Fr. 01.03.19

Wir stehen ganz in der Nähe von den White Sands und lassen es deswegen gemütlich angehen heute Morgen. Der kurze Blick zurück zu den Stellplätzen, über den weißen, salzigen und ausgetrockneten Teil des kleinen Sees, zeigt im kleinen Maßstab die Geschichte der White Sands. Das 40km breite und ca. 80km lange Becken zwischen den San Andres Mountains und den Sacramento Mountains war ursprünglich ein großer See, der verdunstete und über die lange Zeit durch tektonische Kräfte angehoben wurde. Die Überreste des Sees bildeten ein riesiges Alkalifeld, hauptsächlich aus Gips bestehend. Das regelmäßig von den Bergen kommende Wasser und der Wind führten im Laufe der Zeit dazu, dass sich diese Gipsablagerungen auflösten und Selenit-Kristalle bildeten. Wind und Wetter zerkleinern und zermahlen kontinuierlich diese Kristalle wieder, Gipssand entsteht, aufgeweht zu grell weißen hohen Gipssand-Dünen. Durch den hohen Grundwasserspiegel, nur wenige Zentimeter tief, werden die Dünen weitestgehend an Ort und Stelle gehalten. - Soviel zur Geschichte der White Sands. Wir besuchen kurz das Visitor-Center, bevor wir auf den 9 mi /14.5 km Rundkurs durch die Dünen fahren.

Eigentlich gibt es nicht viel zu sehen, außer viel Gips. Es ist, wie durch eine Schneelandschaft zu fahren. Einige Familien nutzen sie tatsächlich auch als Schlittenberge, rutschen mit ihren bunten Plastiktellern hinunter. Obwohl heute erst der 1. Maerz ist, hat die Sonne schon gut Kraft und wird vom Gips zusätzlich reflektiert. Auf angelegten Wegen können zwar Wanderungen durch die Dünen gemacht werden, aber durch ständige Verwehungen besteht trotzdem Gefahr, sich zu verlaufen, deshalb sollte man immer gut mit Sonnenschutz und viel Wasser ausgerüstet sein. Handynetze funktionieren hier leider nicht; nach Hilfe zu rufen ist eher schwierig.

Wir machen natürlich im Herzen der Dünen auch Stopp, wandern etwas in und auf den Dünen herum. Marion hinterlässt noch einen Handabdruck als Nachweis, dass sie hier war, aber längere Ausflüge in die Gipshügel unternehmen wir nicht, da es auch schon recht warm wird und wir heute noch eine größere Strecke fahren wollen. Schön anzusehen sind die Gipsdünen allemal.

Wie schon einmal erwähnt, haben wir im Internet gelesen, dass beim VLA-Teleskop (Very large array telescope) jeden 1. Samstag im Monat eine spezielle Führung hinter den Kulissen stattfindet. Deshalb sind wir gestern von Roswell die lange Strecke hierher gefahren und wollen heute wieder 300km in den Norden, um den Termin Morgen zu schaffen.

Zuerst aber nach Alamogordo, zu einer öffentlichen Dump-Stelle, und anschließend, weil es inzwischen schon wieder Mittagszeit ist, besuchen wir ein mexikanisches Restaurant. Zuerst denken wir, es sei geschlossen, weil Rollläden alle runter. Aber die vielen Autos davor und Leute, die heraus kommen, deuten auf das Gegenteil hin. Wir müssen sogar noch 15 min warten bis wir einen Tisch bekommen. Auf der Wartebank werden wir natürlich wieder auf unser tolles Gefährt angesprochen: Wie hergekommen, woher, wohin....? Das Warten hat sich gelohnt. Das Essen ist sehr lecker und relativ günstig gewesen. Deshalb auch der hohe Besucherandrang.

Mit vollem Bauch geht es wieder auf die Piste. Unterwegs im Tularosa Basin, folgen wir die kommenden 150km dem östlichen Rand der White Sands Missile Range. (Hier testen die Streitkräfte Raketen; das komplette riesige Gebiet wird dann gesperrt inkl. der White Sands.) Links von der Straße, wie überall hier, niedriges Buschland, rechts die Bahnlinie, dahinter Pekannuss-Farmen und die Berge. Irgendwann kommt uns ein kilometerlanger Megazug entgegen, vorne zwei Loks, das hintere Ende mit wahrscheinlich weiteren Loks noch lange nicht in Sicht. Wir hoffen, dass wir nicht so schnell die Bahnlinie kreuzen müssen, da der Zug irgendwie kein Ende hat.

