

Montag 27.02.2023

 

Wir lassen es ruhig angehen. Die heutige Tagesetappe sind 157km und unterwegs sind keine längeren Stopps geplant. Die Ost-West-Tangente verläuft bolzengerade durch den Dschungel, etliche kleine Dörfer und ausgedehnte Ölpalmen-Plantagen entlang der Strecke.

Ungefähr nach 100km durchqueren wir ein Gebiet, wo sich Mennoniten niedergelassen haben. Deutlich zu erkennen an den Häusern und Scheunen bzw. den landwirtschaftlichen Maschinen. Sieht aus wie im aufgeräumten Süden der USA, und es stehen hauptsächlich grüngelbe John-Deer-Fahrzeuge herum. Laut einem Tipp aus unserer iOverlander-App gibt es hier mehrere Möglichkeiten, Käse zu kaufen. Wir halten bei dem am besten bewerteten „Quesos de Bretana“ (18.465340, -91.13731) und nehmen zwei unterschiedliche Sorten mit. So etwas ähnliches wie Milchreis mit Kokos aus dem Kühlschrank gibt’s hier auch. Wir kosten – Lecker! Gleich nochmal 4 Stück gekauft. Diese Leckerei hält sich wohl auch eine Woche lang im Kühlschrank - solange wird es nicht überleben!

Kurz vor dem Ziel kaufen wir noch etwas Gemüse ein und parken dann unten am Fluss. Es ist sehr warm und kaum ein Windhauch weht und als es dämmert kommen auch die kleinen schwarzen Biester. Wir ziehen uns ins Innere zurück, wo es leider auch sehr warm ist, vor allem da Marion noch ein Brot gebacken hat. Wir werden warten bis wir ins Bett gehen wollen und dann noch eine frische Außendusche zur Abkühlung nehmen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen am Fluss, Champun, GPS: 18.209823, -91.513013, mittelmäßiges TelCel-Netz H+ 3 Bars, nachdem die LKWs nicht mehr über die Brücke brettern ist es relativ ruhig, als Spot auf der Strecke von Ost nach West oder umgekehrt empfehlenswert

 

 

 

Dienstag 28.02.2023

 

Da der Fluss nicht zum Baden geeignet ist und wir auch weiter kommen wollen, geht es nach dem Frühstück los. Die Sonne brennt schon wieder gnadenlos vom wolkenfreien Himmel. Ein letzter Blick oben von der Brücke runter auf unseren Übernachtungsplatz, rüber über den Fluss und schon sind wir unterwegs.

Auch heute durchqueren wir wieder kilometerlange Ölpalmen-Plantagen. Kommen sogar an einer Fabrik vorbei, fragen aber nicht wegen einer Besichtigung, da wir davon ausgehen, dass es nicht möglich ist. Die Zäune und das Wachhaus am Eingang vermitteln diesen Eindruck.

Nach ca. 70km kommen wir nochmal für ca. 5km durch den Bundesstaat Tabasco. Am Ende des Teilstücks ist eine große Brücke die 44 Pesos=2,20€ Maut kostet. Das Ende der Brücke ist aber auch gleichzeitig die Grenze zum Bundesstaat Chiapas. Da macht Tabasco mit den paar Kilometern und der Brücke mächtig Mäuse. Die restliche Strecke von Ost nach West ist mautfrei.

Zwischendurch sehen wir immer wieder kleine Hängebrücken über der Straße und rätseln über deren Bedeutung. Bis wir die Verkehrstafeln mit den Affen drauf entdecken. Hier sind wohl die Wildpfade der Affen durch die Straße unterbrochen worden. Hoffen wir mal, dass die Affen die luftigen Stege benutzen und nicht auf der Straße überfahren werden.

Als wir in Palenque ankommen

schauen wir uns als erstes zwei mögliche Übernachtungsplätze an, die durch das enge Straßengewirr nicht einfach zu erreichen sind und für unsere Größe leider auch nicht nutzbar sind. Enge Straße, street parking – geht gar nicht. Also wieder zurück zur Hauptstraße quer durch Palenque und dort zum Supermarkt Chedrauí. Wir kaufen einige Vorräte und zum Mittagessen gibt es ein frisches Göckele aus der hauseigenen Hähnchenbraterei.