In Carrizozo müssen wir nach Westen abbiegen und kommen kurz nach dem kleinen Wüstenkaff am Valley of Fires NRA (national recreation area) vorbei. Dies ist ein erstarrter Lavafluss, der nach aktueller Schätzung so vor ca. 5200 (+/-700) Jahren hier erkaltet ist. Am Rande des Lava-Feldes befindet sich auf einer Erhebung eine Recreation Area mit vielen Stellplätzen, Dusche, Toiletten und Trails in die Lava. Da wir leider keine Zeit haben und unser heutiges Ziel noch zu weit entfernt ist, machen wir einige Bilder und fahren weiter. Die nächsten Kilometer fahren wir direkt durch den Lavastrom; alles sieht wenig verwittert und relativ neu aus. Erinnert uns an die Fahrt durch die Lavafelder auf Teneriffa auf dem Teide.

Die weitere Strecke über San Antonio und Socorro ist eine stete Abwechslung zwischen endlosen Ebenen und dazwischen liegenden Erhebungen; bewachsen entweder mit Büschen oder trockenem Präriegras. Hin und wieder gibt es eine kleine alte Farm oder, zu unserer Überraschung, mitten im No-where ein Mineralien- / Fossilienladen. Neugierde und weil mal wieder eine Pause angesagt ist, halten wir. Außerdem wird damit geworben, dass man hier Trinity-Glas kaufen kann. Nicht weit entfernt etwas südlicher, liegt die Trinity Site (kann man nur zweimal im Jahr besichtigen), wo am 16. Juli 1945 um 5:29:45 Uhr Ortszeit von den USA im Rahmen des Manhattan-Projekts die erste jemals durchgeführte Kernwaffenexplosion erfolgte. Da es eine oberirdische Zündung war, ist durch die enorme Hitze der Sand zum Teil geschmolzen bzw. wurde mit einem glasartigen Überzug versehen. Die Fundstücke, die angeboten werden, sind sehr klein und werden zu 30$/gr verkauft. Die Strahlung ist inzwischen minimal, so dass das erstandene Stückchen auch im Flugzeug mit nach Hause genommen werden darf. Der Gag ist uns zu teuer und das Aussehen auch nicht wirklich spektakulär.

Also weiter auf bolzengerader Straße nach Westen.

Im Ioverlander haben wir eine rest area 20km vor dem VLA-Gelände gefunden. So haben wir es Morgen nicht mehr soweit und können ohne Stress die 11 Uhr Führung erreichen. Nach der heutigen langen Fahrt sind wir hundemüde und verschwinden schnell, kaum dass die Nacht hereinbricht, in den Federn.

Übernachtungsplatz:

Freistehen Rastplatz am State-Hwy 60 Nähe VLA, GPS: 34.076433 , -107.453673, sehr ruhig.

 

Sa. 02.03.19

Die Nacht war angenehm ruhig, fast keine Autos. Toller Sonnenaufgang. Gut ausgeschlafen sind wir rechtzeitig zum VLA unterwegs.

Auf dem Weg zum VLA sehen wir im Hintergrund die noch schneebedeckten San Mateo Mountains. Dies erinnert uns daran, dass wir uns auch schon auf ungefähr 2000 m Höhe befinden. Schon von weitem als wir auf das Gelände fahren sehen wir die Radioastronomie-Teleskope in einer Y-Ausrichtung im Gelände stehen. Von der richtigen Stelle aus, auf einem der 3 Äste, kann man die gemeinsame Ausrichtung toll erkennen.

Jetzt geht es erst mal ins Visitor-Center. Dort gibt es neben dem Giftshop auch eine kleine Ausstellung zu aktuellen Themen, die mittels Radioastronomie erforscht werden, und einen kurzen Film im kleinen Kino zur Geschichte und Technik des VLA. Weltbekannt und einen wahren Besuchersturm ausgelöst hat der Film „Contact“ mit Jodie Foster, der 1997 hauptsächlich hier auf dem Gelände gedreht wurde.

Das Teleskop wurde in den 60er-Jahren geplant und 1975 begann die erste Antenne in Betrieb zu gehen. Im Jahre 1981 waren dann alle 27 Antennen (+1 Reserve) aufgeschaltet.

Die Tour beginnt drüben im Controllcenter, wo jeweils der aktive (7/24) Operator die 27 Antennen steuert, je nachdem, welche Messprojekte anstehen, welche Wartungsarbeiten gemacht werden und wie das aktuelle Wetter gerade ist. Meistens sind nicht alle 27 aktiv. 1-2 Antennen müssen gewartet werden, bekommen einen upgrade oder werden in einem speziellen Hangar umgebaut. Der Standort dieser Hochebene wurde bewusst gewählt, um erstens möglichst wenig Wasser in der Atmosphäre zu haben, was die Radiosignale ablenkt, und zweitens um die Verunreinigung durch andere Radiosignale möglichst gering zu halten. Zum besseren Verständnis: Alle eingefangenen Radiosignale aus fernen Galaxien in einem Jahr zusammengenommen sind weniger als die Signalintensität EINES eingeschalteten Mobilphones. Deshalb ist auf dem gesamten Gelände jegliche Mobilphone-Nutzung untersagt.

Die gesamte Anlage kann in 3 verschiedenen Konfigurationen gefahren werden. Je nachdem wie weit die Antennen auf den Y-Achsen voneinander entfernt sind, entscheidet über die Schärfe der Aufnahmen bzw. den abgedeckten Bereich am Himmel. Will man also scharfe Bilder haben dann wird Konfiguration A also maximaler Abstand der Antennen gewählt, will man dagegen einen etwas größeren Überblick haben dann wird auf Konfiguration D gewechselt mit minimalem Abstand. Die Konfigurationen werden alle paar Monate durchlaufen und die Projekte entsprechend in den Plan aufgenommen.

Die Antennen werden auf ca. 40 Meilen verlegten Eisenbahnschienen mittels zwei spezieller Transporter zu den jeweiligen Positionen bewegt.

Im zweiten Teil der Tour kommen wir in direkten Kontakt zur nächstgelegenen Antenne. Ganz schön groß das Teilchen; beeindruckend unter diesem 230to-Bolide zu stehen. Auf dem Gelände unterwegs zur Sundial-Anlage sehen wir, wie das ganze Teleskop, also alle aktuell aktiven 26 Antennen, parallel komplett neu um mehr als 180° ausgerichtet wurden. Sieht aus wie beim Ballett, und wir sind erstaunt wie flott das geht. So bekommen wir zudem die Möglichkeit, das Innere der Schüsseln noch genauer in Augenschein zu nehmen.

Das Sundial besteht aus zwei Teilen, zum einen eine klassische Sonnenuhr, und zum anderen weitere auf dem Boden eingelassene Plaketten, die vom sogenannten Radioschatten von drei sehr starken Radiosignalen im All getroffen werden, wenn die jeweilige Position Erde-Radiosignalursprung durchlaufen wird.

Bevor wir gehen, noch ein Blick in den Gift-Shop. Heute gönnen wir uns mal jeder ein T-Shirt mit Satellitenschüsseln drauf, und der obligatorische Aufkleber für unsere Türe muss auch mit.

Als wir nach der Tour das Gelände wieder verlassen, fahren wir noch kurz am Umbauhangar vorbei und sehen die Spezialtransporter aus der Nähe, die die Antennen mit einer maximal Geschwindigkeit von 6 Meilen /h bewegen können.

Auf dem Weg runter vom Gelände kreuzen wir wieder einen Y-Ast mit den zugehörigen Schienen, und auch auf der Straße nach Westen queren wir die Nordachse des Teleskops.

Alles in allem: Total interessant, und in einer typisch amerikanischen Dimension: Gigantic!

Von Datil aus fahren wir jetzt wieder südwestlich, zuerst durch die Plains of San Augustin, also wieder endlose Prärie und schnurgerade Straßen, bevor wir den Apache National Forest durchqueren, immer das drohende Schlechtwetter im Rücken. An manchen Stellen sind wir so hoch, an der Schneegrenze unterwegs. Hier gibt es auch einige Stellplätze, wo wir frei stehen könnten, aber wir wollen von den über 2000 Höhenmeter runter, damit es nachts nicht so kalt ist.

Deshalb fahren wir weiter, bis wir den Gila National Forest erreichen und dort im öffentlichen, kostenlosen primitive Campground „Cosmic“ einparken. Obwohl dieser nur noch auf 1600 m Höhe liegt, ist es recht frisch auf die Nacht.

Aber der tolle Sternenhimmel - hier ist auch wieder eine sogenannte 'dark site' mit vollständig fehlender Lichtverschmutzung - treibt uns mit dem Stativ wieder hinaus. Peter experimentiert noch, was die optimalen Einstellungen sind. Auch die diversen schlauen Foren im Internet sind nicht wirklich hilfreich und machen nicht viel Hoffnung.

Übernachtungsplatz:

Freistehen Cosmic Campground, Gila NF, GPS: 33.480091 , -108.923336, total ruhig, sehr empfehlenswert.

 

 

So. 03.03.19

 

Trotz nächtlicher Fotosession müssen wir pünktlich aus den Federn. Wir fahren heute auf der 180er bis nach Silver City. Einkaufen, Waschen. Und dann wieder nach Norden in die Gila Wilderness. Umfahren sozusagen komplett die Mogollón Mountains, deren Westseite wir gerade wunderschön sehen.