Inzwischen sind es mindestens 35°C im Schatten und in der Sonne ist es nicht auszuhalten. Und im Gegensatz zu den letzten Tagen geht hier kein Lüftchen.

An eine Ruinenbesichtigung ist in dieser Hitze nicht zu denken. Das müssen wir irgendwie früh morgens hinbekommen. Was tun sprach Zeus? In der Stadt bleiben und irgendwo einparken ist nicht die Lösung. Aber 20km weiter südwestlich in Richtung Tuxtla ist der Wasserfall Misol Ha, wo man wohl auch über Nacht stehen bleiben kann. 20Km sind dann in der Frühe auch keine Strecke, um rechtzeitig bei den Ruinen zu sein.

Hinter Palenque geht es sofort in die bergige grüne Landschaft von Chiapas. Überall wuchert es, Dschungel wohin man sieht.

Am Wasserfall müssen wir zuerst 2x10 Pesos=1€ Wegezoll bezahlen, die laut der Erklärtafel den Indigenen zugute kommen. Wir erhalten ein offizielles Ticket und daher keine Wegelagerei.

1km weiter kommt das nächste Häuschen, wo man den eigentlichen Eintritt für das Wasserfallgelände bezahlen muss. Hier sind es dann 2x20Pesos=2€ und auch hier gibt es ein Ticket dazu.

Gleich auf dem oberen ebenen Parkplatz finden wir ein Plätzchen im Schatten und machen uns gleich fertig zum Schwimmen beim Wasserfall. Wir sind komplett nass geschwitzt und da auch hier kein Lüftchen weht, ist es nur etwas kühler als in der Stadt.

WOW! Wir sind total geflasht als wir den Wasserfall sehen und verschieben die Baderei. Zuerst wandern wir auf dem Pfad hinter den Wasserfall. Die Nachmittagssonne beleuchtet die herabstürzenden Fluten und zaubert Regenbogen in die Gischt.

Zurück am großen Becken unterhalb des Wasserfalls geht es dann endlich in die erfrischenden und erstaunlich klaren Fluten. Wir bleiben mehrere Stunden, bis die Sonne langsam hinter den Bäumen im Westen zu sinken beginnt.

Mit der Sonne von Westen her im Rücken kann man einen fast vollständigen Regenbogen sehen, der sich durch die Wasserfallstränge zieht, wie auf den Bildern bzw. Videos zu erkennen ist.

 

 

Wir sitzen mit kühlem Bier bis zum Einbruch der Dämmerung und der Ankunft der Handvoll Mücken draußen und bezahlen dann noch die 100Pesos=5€ Übernachtungsgebühr, auch wenn der eine oder andere in iOverlander schrieb, dass er ohne zu bezahlen übernachten konnte. Dafür müssen wir Morgen nicht schon wieder die Parkgebühren bezahlen, sondern dürfen mit der Campingquittung wieder runter zum Wasserfall. Also sind es effektiv nur 3€ unterm Strich.

Ist ein fairer Preis, für den ebenen Platz, mit Dschungelambiente und totaler Ruhe, nachdem die letzten Besucher und die meisten Arbeiter das Gelände verlassen haben.

Es dauert aber bis nach Mitternacht, bis die frische Nachtluft die Wärme in unserem Haus vertrieben hat und an Schlaf zu denken ist.

 

Übernachtungsplatz:

Parkplatz Wasserfall Misol-Ha, GPS: 17.392805, -92.000450, 100 Pesos für Übernachtung, kein TelCel-Netz, sehr ruhig, sehr empfehlenswert

 

 

 

Hier wieder die Kartenübersicht der 45. und 46. Woche nach Neustart 2022 mit den gewählten Stellplätzen:

MEX_2023_Feb_2

 

 

Teil 80: Mex 2023 - YUC / QROO                                                                  Teil 82: MEX 2023 - CHI