Beim Frühstück richten findet Marion eine kleine Überraschung im Waschbecken, ein possierliches Tierchen. Putzig, aber halt doch ein Skorpion. Es heißt zwar, dass die Kleinen die Giftigen sind, aber der ist wohl doch noch zu klein. Wahrscheinlich hat sich der Kleine während des nächtlichen Fotoshootings an die Schuhe geklammert, in der Hoffnung so ins Warme zu kommen. Auf einem Löffel wird er wieder hinaus katapultiert. Nix da, du kommst hier net rein. Also künftig zuerst mal alle Schuhe prüfen bzw. leeren, bevor wir sie anziehen.

Später auf der Fahrt kommen wir in der Nähe des Dorfes Mogollón vorbei, das den gleichen Namen wie der Gebirgszug erhalten hat, ebenso wie die Pueblo Indianer, die hier um 1400 lebten. Allesamt benannt nach Señor Mogollón (Governor in NM 1712-1715); der kam hier bestimmt auf tragische Weise ums Leben – wahrscheinlich erschossen, schließlich befinden wir uns hier im Wilden Westen.

Die Fahrt ist schön, durch die Ausläufer der Berge mit tollen Felsformationen. Bergauf, bergab, und wieder bergauf. Da muss unser Moppel ganz schön arbeiten. Das kostet Sprit!

Am südlichen Ende der verschiedenen Gebirgsketten (Tularosa-, Mogollón-, Elk-, Mimbres-Mountains) liegt Silver City in einem Talkessel. Schon von weitem sehen wir einen der künstlichen Berge, die von der Kupfergewinnung übrigbleiben. Südwestlich und östlich von Silver City befinden sich riesige Löcher in der Erde und weitere dieser bunten Berge. Diese werden wir aber erst nach unserem Ausflug zu den Gila Cliff Dwellings in Augenschein nehmen.

In Silver City, Einkaufen und Wäsche waschen. Gerade als wir mit der Wäsche fertig sind, fahren Roswitha und Klaus aus Öhringen mit ihrem MAN-Truck vorbei. Sie parken neben uns ein und dann quatschen wir über eine Stunde über unsere Erlebnisse. Die beiden waren letzten Sommer in Alaska und haben den Winter in Kalifornien und Arizona verbracht. Gerade sind sie am Überlegen, ob sie noch eine Saison in den USA machen oder von Galveston aus nach Südamerika verschiffen sollen. Wir bleiben in Kontakt und sind gespannt, wie es bei den beiden weitergeht. Klaus hat noch ein paar Tipps für unsere Reise nach Norden und Roswitha bekommt etwas von unserem Sam (Sauerteig) zum Weiterpflegen und Brotbacken. Das Rezept folgt per e-mail.

Vor lauter Quatschen ist es schon Spätnachmittag geworden, und wir wollen doch noch in den Gila National Forest fahren zum Übernachten. Also schnurstracks Richtung Pinos Altos und nach unzähligen Serpentinen durch dichten Wald (könnte auch im Schwarzwald sein) kommen wir am Cherry Creek Campground an. Ein schattiges Plätzchen, im Wald am Flüsschen.

Schranke zu - wahrscheinlich, weil hier vor einer Woche noch reichlich Schnee lag. Aber der Platz vor der Schranke reicht uns. Gleich umdrehen und in Fluchtrichtung einparken. Sonst brauchen wir nichts.

Bereits dunkel und schon spät kommt noch ein Rentnerpärchen in ihrem großen Van an. Kurzes Hallo, und ob es OK ist, wenn sie sich zu uns stellen. Selbstredend.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Cherry Creek Campground, Gila NF, GPS: 32.545071 , -108.133072, sehr ruhig mitten im Wald, schattig, empfehlenswert

 

 

Mo. 04.03.19

 

Strahlend blauer Himmel! Super für eine Tour durch die Berge. Schon gestern in Silver City schwenkten wir auf den „Trail of the Mountain Spirits“, National Scenic Byway, ein und werden diesen auch großteils befahren. Die Scenic Byways sind, wie der Name schon sagt, landschaftlich reizvolle Nebenstraßen. - In Marokko sind dies immer Indikatoren für zwar tolle Gegenden aber auch für extrem schlechte Straßen oder Feldwege, und dementsprechend viel Spaß für die Allradler! Hier sind derartige Straßen bisher immer in relativ gutem Zustand gewesen. Tolle Landschaften, historische Landmarken und schöne Plätze zur Erholung.

Wie auf der Karte zu sehen, starten wir auf dem Cherry Creek Campground bzw. davor. Dann winden wir uns auf zigtausend Serpentinen weiter durch den Wald bis hoch nach Wild Horse Mesa. Jetzt sind wir wieder über der Baumgrenze. Hochgelegene Flusstäler und herrliche Canyons, die Wasser, Wind und Wetter aus dem Berg gegraben haben.

Am Copperas Vista haben wir einen super Blick auf den vor 30 Mio. Jahren ausgebrochenen Vulkan bzw. dessen Caldera und den darin liegenden Alum Mountain (rötlicher kleiner Berg im Kessel). Wie der Name schon sagt, wurden hier neben Kupfer auch Aluminiumverbindungen gefunden, allerdings in keiner lohnenswerten Konzentration. Sonst wäre dieses Gebiet hier sicherlich jetzt auch komplett zerstört, ein riesiges oberirdisches Bergwerk, wie die Kupferminen in Silver City.

Unser eigentliches Ziel heute sind die Gila Cliff Dwellings (Wohnstätten). Diese hier wurden vor ca. 700 Jahren in Felshöhlen bzw. Felsüberhängen gebaut von den Mogollón-Menschen (Pueblo Indianer). Im Visitor-Center erhalten wir anhand von Ausstellungstücken, Wandtafeln und einem Kurzfilm reichlich Info dazu, bevor wir dann ins Seitental hineinfahren. An der Strecke zum Haupt-Monument liegt eine weitere aber kleinere Dwelling / Wohnstätte. Wir müssen etwas durch die Wildnis steigen, um diese besichtigen zu können.

Von hier aus ist es nicht mehr weit zum eigentlichen National Monument. Bevor wir den Felsmonolithen mit Höhlen bzw. Felswohnungen in Angriff nehmen brauchen wir noch eine Stärkung, ein Wurstbrot (ein Weckle wäre jetzt auch nicht schlecht). Dem Ranger am Eingang den Beautiful-Pass vorgezeigt, über die Brücke und auf den Trail, moderate mit kurzem steilen Stück. Erinnert uns ein bisschen an den Sigiraya-Felsen auf Sri Lanka, wobei dieser deutlich höher und anstrengender zu besteigen war.

Bezüglich der Tierchen mit der Klapper am Ende müssen wir uns zur Zeit noch keine Gedanken machen, denen ist es hier oben noch zu kalt.

Die Felswohnungen sind alle nach Süden ausgerichtet, im Winter und im Sommer ideal temperiert, aber ziemlich zugig. Das Tal versorgte die Mogollón-Menschen mit ausreichend Tieren zum Jagen und Wasser floss direkt unter der Wohnung vorbei.

Von hier oben hat man einen sicheren Blick in die Ferne und somit auch Schutz vor Feinden. Von unten sind die Behausungen nicht zu erkennen. Gut getarnt, wie dieser Felsenflitzer, den wir in der Sonne vor die Linse bekommen.

In Serpentinen den Hang wieder runter zurück zum Moppel. Nicht weit südlich im National Forest gibt es gleich zwei public campgrounds, kostenlos. Die Gila Hot Springs (heiße Quellen) liegen auf dem Weg, allerdings sind diese in Privatbesitz. Um dort stehen zu können und um in die in Becken gefasste Quellen sitzen zu dürfen, müssen Dollares bezahlt werden. Weil wir Morgen mal Pause machen und unsere Ruhe haben möchten, entscheiden wir uns für den Forks campground, der beim Vorbeifahren heute Morgen schon komplett leer war und es immer noch ist. Freie Auswahl mit bester Sicht auf die Felswand. Am Fluss unten wäre es eigentlich schön, ist aber leider nur für day-use, und wir wollen ja keinen Stress mit dem Ranger. Zuviel Platz ist auch nichts, dann dauert das Einparken immer ewig, weil zuerst mal das komplette Gelände inspiziert werden muss.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Forks campground, Gila NF, GPS: 33.183905 , -108.20532, absolute Stille, dark sky, sehr empfehlenswert

 

 

Di. 05.03.19

 

Endlich mal wieder ein Pausentag. Bei herrlichem Wetter die Außendusche nutzen, Kissen aufpolstern, lecker kochen, Seele baumeln lassen ....exklusiver Ausblick.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Forks Campground, Gila NF, GPS: 33.183905 , -108.20532, absolute Stille, dark sky, sehr empfehlenswert

 

 

 

Hier wieder die Kartenübersicht der 37. und 38. Woche mit den gewählten Stellplätzen:

USA_2019_Maerz_1

 

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